Nachbericht 129. Typostammtisch: Verlagsabend III

An einem der bisher heißesten Abende des Jahres, am 25. Juni, haben wir das Studio LucasFonts gut heruntergekühlt und entsprechend viele Getränke bereitgestellt. Zum 129. Typostammtisch und zum dritten Verlagsabend, einem relativ neuen Veranstaltungsformat (seit 2023) in unserer 20-jährigen Geschichte, haben wir erneut Gäste eingeladen, die unsere Erwartungen an typografische Gestaltungskonzepte dann aber noch mal übertreffen.

Luc(as) de Groot und Sonja Knecht begrüßen die Gäste; der Saal ist voll. Los geht’s.

ztscrpt – Alexander Wolff und Yves Mettler
Ein Magazin ist eine Schrift ist ein Magazin ist …

„Wir sehen jedes Heft wie eine Ausstellung“

Chicago, Times, Plotter, TheMix, Princess Lulu, Karloff, LiebeRuth, New Paris oder Serifbabe, so heißen die Ausgaben der 2002 in Wien gegründeten Kunstzeitschrift mit dem unaussprechlichen Pseudonym ztscrpt (welches aber nicht sichtbar vorkommt); das typografische Magazin ohne fixen Namen also, das jeweils die verwendete Schrift als Titel verwendet, und deshalb immer anders heißt, und dementsprechend schwer zu finden ist. Hierbei handelt es sich um ein typografisches Gesamtkonzept. Bereits 2005 wurde es vom London Design Museum in der Ausstellung Best European Design gewürdigt.

Von den bisherigen sieben Herausgeber·innen sind Yves Mettler und Alexander Wolff bei uns.

Sie stellen die aktuellen Ausgaben vor: Nr. 42 Ghost von Juli 2025 und Ana Diego, die ganz frische Ausgabe 43, Juni 2026. Die jeweilige Schriftart und mehr noch der Name der jeweiligen Schrift fungiert als inhaltlich-atmosphärische Leitlinie nur begrenzt, mehr in ihrer Visualität. Das habe mit ihren Bezügen nach Wien zu tun, so Yves. Passenderweise ist Gerhard Rühm, letzter lebender Vertreter der Wiener Gruppe, in Ausgabe 42 Ghost mit Gedichten vertreten. Aber wie wählen sie die Schriften aus? „Einerseits random“, sagt Yves, „am Anfang, da haben wir Klassiker wie Chicago, Helvetica und DIN gemacht“, und es gehe unter anderem auch darum, „wie die Beiträge mit den Fonts zusammenspielen. (…) Wir sehen jedes Heft wie eine Ausstellung auf Papier.“

Das Heft habe immer das gleiche Format, erklärt Alexander, Fotografie auf dem Cover, Inhaltsverzeichnis vorn, Impressum hinten drauf, und ja, es sei schon zum Lesen gedacht (angesichts der superbreiten Textblöcke und Nachfragen aus dem Publikum), „aber wir wollten maximal auf Design verzichten“. In der Zusammenarbeit mit Tauba Auerbach und mit ihrem Font FIG sei das Ganze so wahnsinnig schön, aber so wahnsinnig schwer zu lesen geworden, „dass wir dann alle Texte als Poster in Arial dazugelegt haben“. Das Magazin sei mit ihnen gealtert, erklärt Alexander anhand der inneren Randspalte, die nun immerhin zwei Zentimeter Luft zum Rand lässt und damit die breit laufenden Zeilen einen Hauch besser erfassbar macht als in den Anfängen, aber wirklich nur einen Hauch. In den Anfängen klebte der Satzspiegel fast direkt an der Außenkante und im inneren Bund des Blattes.

Die Publikationen beinhalten jeweils 10 bis 15 Beiträge ausgewählter Künstler· und Autor·innen, entsprechend den künstlerischen Interessen der Herausgeberschaft. Sie erscheint seit Beginn in einer festen Auflage von 300 Exemplaren, wird vom österreichischen Bundeskanzleramt mitfinanziert und ist in Kunstbuchhandlungen in Berlin, Wien und in Brüssel erhältlich oder per Mail zu bestellen (anfangs für 3 Euro, jetzt, nach 24 Jahren, für 5 Euro pro Heft); das Online-Archiv bietet die Cover und Inhalte aller Ausgaben im Überblick: ztscrpt.

zero sharp – Maximilian Gilleßen
Experimentelle Schreibformen
Typografische Gestalter als Übersetzer, vom Verbalen ins Visuelle

Bei zero sharp geht es um imaginäre Wortwelten, linguistische Spekulationen und Erkundungen experimenteller Schreibformen. Die beiden Herausgeber Maximilian Gilleßen (Übersetzer) und Anton Stuckardt (Grafikdesigner) befassen sich mit Visionären der Sprache, vor allem der französischen, und geben diese Werke in Erst- oder Neuübersetzung heraus, oft ergänzt um ausführliche Kommentare und weitere Materialien. Der Philosoph und Literaturwissenschaftler Maximilian Gilleßen hat seine Doktorarbeit 2023 bei einem der Verlage publiziert, die beim vorherigen Verlagsabend bei uns waren (in persona Tom Lamberty), nämlich bei Merve, Titel: R. R. Zur Poetik Raymond Roussels (704 Seiten).

Heute jedoch hat Maximilian die Aufgabe, die typografische Vorgehensweise seines Verlagspartners für uns zu übersetzen. Dafür wählt er die Werke René Daumals, gibt uns aus dem Stegreif eine literaturwissenschaftliche Einführung zu dessen Person und Werk und bringt uns kongenial die (typo-)grafische Gestaltung der Bände nahe.

Maximilian Gilleßen mit dem ganz frisch bei zero sharp erschienenen Band Die absurde Evidenz, Essays und Rezensionen von René Daumal

Zum Einstieg etwas relativ Naheliegendes, Nachvollziehbares: Eine große Spirale ziert die von Daumal in den zwanziger Jahren herausgegebene Zeitschrift Le Grand Jeu (Das große Spiel). Sie verweist auf den Wanst König Ubus, der legendären Figur Alfred Jarrys, und somit auf das Erkennungszeichen der Pataphysiker, die Daumal zu ihren Vorgängern zählen (das pataphysische Kollegium wurde 1948 gegründet, da war Daumal schon vier Jahre tot). Die Pataphysik beruht, der Definition ihres Erfinders Jarry zufolge, auf gedanklich-praktischen Erkundungen imaginärer Lösungen und mündete z. B. in surreale Texte. Als Doppelkringel oder -kreisel kehrt die Spiralform auf dem Titel des Bandes Mugle wieder – tatsächlich handelt es sich um eine abstrahierte Darstellung der Tarnmuster von Eulen. Bei Mugle, dem nächtlich-traumartigen Erstlingswerk des damals achtzehnjährigen René Daumal, geht es inhaltlich um eine imaginäre Begegnung in der Großstadt. „Alle Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen fremdem und eigenem Ich (…) zerfließen. Der Text wird zur Darstellung seiner eigenen Auflösung“, so heißt es in der Buchbeschreibung auf der Verlagsseite. Exkurs: Ein weiterer Anhänger der pataphysischen Bewegung, Boris Vian, Verfasser surrealer, von Lebensfreude und Drastik sprühender Romane, trägt die pataphysische Doppelspirale am Revers – siehe Foto in einem Beitrag von mir anlässlich Boris Vians hundertstem Geburtstag: Der Schmelz der Wörter.

Zusammen mit Maximilian Gilleßen betrachten wir als nächstes von René Daumal Der Berg Analog. (Alle genannten Titel/-seiten sind auf der Verlagsseite zu betrachten und zu bestellen). Lange vergriffen und bei zero sharp erstmals in vollständiger deutscher Übersetzung erhältlich, kann Der Berg Analog als „Science-Fiction- und Abenteuerroman, philosophische Meditation und alpinistischer Traktat“ gelesen werden – ich zitiere weiter aus der verlagseigenen Beschreibung: „Ernst und Ironie, meta- und pataphysische Spekulationen werden von René Daumal zu einem Werk von vielfachem Schriftsinn verwoben“. Auf dem Titel dieses Werkes verwebt der Gestalter Anton Stuckardt Buchstaben zu einem imaginären, baum- oder wurzelartigen Geflecht. Mit der von Leonie Lude und Arno Schlief entwickelten Schrift (sie nennen es Schriftsystem) Branches ließen sich eben nicht nur Sätze formen, erklärt Maximilian, sondern eben auch solche Strukturen zusammensetzen – als ob sie aus den Gedanken des Autors erwachsen. Sie formen den Titel Der Berg Analog und erinnern selbst an eine Berglandschaft, worin eine schöne pataphysische Koinzidenz liegt, denn die Verzweigungen der Schrift gehorchen einer eigenen Syntax.

Und dann erst die Innenseiten: Aus dem Metafont von Donald Knuth wurde ein Font von je 360 Varianten pro Glyphe entwickelt, die sich so abwechseln, dass auf keiner Buchseite die exakt gleiche Buchstabenform zweimal erscheint (die Pataphysik ist ja nicht umsonst auch die Wissenschaft des Besonderen, des infinitesimalen Unterschieds). An dieser Stelle, Maximilian Gilleßen zoomt ein, geht ein großes Wow durch’s Publikum.

Deutlich wird auf beeindruckende Weise: typografische Gestalter sind (im Idealfall) auch Übersetzer, nicht intersprachlich, sondern vom Verbalen ins Visuelle. Buchgestaltung in Bestform. zero sharp

Reprodukt – Alexandra Rügler und Julia Weinbrenner
Handmade Lettering
„Es gibt nichts, was der Ästhetik der Zeichnungen besser entspricht“

Die herausragende Sorgfalt in der Herstellung ist das Besondere des Reprodukt-Verlages, exemplarisch dabei das Handlettering fast aller Titel. Während in den meisten Verlagen für Übersetzungen Fonts verwendet werden, wird hier alles von Hand geschrieben. Bei Übersetzungen legt der Lettering-Artist ein Transparentpapier über die Seite und schreibt (der Übersetzung folgend) den Text passend zu Form der Sprechblase einmal neu. Der Verlag Reprodukt wurde 1991 von Dirk Rehm gegründet, um unabhängige Comics zu veröffentlichen – für alle Zielgruppen, auch Kinder (ca. ein Drittel der heute rund 50 Titel pro Jahr), oder für Young Adult. Das gelingt, weil nicht „der Markt“, sondern die Autor·innen und ihre Geschichten und Erfahrungen im Mittelpunkt stehen und in die Bücher einfließen. Hohe Qualitätsmaßstäbe, sorgfältige Übersetzung und Ausstattung gehören dazu. Wie viele Genres das Verlagsspektrum umfasst, wird dadurch ersichtlich, dass Reprodukt für Die Frau als Mensch von Ulli Lust den Deutschen Sachbuchpreis 2025 erhalten hat. Zu unserer Freude besuchen uns die Leiterin der Herstellung von Reprodukt, Alexandra Rügler (links im Bild) und (rechts) Volontärin Julia Weinbrenner.

Bei Reprodukt beruht so gut wie alles auf der Handschrift, handgezeichnete Schrift und Lettering in Einzelanfertigung. Alex Rügler zeigt Beispiele und erläutert, dass die Herstellung mancher Bücher monate- bis jahrelang dauert. Jedes Soundword, jeder Text in jedem Einzelbild und in jeder Sprechblase wird übersetzt und dann per Hand neu geschrieben oder gezeichnet.

Bei den deutschen Autor·innen ist es meist so, dass sie ihr Lettering selbst machen, übersetzte Comics orientieren sich typografisch am Original. Die Übersetzungen müssen im Feld der grafischen Erzählungen besonders sorgfältig erfolgen, es gilt die Länge der Texte in den unterschiedlichen Sprachen zu berücksichtigen. Wo können, müssen Trennungen erfolgen, wo kann gut umbrochen werden? Passt ein übersetzter, länger gewordener Text noch in die jeweilige Sprechblase, in das jeweilige Textfeld? Wo muss die Schriftgröße adaptiert werden? Das alles dauert. Jimmy Corrigans The Smartest Kid on Earth, Der klügste Junge der Welt kam erst 13 Jahre nach seinem Erscheinen auch auf Deutsch heraus; das Handlettering von Michael Hau dauerte etwa ein Jahr – ja, bei den Büchern von Reprodukt werden neben den Autor·innen und Übersetzer·innen auch die jeweiligen Handschriftschreiber·innen erwähnt.

Mit den übersetzten Texten entsteht eine Art Drehbuch; ein Skript zu jeder Seite des Comics wird angefertigt, dem zu entnehmen ist, welcher Textbaustein an welcher Stelle genau in welchem Bild erscheinen soll. In diesem Prozess wird mehrfach diskutiert und es werden die Texte so lange modifiziert, bis alles passt.

Wir staunen, welcher enorme Aufwand hier erfolgt. Digitale Fonts kommen mitunter auch, aber seltener, zum Einsatz. Manches bleibt per Hand eben doch schöner und stimmiger zu gestalten. „Es gibt nichts, was der Ästhetik der Zeichnungen besser entspricht“, fasst Alex zusammen. Reprodukt

permanent Verlag – Andreas Koch
Hundert Einzelstücke
„Wir zeigen keine Kunst, wir reden über Kunst“

Der permanent Verlag bezeichnet sich als „multiperspektivische Plattform“, verlegt Kunstbücher und andere gedruckte Formate. Die beiden Gründer und Betreiber sind Künstler, Gestalter und Autoren in Personalunion, also auch Verleger, logisch. Bücher seien permanent da, und man könne dieses Wort, permanent, super kombinieren, z. B. permanent beutel oder (englisch) permanent tote, was aber auch Tote bedeute.

Die Kunstzeitschrift von hundert macht Andreas Koch schon viel länger, als es den permanent Verlag gibt, nämlich seit rund 20 Jahren. Von hundert bezieht sich auf die Auflage und das Editionsprinzip: jedes einzelne Heft der jeweiligen Auflage ist nummeriert (1/100, 2/100, 3/100). So bekommt jede Abonnent·in ihre eigene Nummer. Das Inhaltsverzeichnis steht immer vorne drauf und darin die Seitenzahlen untereinander, hier nutzt Andreas Koch Tabellenziffern, im Titel aber Mediävalziffern, weil das hübscher aussähe, wie diese variieren. Innen sei die von hundert relativ einfach gestaltet, im Zweispaltenraster.

Anfangs handelte es sich um ein reines Review-Magazin, seit Ausgabe 13 gibt es in der Mitte Themenschwerpunkte, zuletzt etwa die Trilogie in drei aufeinanderfolgenden Heften, Raum, Zeit, Tod. Sonst sind der Inhalt Ausstellungsbesprechungen, Kolumnen oder Essays zu kunstrelevanten Themen. Sehr selten gibt es auch „… Texte, die sind sehr nah an Kunst, die sind auch Literatur“ so Andreas in seinem Vortrag. Und wenn jemand über eine Ausstellung schreiben möchte, die bereits rezensiert wurde, darf das auch sein. Dann finden sich in einer Ausgabe zwei Rezensionen über dieselbe Ausstellung. Schlimme Verrisse gibt es kaum, einmal allerdings doch, als die Namen der Autor·innen nicht bei den jeweiligen Texten, sondern kollektiv aufgeführt waren. Ein Künstler erschien daraufhin vor Andreas Kochs Haus und stellte ihn zum Duell, nein, das dann doch nicht, aber forderte die Offenlegung des Autorennamens – das ist nicht erfolgt, aber der Text wie alle anderen noch zu lesen. Die gesamte Zeitschrift ist im Netz, auch im HTML-Format.

Anfangs 20 Seiten, alsbald 32 Seiten auf dickem Papier („damit es etwas hermacht“), hat die aktuelle von hundert 80 Seiten. Gedruckt wird heute auf einer Heidelberg-Druckmaschine (Versafire), aber nur, weil die ursprünglich verwendete Laserkopiermaschine (ohne Fixieröl, nur Tonerpulver und Hitzefixierung, wie die alten Xerox-Kopien) kaputtgegangen und nicht mehr ersetzbar war.

Damit kommt Andreas Koch zum unfreiwillig durchgeführten Redesign; es bestand im Wesentlichen aus der Einführung einer neuen, zweiten Schrift, nämlich der Bureau Grotesk – zur Garamond, die er der Einfachheit halber genommen hatte, weil er DIE ZEIT und die darin verwendete Garamond gerne und gut liest. „Eigentlich wollte ich sagen, warum ich Redesign hasse“, sagt er, es sei völlig unnötig und lästig, wenn ein ihm liebgewordenes Printprodukt sein Erscheinungsbild ändert, das möge er gar nicht, „alles ist ähnlich, aber anders“. Das habe er der ZEIT auch mal geschrieben nach einem Redesign, endend mit dem Schlusssatz – zum Ende des Leserbriefes wohl, aber auch seines Vortrages bei uns: „Das ist auch Kapitalismuskritik“. von hundert

Im Nachgang erfolgt die Publikumsfrage: „Welche Garamond?“ Erst die von Adobe, sagt Andreas, dann die von Adobe Premiere Pro oder so – ja, gut, pflichtet das Publikum ihm bei, und bloß nicht die XY-, sagt jemand, die XY-Garamond sei grausam, hieß es einhellig. Hätten wir das auch geklärt.

Matthes & Seitz Berlin – Andreas Rötzer
Von München nach Berlin (von M&S zu MSB)
„der Verlag für das Irrationale“

Das Verlagsprogramm des ursprünglichen Verlags Matthes & Seitz, gegründet 1977 in München, wurde durch Werke vornehmlich französischer Autoren abseits des Mainstreams bestimmt, wie Antonin Artaud, Georges Bataille und Jean Baudrillard aus dem „Niemandsland zwischen Wissenschaft und Kunst“ (so der Untertitel des Jahrbuchs „Der Pfahl“); 2004 wurde der Verlag als Matthes & Seitz Berlin neu gegründet. Heute ist MSB mit Reihen wie Fröhliche Wissenschaft, Batterien, Theologische Brocken, den Naturkunden und dem Verlagsprojekt Rohstoff, deren Cover-Gestalterin Marion Wörle bei unserem ersten Verlagsabend 2023 zu Gast war, sehr bekannt und bringt im Jahr 120 bis 140 Bücher heraus.

Wir begrüßen den Verlagsinhaber und -leiter Andreas Rötzer, der bedauert, nicht mehr bei jeder Neuerscheinung aus seinem Haus persönlich auf jedes Detail der Buchgestaltung zu schauen. Dafür hat er heute Gestalter·innen und Hersteller·innen wie Hermann Zanier, Pauline Altmann, Dirk Lebahn oder Falk Nordmann. Aber auch Judith Schalansky, die zu Beginn der Naturkunden zur Bedingung gemacht hat, dass er nicht die Herstellung mache. Er begriff, dass dies Teil einer notwendigen Professionalisierung seines wachsenden Verlages sein müsse. Bei Matthes & Seitz Berlin sind sie heute zu elft. Oft kenne er die Namen der verwendeten Schriften nicht, obwohl er die ersten fünf Jahre in Berlin die Bücher selbst gesetzt habe und großen Wert auf gut lesbare Schriften sowie deren in Hinblick auf die Lesbarkeit optimalen Einsatz legt. „Schrift ist für mich leider hauptsächlich etwas, was ich beauftrage und beurteile.“

Damit kommt Andreas Rötzer auf die Gründungsgeschichte des Verlags in München, wo er als Schüler und dann, 1990, als Buchhalter angefangen habe; die Konstellation sei tatsächlich so gewesen wie bei zero sharp noch heute: Axel Matthes war der Programmmacher und Klaus Seitz der Gestalter. Mit ihren Büchern aus den 1980er Jahren sorgten Matthes und Seitz für Aufsehen, mit einer blockartigen Grotesk, das sich stark vom „rationalen Suhrkamp-Design“ und der kühlen Designsprache anderer Verlage absetzte. Als Rötzer den Verlag nach Berlin holte und 2004 neu gründete, musste er aus der Not heraus die Bücher selbst gestalten. „Wenn Sie Umschläge von Matthes & Seitz sehen, die keinen Gestalternamen führen, dann war das meistens ich und es waren die schlechten.“

2013, damals waren sie im Verlag zu dritt oder zu viert, kamen die Naturkunden, „eine Art Game-Changer für uns“. Andreas Rötzer schwärmt von seinen Buchmacher·innen: Hermann Zanier sei ein begnadeter Gestalter, Hersteller und Setzer. „Was ich bei ihm so bewundere, ist die Fokussierung auf den Inhalt. Das ist alles überlegt, reduziert und zurückgenommen, und dadurch liest man den Text und eben nicht die Schrift.“ Inzwischen arbeiten sie bei MSB „mit vielen Setzern zusammen, die bei Hermann Zanier lernen, etwa mit Pauline Altmann, die gefühlt den gleichen Satzstil hat, das gleiche Gefühl für das Layout mitbringt, und die im Wesentlichen mit Judith Schalansky zusammen die Naturkunden gestaltet“.
Andreas Rötzer blättert mit uns durch die Krähen und die Schnecken, gesetzt in der Ingeborg von Michael Hochleitner (Typejockeys). Neben exzellent gesetzten Seiten fallen die Illustrationen ins Auge: „Die Artenporträts lassen wir immer zeichnen von einem Berliner Zeichner, Falk Nordmann; wir gönnen uns meistens zehn Illustrationen, an denen er monatelang arbeitet, Studien anfertigt usw., damit das exakte naturwissenschaftliche Zeichnungen sind“. Sehr viel Aufwand betreibt MSB auch bei den Materialien, sie haben den Farbschnitt – nur oben! – und andere Merkmale der Buchherstellung des 19. Jahrhunderts neu umgesetzt. So entstanden die ersten Buchumschläge des Verlags noch im Bleisatz, mit Christian Tannhäuser zusammen.

Andreas Rötzer erzählt von der Entstehung der Reihe Fröhliche Wissenschaft. Ihm lagen drei sehr kurze Aufsätze vor, die er in Buchform bringen wollte, ihm schwebte eine Reihe für knappe, aber präzise und knackige Texte vor. Der gestalterische Impuls kam durch eine im Antiquariat gefundene Reihe namens Libertés, schmale Bändchen mit schwarzen Lettern, die wie handgestempelt aussahen, herausgegeben von einem Jean-Jaques Pauvert – der sei, ja, „eine große Referenz“, bestätigt Maximilian Gilleßen aus dem Publikum. In dem schmalen Format sehen auch kurze Texte aus „wie ein richtiges Buch“, erklärt Andreas Rötzer, und dass sie die DIN Condensed gewählt hätten für ihre Umschläge, weil sie ihm als „die charakterlosteste Schrift, ganz normal und nichtssagend“ erschien. Der Zwiespalt für ihn liege grundsätzlich darin, dass sie einerseits, in ihrem nun gut etablierten Verlag mit an die 140 Publikationen pro Jahr, den Anforderungen der Herstellung und des Marktes gehorchen müssten, aber inhaltlich auf Seiten der Kritik stehen. „In Ablehnung der Affirmation“ solle also immer etwas dabei sein, was nicht funktioniert, was leicht irritiert, wie bei der Fröhlichen Wissenschaft die Umschläge: „Das Spacing machen wir immer von Hand, damit die Buchstaben tanzen und eine gewisse dilettantische Anmutung haben“. Matthes & Seitz Berlin

Der Abend klingt in angeregten Gesprächen auf der Gartenterrasse aus. Wir freuen uns über die Tatsache, dass das Buch so lebendig ist wie eh und je, dass Typografie, aber auch Farbschnitt und Handschrift als Gestaltungsmittel weiterhin gepflegt werden und dass so schöne, lesenswerte, relevante Werke dabei entstehen wie bei den Verlagen, die sich und ihre Arbeit bei uns vorgestellt haben.

Vielen Dank euch allen!

Zu fast allem bereit im Sinne des Buches (von links nach rechts, stehend): Yves Mettler (von ztscrpt), Alex Rügler (Reprodukt), Andreas Rötzer (MSB, Matthes & Seitz Berlin), Maximilian Gilleßen (zero sharp), Alexander Wolff (ztscrpt), (sitzend) Julia Weinbrenner und Andreas Koch (von hundert) am Gartenhäuschen bei LucasFonts in Schöneberg.

Super, dass ihr da wart! Danke für eure tollen, bereichernden Beiträge.

25.06.2026: Verlagsabend

Books, Books, Baby! Im Juni laden wir Verlagsmenschen ein, um über ihre typografischen Entscheidungen zu sprechen. Von den Herausgeberinnen, Gestaltern und Herstellern von Büchern und Kunstmagazinen wollen wir wissen: Wie finden sie zur passenden Schrift? Wie kommen sie zu ihren favorisierten Fonts? Dafür bringen sie gedruckte Beispiele mit, blättern mit uns durch die Seiten und stellen sich dem Gespräch. Wir freuen uns sehr auf: ztscrpt, zero sharp, Reprodukt, permanent Verlag und Matthes & Seitz Berlin.

Wann? Donnerstag, den 25. Juni 2026, um 19 Uhr
[Korrektur] Im ersten Newsletter hieß es fälschlicherweise „28. Juni“. Danke für die Hinweise!
Wo? Eisenacher Straße 56, im Studio LucasFonts, 2. Hinterhof, 10823 Berlin-Schöneberg

Bis dahin, euer
Typostammtisch-Team


Typostammtische verpasst? Wer wissen möchte, wie es beim ersten und zweiten Verlagsabend oder neulich beim Stammtisch der Typostammtische zuging, wie wir die Abschlussarbeiten internationaler Type Masters ausstellen oder das große Eszett feiern, und welche Berliner Stadtteile wir bei unserem 3-fachen Schriftspaziergang 2025 erkundet haben, schaut in unser liebevoll gepflegtes Archiv

Designstudent unterstützen? Nick Tekautschitz befasst sich in seiner Bachelorarbeit mit der Wirkung von Schrift(-duktus) und bittet um rege Teilnahme an seiner Umfrage 1, Umfrage 2 und/oder Umfrage 3, inkl. Gewinnspiel und Information über die Ergebnisse, falls gewünscht.


Büchermonat in Berlin! Am 11. Juni eröffnet die Ausstellung 100 Jahre Fotografie und Presse in Berlin im Stabi Kulturwerk. Anja Lutz lädt am 12. Juni zu Cooking Alphabettes Soup ins A–Z. Der Wagenbach Verlag feiert in der Stabi am 16. Juni den 100. Band seiner Kleinen Kulturwissenschaftlichen Bibliothek. Und dann die Festivals! Am 13. Juni präsentieren sich Verlage und Magazine aus D/A/CH beim Lyrikmarkt im Rahmen des Poesiefestivals vom Haus für Poesie. Vom 26. bis 28. Juni (Vorprogramm ab 23. Juni) findet die MISS READ statt; diesjähriger Schwerpunkt ist Bibliodiversität, Vielfalt in Verlagswesen und Literatur. Als riesige Open-Air-Buchhandlung mit Veranstaltungszelten, Snack- und Leseinseln präsentiert sich am 27. und 28. Juni das Berliner Bücherfest auf dem Bebelplatz in Mitte. Wer zwischendurch selbst aktiv werden möchte: Ideal geht das am Samstag, den 27. Juni mit Sonja Knecht und Marianne Nagel im Double-Feature-Schnupper-Workshop Verdichtung – Text und Buch. Am 11. Juli lohnt sich der Ausflug zum LCB; zu erleben sind über 40 Kleine Verlage am Großen Wannsee. Für die Sommerpause: Im Palais Populaire ist bis Mitte August eine Riesensammlung schriftbasierter Kunst zu sehen – Seeing Words, Reading Images.


Die Titelzeile ist in TheSerif von Luc(as) de Groot gesetzt, erhältlich bei LucasFonts. Das Bücherregalbild ist von Sonja Knecht; darin ebenfalls TheSerif, Semilight Italic.

Nachbericht Typostammtisch der Typostammtische (#127)

Am Vorabend der in Berlin stattfindenden Fontstand-Konferenz luden wir zu einem Typostammtisch der Typostammtische. Das Studio LucasFonts war pickepackevoll und angeregte Gespräche gab es bis spät in den Abend. In den Vorträgen von Christine Gertsch (Typostammtisch Zürich), Chris Campe (Typostammtisch Hamburg) und Edgar Walthert (Letterspace Amsterdam) drehte sich alles um die Fragen: Wie geht Type Community in anderen europäischen Städten? Wer organisiert, wer trägt vor, wer kommt vorbei? Welche interessanten/lustigen/überraschenden Einblicke gibt es? Wir sollten es herausfinden … Doch zunächst: Fotoshoot unter der Regie von Olga Luchanok (immer: danke!):

Anwesende Typostammtischorganisator·innen aus vier Städten
Ähnliches Motiv in Farbe und draußen. Die prächtigen holländischen Tulpen im Garten kann man allerdings nur erahnen.
Extra angereist und bester Laune: Edgar Walthert (Amsterdam), Christine Gertsch (Zürich), Chris Campe (Hamburg).
Florian Hardwig initiierte den Typostammtisch Berlin 2006 gemeinsam mit Ivo Gabrowitsch.
Langjähriges Berliner Teammitglied und Dauerunterstützer: Olli Meier
Vor den Vorträgen gibt es eine Begrüßung und kurze Einleitung zum Typostammtisch Berlin durch Luc(as) und Sonja. Flo als Mitgründer kommt nach vorn.
Christine Gertsch

“The Goal was to keep it unprofessional
and we stick to it.”

Christines Vortrag ist in Kapitel eingeteilt und wir erfahren viel über die Züricher Community. Christine spricht über Orte, Menschen, Katzen und das Glück, vor dem Typostammtisch gemeinsam im See zu schwimmen.
Chris Campe

“I decided to organize Typostammtisch Hamburg, because I was tired of coming to Berlin.”

Chris hat Stammgast Joachim Tillesen mitgebracht – „als Sidekick“, wie sie sagt. Es geht um die Achse Hamburg-Berlin (Berlin-Hamburg?), Kontributor·innen und Typewalks mit Polizeieinsatz. Zum Schluss gibt uns Chris noch die Idee der tghh e.V. mit auf den Weg.

Edgar Walthert

“We organize the event once a month because irregular would be too risky to then not happen.”

Edgar gibt Einblicke in die Idee, Geschichte, Gestaltung und Finanzierung des Letterspace Amsterdam – und bringt das Jubiläumsbuch Letterspace 50 mit, das wir nach den Vortrag durchblättern dürfen. Community in Best- bzw. Buchform!
Blick ins Publikum. Voll war’s wieder einmal.
Nach den Vorträgen: Fragen, Antworten, Applaus und ein großes Dankeschön!
Danke an Olga Luchanok fürs Festhalten dieses schönen Abends in stimmungsvollen Bildern!

25./26.04.2026: 10 Jahre Mastering Type

Der Typostammtisch präsentiert eine einmalige Ausstellung: eine Übersicht über zehn Jahre internationaler Masterstudiengänge im Bereich Schrift. Sie findet in einem riesigen Ausstellungsraum am Kulturforum Berlin, Potsdamer Platz, statt. Viele hundert Plakate, wunderschöne Prozessbücher – ein ganzes Wochenende lang, der Eintritt ist frei.

Am Samstagnachmittag erwarten euch spannende Kurzvorträge von Studierenden und Alumni, die Einblicke in ihre Projekte und ihren beruflichen Werdegang in der Schrift‑ und Typobranche geben. Die Vorträge werden auf Englisch, teils auf Deutsch gehalten. Für Getränke im Ausstellungsraum ist gesorgt.

Was ist in zehn Jahren passiert? Welche sind die überzeugendsten Plakate?
Welche Trends haben sich durchgesetzt, und was hat die Welt nachhaltig verändert?

Die jubilierende Abschlussausstellung der Mastering‑Type‑Serie vereint Arbeiten aus Reading (UK), TypeMedia (NL), TypeParis (FR), ESADType (FR), ECAL (CH) und ANRT (FR), Tipo-g (ES) und UMPRUM (CZ) und UBA (AR).

Achtung: Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag statt. Am Sonntag gibt es die Gelegenheit, die Projekte noch einmal in Ruhe anzuschauen.

Typostammtisch presents a unique exhibition: an overview of ten years of international master’s programmes in type design, shown in a gigantic exhibition space at the Kulturforum Berlin, Potsdamer Platz. Hundreds of posters, beautifully crafted process books – all weekend long, free entry.

On Saturday afternoon, you can look forward to engaging short talks by students and alumni, offering insights into their projects and their professional paths within the type and typography industry. The talks will be held in English, with some in German. Drinks will be available in the exhibition space.

What has happened over the past ten years? Which posters are the most compelling? Which trends have come and gone, and what has brought lasting change to the world?

The anniversary final exhibition of the Mastering Type series brings together work from Reading (UK), TypeMedia (NL), TypeParis (FR), ESADType (FR), ECAL (CH), ANRT (FR), Tipo‑g (ES), UMPRUM (CZ) and UBA (AR).

Please note: The exhibition opens on Saturday. On Sunday, there will be an opportunity to view the projects again at leisure.


Das Programm im Überblick [Update 24.04.25]: / Program overview:

Samstag, 25.04. / Saturday

  • Ausstellung ist geöffnet von 11 bis 18 Uhr / Exhibition is open from 11 am to 6 pm
  • 13 Uhr: Eröffnung und Vorträge auf Deutsch und Englisch von / Exhibition opening and talks in German and English by Christoph DunstMartina FlorSven FuchsGergő KókaiAnton Koovit, Mathis PayetRosalie WagnerNir Yenni und Benn Zorn 
  • Ca. 16 Uhr (im Anschluss): Historische Buchstaben in der Kunstbibliothek, ein Vortrag von / Historic Letters in the Kunstbibliothek, a talk by Dr. Michael Lailach und Dr. Christina Thomson

Sonntag, 26.04. / Sunday

  • Ausstellung ist geöffnet von 11 bis 18 Uhr / Exhibition is open from 11 am to 6 pm

Zum Kalender hinzufügen / Add to calendar

Wo? / Where?
Ausstellungshalle im Kulturforum (barrierefrei), Matthäikirchplatz 4, 10785 Berlin / Exhibition hall at the Kulturforum (wheelchair accessible)

Wie? / How?
Durch den Haupteingang des Kulturforums kommend, seht ihr gegenüber schon die ersten Ausstellungswände. / Please go through the main entry of Kulturforum. On the opposite side of the hall, you can already see the first poster boards.

Bis dahin, wir freuen uns!
Typostammtisch-Team


Am 14. April hält Jutta Echterhoff einen Vortrag bei der tgm zum Thema Bücher geben Haltung – und wir können auch online dabei sein. Vom 17. bis 19. April finden die Typotage in Leipzig statt. In Berlin-Kreuzberg ist bis 18. April (Finissage) Handschrift in Anwendung zu sehen: Manuskripte von Sonja Knecht in der Ausstellung Verzerrt. Am 27. April findet die Beyond Tellerrand Konferenz in Düsseldorf statt, unter anderem mit einem Vortrag vom Kimya Gandhi und einem Book Launch von Elliot Jay Stocks. Zurück nach Berlin: Am 7. Mai geben Sylvain Mazas und Georg Seifert im Rahmen der Comic Invasion einen Workshop zur eigenen Comic-Schrift. Die Comic Invasion selbst findet vom 9. bis 10. Mai im Museum für Kommunikation statt. Bis zum 29. Mai ist in der Galerie Liquid Times die Ausstellung „Overwrite“ zu sehen, in der es um das Übermalen von Pieces geht. Im Palais Populaire ist bis 17. August die Written Art Collection zu Besuch; neben der tollen Ausstellung gibt es Begleitveranstaltungen: Seeing Words, Reading Images.


Die Titelzeile ist in der Rapida L von Michelangelo Nigra gesetzt. Im Beitragsbild sind folgende Schriften zu sehen: Garnish von Anagha Narayanan, Cosm von Benn Zorn, Tweak von Katja Schimmel, Tarisel von Martin Brendecke, Kompas von Hanna Boslau. Es sind Abschlussprojekte, die ausgestellt werden.

09.04.26: Typostammtisch der Typostammtische

Mit der Fontstand Konferenz kehrt dieses einzigartige Schriftkonferenz-Hochgefühl nach Berlin zurück und Schriftbegeisterte von nah und fern freuen sich wie Bolle. Zum informellen Auftakt besuchen uns am Vorabend der Konferenz Organisator·innen der Type Communities aus drei europäischen Städten. Wir freuen uns auf Chris Campe (Typostammtisch Hamburg), Edgar Walthert (Letterspace Amsterdam) und Christine Gertsch (Typostammtisch Zürich). Sie stellen uns die Type Communities und Veranstaltungen in ihren jeweiligen Städten vor. Ein Abend, um alte Freund·innen und neue Bekannte zu treffen, sich zu vernetzen, zu engagieren* und die Community zu feiern.

Let’s celebrate community! The evening before this year’s Fontstand conference is happening in Berlin, we will welcome speakers who organise type communities in different European cities. Chris Campe (Typostammtisch Hamburg), Edgar Walthert (Letterspace Amsterdam) and Christine Gertsch (Typostammtisch Zurich) will talk about their experiences and encourage networking and involvement in the type community. The talks will be in German and English. Come along and meet new acquaintances and old friends!

Wir freuen uns auf euch!
Euer Typostammtisch-Team

Wann? Donnerstag, 09. April, Beginn 19:00, Einlass 18:30
Wo? Eisenacher Straße 56, im Studio von LucasFonts, 2. Hinterhof, 10823 Berlin-Schöneberg


In eigener Sache:

Gemeinsam feiern wir 10 Jahre Mastering Type Ausstellung – diesmal im Kulturforum! Eröffnung und Symposium am 25. April, die Ausstellung ist auch am 26. April geöffnet.

* Stichwort Engagement: Wie ihr alle wisst, muss das Buchstabenmuseum aus seinen Räumen ausziehen. Im April werden deshalb jede Menge helfende Hände benötigt. Bitte meldet euch bei Barbara Dechant: kontakt@buchstabenmuseum.de.


Thematisch passend werfen wir den Veranstaltungsblick weit über Berlin hinaus. Am 31. März sprechen beim Letterform Archive Peter Biľak und Anurag Gautam über indische Schriften – online. Am 11. April findet der Tag der Schrift in Zürich statt, dort wird u.a. Ulrike Rausch zu Gast sein. Weiter geht’s nach München: In der Pinakothek der Moderne läuft noch bis zum 12. April die Ausstellung Sweeter Than Honey – ein Panorama der Written Art. Der Besuch lässt sich gut verbinden mit der Dauerausstellung Schrift.Code.Zeichen im Deutschen Museum München. Am 14. April hält Jutta Echterhoff einen Vortrag bei der tgm zum Thema Bücher geben Haltung – und wir können auch online dabei sein. Am 27. April findet die Beyond Tellerrand Konferenz in Düsseldorf statt, unter anderem mit einem Vortrag vom Kimya Gandhi und einem Book Launch von Elliot Jay Stocks. Zurück nach Berlin: Am 7. Mai geben Sylvain Mazas und Georg Seifert im Rahmen der Comic Invasion einen Workshop zur eigenen Comic-Schrift. Die Comic Invasion selbst findet vom 9. bis 10. Mai im Museum für Kommunikation statt. Bis zum 29. Mai ist in der Galerie Liquid Times die Ausstellung „Overwrite“ zu sehen, in der es um das Übermalen von Pieces geht.


Die Titelzeile ist gesetzt aus der ABC Schengen Zone (Titelbild: ABC Schengen B) von Seb McLauchlan und Luke Charsley, erschienen bei Dinamo. Die Zeile wurde – frisch auf dem Toolsabend im März kennengelernt – mithilfe des TypePad InDesign VF-Plugins von Studio HanLi gestaltet.

19.02.26: Britt Möricke

Mit über 35 Jahren Erfahrung erkundet Britt Möricke unablässig die Welt der Typografie und inspiriert ihre Studierenden in Rotterdam, ihren eigenen kreativen Weg zu gehen. Derzeit schreibt sie ein Buch über Typografie. Arbeitstitel: I HATE TYPOGRAPHY. „Da ich nicht an Multitasking glaube, werden meine Typografiekurse bis auf Weiteres verschoben …“

An diesem Abend wird Britt von der schnellen Entwicklung ihres Interesses für Schrift erzählen und ihre Erfahrungen an der Akademie in Den Haag (im Volksmund „het Haagse pootje“ genannt) mit uns teilen. Außerdem wird sie uns das Mercator-System und die Geschichte der Kursivschrift erläutern und auf ihr Handschrift-Lehrbuch eingehen. Im Anschluss gibt es eine kurze Session für alle, die Feedback und Ratschläge zur Verbesserung ihrer Handschrift erhalten möchten.

(Der Vortrag ist in englischer Sprache)

With over 35 years of experience, Britt continues to explore the world of typography and inspire her students in Rotterdam to discover their own creative paths. Currently Britt is writing a book about typography. Working title: I HATE TYPOGRAPHY. “Since I don’t believe in multitasking, my courses in typography will be postponed till later notice…”

On this evening, Britt will talk about the rapid development of her interest, she will address her experiences at the academy in Den Haag (referred to as “het Haagse pootje”) followed by an explanation of the Mercator system and the history of italic script. She will also discuss her handwriting manual. Finally, Britt will offer a short session for anyone interested in receiving immediate feedback and advice on how to improve their handwriting.

Wir freuen uns auf euch!
Euer Typostammtisch-Team

Wann? Donnerstag, 19. Feburar, Beginn 19:00, Einlass 18:30
Wo? Eisenacher Straße 56, im Studio von LucasFonts, 2. Hinterhof, 10823 Berlin-Schöneberg


In eigener Sache:

AUFRUF! Nächsten Monat findet der Typostammtisch am 19.3. statt und steht unter dem Thema „Tools“. Hast du ein schriftrelevantes Tool (egal ob digital oder analog), Script, Programm, Plugin oder sonstiges Helferlein programmiert, das du mit uns teilen möchtest? Dann melde dich bei uns bis zum 19.2. mit deinem Themenvorschlag für einen kurzen Vortrag (5min) mit anschließender Möglichkeit, die Themen in Grüppchen zu vertiefen. Wir freuen uns auf deine Initiative!

CALL! Next month’s Typostammtisch on 19.3. will be all about tools! Have you made a type-related tool (no matter if it’s digital or analogue), script, program, plugin or some other helpful thingy that you want to share with us? Then please reach out with your topic for a short talk (5 min) until 19.2. Afterwards, there will be options to dive deeper into the topic in smaller groups. We are looking forward to your idea! 


Noch bis zum 14. Februar zeigt die Galerie Vincenz Sala schriftbasierte Kunst in ihrer PAROLES group show II. Um Scherenschnitte geht es in der Ausstellung „Schere–Stil–Papier. Lettegrafik x Johanna Beckmann“, zu sehen bis zum 1. März im Kulturforum. In der Berlinischen Galerie läuft bis zum 16. März die Ausstellung „Raoul Hausmann: Vision. Provocation. Dada“ mit collagierter Schrift. Die Fontstand-Konferenz kommt nach Berlin! 10.–11. April, Silent Green, Tickets und Workshopplätze sind bereits buchbar. Bis zum 12. April kann man die Ausstellung „ENTWERTER/ODER und das sogenannte Zeitschriftenunwesen“ im Willy-Brandt-Haus besuchen. Dort wird es einen Filmabend am 26. Februar geben. Im Humboldtforum sind Manuskripte verschiedener Sprachfamilien in einer Wechselpräsentation mit dem Titel „Sprachfamilien“ zu sehen – noch bis Mitte des Jahres.


Die Titelzeile ist gesetzt aus Britts Schreibanleitungsschrift.

Nachbericht 123. Typostammtisch: Dafi Kühne

An diesem Donnerstagabend durften wir Besuch aus der Schweiz begrüßen, genauer gesagt von Dafi Kühne aus Zürich! Einige Minuten vor Beginn war der gut bestuhlte Raum im Studio bei LucasFonts noch recht leer, doch plötzlich betraten alle auf einmal den Raum und die Plätze waren in kurzer Zeit belegt. Viele altbekannte Gesichter waren dabei, und es fanden auch einige Besucher·innen zum ersten Mal ihren Weg zum Typostammtisch.

Dafi, der uns an diesem Abend einen Einblick in seine Arbeit gewährte, ist Grafikdesigner und Letterpress-Plakatgestalter. Er erzählte von seinem Atelier mit Druckpressen, viele davon aus den 1960er-Jahren, und zeigte in seinem Vortrag nach und nach verschiedene Poster und Posterserien. Häufig umriss er den Kontext und die Zielgruppe der einzelnen Poster, so gestaltete er ein Poster für die RICE University und druckte recht abstrakte Varianten der Buchstaben R, I, C und E auf seine Posterserie. Für Außenstehende vielleicht nicht direkt erfassbar oder lesbar, sei Lesbarkeit immer eine Frage der Zielgruppe, so Dafi. Er erwarte von Personen auf dem Campus der RICE University auch die Fähigkeit, die Buchstaben auf den Postern zu erwarten und zu dechiffrieren. Auf die Aussage, Lesbarkeit sei eine Frage der Zielgruppe, folgte ein Lachen aus dem Publikum – insgesamt war der Vortrag geprägt von recht viel Lachen oder doch zumindest Schmunzeln.

Für weiteres Schmunzeln sorgte ein Plakatentwurf als Lösungsansatz für toxische Typografie im öffentlichen Raum. Das Poster, so Dafi, biete typografisches Detox. Gedruckt auf Transparentpapier und versehen mit dem auf die Rückseite des Posters gedruckten Wort „DETOX“ lässt sich das Poster im öffentlichen Raum über jegliche als toxisch empfundene Typografie drüber tapezieren. Dies ist sicherlich ein veranschaulichendes Beispiel für den sehr humorvollen Ton des Vortrags.

Einen wichtigen Teil des Abends stellte aber auch das Zeigen der Gestaltungsprozesse dar – von der Idee bis zum häufig sehr langen und analogen Prozess der Umsetzung. Wenn Dafi stundenlang Sachen auf die Presse übertragen müsse, so sei das für ihn ein schöner Vormittag. Überhaupt lebte dieser Abend von Dafis Spaß an seiner Arbeit, von der Leidenschaft zu analogen und aufwändigen Druckprozessen und von der Liebe zu Details. Parallel zum Erzählen zeigte Dafi im Hintergrund an der Leinwand zahlreiche Videos aus dem Atelier – nicht selten gefolgt von Nachfragen zur exakten Fertigungstechnik aus dem Publikum.

Nach dem Vortrag durften wir einige mitgebrachte Plakate in echt ansehen, viele davon im Weltformat und damit einen ganzen Tisch ausfüllend. Der Abend endete mit Getränken, langen Gesprächen, allgemeinem Staunen und Beseeltheit von so viel Leidenschaft fürs Handwerk. Danke an Dafi und alle Besucher·innen!

Alle warten in Vorfreude, während die letzten Personen noch den Raum betreten.
Auch vor dem Vortrag ist schon Zeit für Wiedersehen und Austausch.
Los geht’s!
Dafi zeigt die Wirkung einer optischen Täuschung, die er für die Gestaltung eines Posters nutzt (die Linien sind parallel!).
Wenn Dafi im Vortrag von einem Plakat erzählt, das er auch physisch dabei hat, so hält er es zwischendurch hoch und spricht dabei weiter.
Zum Gestaltungsprozess dieses Posters erzählt Dafi: „Das Auswaschen im Waschbecken war dann wirklich unschön. Da hab ich die Ätzung in die Autowaschanlage gebracht.”
Nach dem Vortrag: großer Andrang an den zwei Tischen, auf denen Dafi seine Poster ausgelegt hat.
Detail der Poster. Auch die Materialität spielte insgesamt eine große Rolle im Vortrag und in den Gesprächen.
Immer wieder schön zu sehen, dass der Typostammtisch auch unabhängig vom jeweiligen Vortrag des Abends eine willkommene Gelegenheit zum Austausch bietet.
Kleine Stärkung vor dem Typostammtisch
Während des Anschauens der Poster werden weitere Fragen gestellt und beantwortet.

Fotos: Olga Luchanok

16.10.2025: Dafi Kühne

Dafi Kühne ist Grafikdesigner und Letterpress-Plakatgestalter aus der Schweiz. Auf der Website seines Studios Babyinktwice.ch können wir bereits seinen leidenschaftlichen, manuellen und spielerischen Ansatz zur Typografie und Plakatgestaltung erahnen – und diese Eindrücke im Oktober persönlich festigen, denn Dafi kommt aus Zürich nach Berlin und macht Halt beim Typostammtisch.

Ein Abend für Freund·innen analoger Druckkunst, unterhaltsamer Vorträge und für alle, die sich dafür interessieren, wie Ideen vom Kopf über die Hand durch die Presse aufs Papier kommen. Wir versprechen: Es wird viel zu sehen geben!

Wann? Donnerstag, 16. Oktober 2025, 19 Uhr
Wo? Eisenacher Straße 56, im Studio von LucasFonts, 2. Hinterhof, 10823 Berlin-Schöneberg

Bis dahin, euer
Typostammtisch-Team


Am 1. Oktober gibt es einen Book Launch mit Ausstellungseröffnung „On the Edges of Graphic Design from A–Z“ im gleichnamigen A–Z presents. Ebenfalls am 1. Oktober findet in der Kunstbibliothek eine Veranstaltung zum Jubiläum der druckgrafischen „Edition Spätdruck“ von Typograf und Buchgestalter Matthias Gubig statt. Bye, bye, Buchstabenmuseum: nur noch bis 5. Oktober! Am 7. Oktober spricht Franziska Weitgruber bei der tgm über „Impuls & Fantasie in der Schriftgestaltung“ (Stream verfügbar). Ab dem 19. Oktober läuft die Ausstellung „Materialisierte Heiligkeit – Jüdische Buchkunst im rituellen Kontext“ im StaBi Kulturwerk. Am 22. Oktober gibt Daniel Arab einen Workshop für Jugendliche ab 13 Jahren mit dem Titel „Calligraffiti“ im Haus Bastian des Museums für Islamische Kunst. Bis zum 26. Oktober könnt ihr die Gruppenausstellung „Zeichen zur Zeit – Eine Ausstellung zur Schrift“ im Sans Titre in Potsdam besuchen, mit Performances am 3. und am 11. Oktober. Am 30. Oktober geht es bei der tgm nicht darum, wie geschrieben wird, sondern was: „Sprachkultur in Motion“ – ein Hybrid-Vortrag von Dr. Kathrin Kunkel-Razum. Noch bis zum 21. Dezember läuft die Ausstellung „Dialog der Linien – Frieden durch Schrift“ mit Kalligrafien von Haji Noor Deen Mi Guangjiang im Forschungscampus Dahlem.


Die Titelzeile ist in der Liebe Heide Brush von Ulrike Rausch gesetzt, erschienen bei Liebe Fonts.
Das Titelbild zeigt ein Portrait von Dafi Kühne, aufgenommen von Peter Hauser, sowie das aus der Szene entstandende Plakat „Typographic Disillusion“.

Nachbericht 121. Typostammtisch: Bye-bye Buchstabenmuseum

Es war ein trauriger Anlass, aber ein sehr schöner Abend. Zum 20-jährigen Jubiläum und zum vorerst letzten Mal fand sich die Berliner Schriftgemeinde im Buchstabenmuseum unter den Bögen des S-Bahnhofs Bellevue ein; die große Eingangshalle war bis auf den letzten Stehplatz besetzt. Volles Haus!

Barbara Dechant, Inhaberin der wahrscheinlich größten Sammlung gebauter Buchstaben der Welt und dereinst zusammen mit Anja Schulze Gründerin des Museums, berichtete mit ihrem buchstäblichen Weggefährten Till Kaposty-Bliss zusammenfassend aus ihren Erinnerungen, aus der wildbewegten Geschichte der Sammlung und des Museums. Die Rede war sogar von einem gedankenlosen, kindischen und höchst kostspieligen Buchstabenraub, verbrämt als Kunstaktion, vor allem aber von besonderen Fundstücken, von Buchstabenbergungen unter widrigen und fröhlichen Umständen bis hin zu gewagten Rettungsaktionen, egal bei welchem Wetter. Die diversen Umzüge kosteten besonders viel Arbeit und wurden von vielen helfenden Händen begleitet. Das Buchstabenmuseum ist ein eingetragener Verein und viele der Mitglieder beteiligten sich nicht nur mit den mindestens 26 Euro pro Jahr, sondern halfen tatkräftig mit, trugen Buchstaben von A nach B, bauten Ausstellungen auf oder um, strichen Wände. Es ist seltsam, dies nun in der Vergangenheitsform schreiben zu müssen.

Die letzten Tage sind angezählt.

Die gute Nachricht ist, dass das Museum als Sammlungslager vorerst bestehen bleibt. Auch der Verein hat weiterhin Bestand. In absehbarer Zeit muss ein neuer, dauerhafter Verwahrungsort für die prächtigen, aber sperrigen, zum Teil sehr großen Lieblinge gefunden werden. Bis dahin soll es noch mindestens eine Sonderverkaufsaktion überzähliger Buchstaben und Inventars an interessiertes Publikum geben. Auch haben vereinzelte Berliner Museen Interesse an für sie thematisch passenden Teilbeständen der Buchstabensammlung bekundet; Barbara Dechant zieht mittelfristig diese Möglichkeit in Betracht – besser, als die ganze Sammlung zu zerpflücken und in ihre Einzelteile aufzulösen. Selbstverständlich wäre es ihr lieber, und allen Buchstabenfans ebenso, dass diese weltweit einmalige, historische Sammlung gebauter Lettern im Ganzen erhalten bleibt. Vielleicht findet sich doch noch ein finanzstarker Sponsor, eine Käuferin, eine Institution, die die komplette Sammlung erwirbt und das Museum wiederaufleben lässt?

Das Buchstabenmuseum Berlin ist nur noch bis Sonntag, den 5. Oktober geöffnet!

Bericht und Bilder aus der bewegten Museumsgeschichte, zusammengefasst von Buchstabenfreundin und (natürlich) Vereinsmitglied Sonja Knecht: Große Buchstaben, große Liebe

Ein paar Erinnerungen an den Abend vom 7. August 2025:

Jubiläum und Abschied – und Neubeginn?
Stadtbahnbogen 424, 10557 Berlin – volles Haus an jetzt schon legendärer Adresse …
Museumsgründerin Barbara Dechant (hier im Interview vom Museumsverband) und Vorstandsmitglied Till Kaposty-Bliss atmen zu Beginn des Abends noch einmal tief durch.
Publikum auf der Innenseite der Eingangshalle mit einem besonderen Hingucker im Hintergrund.
Alle Fotos: Team Typostammtisch

7. August 2025: Buchstabenmuseum

das Ende
Schlussstriche

Ein letzter Abend zwischen leuchtenden Lettern

Am 7. August treffen wir uns noch einmal im Buchstabenmuseum – einem Ort, an dem Buchstaben, aber auch Geschichten, Erinnerungen und das visuelle Erbe unserer Stadt bewahrt werden. Barbara Dechant, die Seele des Museums, gewährt uns Einblicke in die Sammlung – und in das, was sie so besonders macht. Sie erzählt von den bewegendsten Momenten, den Herausforderungen und der Leidenschaft hinter dem Sammeln; von dem, was es bedeutet, ein solches Museum am Leben zu halten. Offen spricht sie auch über das, was viele nicht sehen: dass diese Sammlung mehr kostet, als sie einbringt. Und dass die Ausstellung in den S-Bahnbögen bald endgültig schließen muss.

Für alle, die das Museum noch nicht kennen: Hier leuchten die Schriftzüge vergangener Jahrzehnte – aus Ost und West, von kleinen Läden und großen Marken, von Orten, die es längst nicht mehr gibt. Im Buchstabenmuseum wird sichtbar, wie sich Berlin verändert – und spürbar, was dabei verlorengeht.

Der Ablauf: Einlass (kostenfrei) ab 18 Uhr, Barbaras Vortrag beginnt gegen 19 Uhr.
Danach habt ihr ein letztes Mal die Gelegenheit, die Ausstellung gemeinsam zu erleben. (Der Eintritt der separaten Ausstellung ist kostenpflichtig – einige Coronahilfen müssen noch zurückgezahlt werden.) Kommt vorbei, bringt Freund·innen mit – und lasst uns zusammen Abschied nehmen von einem Ort, der Berlin ein Stück Seele bewahrt hat.

Wo? Im Buchstabenmuseum, Stadtbahnbogen 424, 10557 Berlin.
Das ist in der Nähe des S-Bahnhofs Bellevue direkt unter der Bahnstrecke. Der Eingang zum Buchstabenmuseum ist ein großes rotes Tor auf der Hochhausseite (Hansaviertel). 


Berlin HKW 28 – 29 August: Forward Festival (creativity)
Forward Festival Berlin 2025 – The Creative Hub for Design & Inspiration

Berlin 30 August: Lange Nacht der Museen
Japanische Kalligrafie Workshop
Zeichen der Liebe: Kalligrafie-Workshop mit Sugano Matsusaki | Lange Nacht der Museen
Sütterlin-Workshop
Ein Liebesgruß in Sütterlin | Lange Nacht der Museen

Berlin 10 – 14 September: Berlin Art Week (Kunstfestival)
Berlin Art Week

Potsdam 12 – 14 September: Hypergraphia (Graffiti, Street-Art, Performances, Ausstellungen, Konzerten, Filmvorführungen, Gesprächsrunden und vielem mehr)
Hypergraphia

Berlin 26 – 27 September: Kalligrafie – Schrift schreiben wird zu Schriftbildern
Kalligrafie – Schrift schreiben wird zu Schriftbildern Grafik 2.25.1 | Lette-Akademie Berlin


Die Titelzeile ist gesetzt in der Buchstabenmuseum-Schrift von LucasFonts. Man kann sie auf der Museums-Website kostenlos herunterladen.