15.05.2019: Typostammtisch international

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Im Mai erwartet uns ein Blick weit über den Berliner Speckgürtel hinaus. Am Vorabend der Premierenausgabe von Berlin Letters (und ausnahmsweise an einem Mittwoch!) freuen wir uns im Buchstabenmuseum auf Kimya Gandhi und Rob Keller.

Alteingesessenen Schriftbegeisterten ist Rob bestimmt noch ein Begriff. Seit Mai 2011 betrieb er in Prenzlauer Berg die Mota Italic Gallery, eine Mischung aus Schriftgestaltungsbüro, Galerie und Fachbuchhandlung. Mit regelmäßigen Ausstellungen und Workshops wurde sie schnell zu dem internationalen Treffpunkt für typografischen Austausch in der Stadt. Im September 2014 verabschiedete Rob sich dann mit einem Vortrag beim Typostammtisch von Berlin. Mit im Gepäck nach Mumbai trug er offenbar auch die Idee, dort einen Typostammtisch zu gründen.

Seit 2017 veranstalten Kimya und Rob gemeinsam mit Tanya George den Typostammtisch Mumbai. Neben Vorträgen und Diskussionsrunden werden regelmäßig eigene Arbeiten in einem „Show & Tell“-Format gezeigt und beim „Type Cooking“ neue Buchstabenformen erforscht. Bei uns sprechen Kimya und Rob über Aufbau und Aufrechterhalten einer Schriftgemeinschaft. Sie beleuchten die Chancen und Herausforderungen bei der Organisation eines neuen Typostammtischs und lassen uns an ihren Erfahrungen teilhaben.

Apropos „Typostammtisch International“: Vergleichbare, aktive Formate gibt es neben Mumbai auch in Weimar, Hamburg, Wien, Amsterdam, Antwerpen, Zürich, Basel, London, Toronto und Vancouver.

Der Vortrag findet auf Englisch statt.

Wir freuen uns darauf,
euer Typostammtisch-Team

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In May we will take a look way beyond Berlin’s exurbs. On the eve of the inaugural Berlin Letters festival we are very happy to welcome Kimya Gandhi and Rob Keller at Berlin’s Buchstabenmuseum.

Long-established letter loving people from Berlin and beyond may already know Rob. Since May 2011 he ran Mota Italic Gallery in Prenzlauer Berg, a type foundry, gallery and specialist bookshop hybrid. With regular exhibitions and workshops it quickly established itself as an international venue for typographic exchange. In September 2014 he waved goodbye to Berlin and moved to Mumbai, keeping the Typostammtisch idea in the back of his head.

In 2017 Kimya and Rob partnered with Tanya George to organize Typostammtisch Mumbai. In addition to presentations and discussions active participation is in demand when personal projects are highlighted in “Show & Tell” evenings or “Type Cooking” sessions. At Typostammtisch Berlin Kimya and Rob talk about the building and preservation of a type community. They highlight the chances and challenges when organizing a new Typostammtisch and share their experience with us.

Talking of Typostammtisch: Besides Mumbai, comparable events can also be found in Weimar, Hamburg, Vienna, Amsterdam, Antwerpen, Zürich, Basel, London, Toronto and Vancouver.

The talk will be in English.

See you soon in Berlin,
your Typostammtisch Team

Wann? / When?
Mittwoch, 15. Mai, um 19:00 Uhr
Wednesday, 15th of May, at 7 pm

Wo? / Where?
Buchstabenmuseum
Stadtbahnbogen 424
10557 Berlin-Hansaviertel

U-Bahn: U9 → Hansaplatz
Bus: 106, N26 → Hansaplatz, N9 → Bachstraße
S-Bahn: S5, S7 & S75 → S Bellevue


Im Scriptorium Berlin finden in den kommenden Wochen Workshops zu den Themen Fileteado porteño, Gebrochene Schrift und Illumination statt. Das Tempelhof Museum zeigt noch bis 30. Juni die Ausstellung Druckfrisch aus Tempelhof! Blicke in das Ullsteinhaus. In der Galerie im Körnerpark in Neukölln bietet derzeit das Projekt DRUCK DRUCK DRUCK ein abwechslungsreiches Programm mit Diskussionsrunden, Präsentationen und einer ständig wachsenden Ausstellung zwischen Risograph, Siebdruck, Mimeograph, Hochdruck und Xerox.


Die Titelzeile wurde gesetzt in einem noch namenlosen Schriftentwurf von Kimya Gandhi.
Das Titelbild stammt vom Typostammtisch Mumbai.

Nachbericht 84. Typostammtisch: Schrift in Magazinen

Sonnige 26 Grad und überhaupt passte alles für einen perfekten Abend in unserer derzeit größten Location, LucasFonts in Berlin-Schöneberg, wo wir uns auch auf die Hinterhofgartenterrassen ausbreiten können. Schätzungsweise rund 150 Gäste gaben sich die Ehre. Es fühlte sich jedenfalls an wie ein neuer Rekord und viele neue Gesichter waren dabei, kein Wunder, ging es doch dieses Mal explizit um die Anwendung von Schrift, um Typografie. In Magazinen. Ja, Print.

Wie werden Schriften ausgewählt, wie und warum werden welche gestalterischen Entscheidungen getroffen? Profis vier ganz unterschiedlicher Print-Publikationen stellten sich, ihre Ideen und Konzepte vor.

Kennenlernen und kleine Stärkung vor dem Auftritt: Fabian Meier-Bode und Peer Hempel für bauhaus now, Lisa Klinkenberg und Daniela Burger vom Missy Magazine.

bauhaus now ist das offizielle, zweisprachige Magazin des Bauhaus-Verbunds und geht der Frage nach „Was bedeutet das Bauhaus heute?“. Fabian Maier-Bode und Peer Hempel von der Berliner Markenagentur Stan Hema stellten es bei uns vor und machten deutlich, dass und wie hier Inhalt und Gestaltung zusammenhängen: Die Elemente Bild und Zitat „schieben von links und rechts rein“ in die mit Fließtext gut gefüllten Seiten, „Elemente drängen sich“; es geht hier um das Erweitern und Sprengen von Grenzen – bei einer Auftragspublikation.

Entspannt: Fabian Meier-Bode und Peer Hempel von Stan Hema eröffnen den Abend mit ihrem Vortrag zu bauhaus now.

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25.04.2019: Schrift in Magazinen

In der April-Ausgabe gehen wir beim Typostammtisch folgender Frage nach: Wie wird aktuell mit Schrift in Magazinen umgegangen? Genau genommen gehen nicht wir dieser Frage nach, sondern haben wir Magazin-Typografie-Profis eingeladen, um uns zu diesem Thema zu erzählen.

Beehren werden uns die gestalterisch Verantwortlichen vier unterschiedlicher Magazine. Der Mix könnte bunter nicht sein:
bauhaus now ist das offizielle Magazin des Bauhaus-Verbunds und geht der Frage „Was bedeutet das Bauhaus heute?“ nach; es erscheint in zwei Sprachen und bei uns vorstellen werden es Fabian Maier-Bode und Peer Hempel (Gestaltung).
Die Epilog aus Berlin/Weimar ist eine Zeitschrift zur Gegenwartskultur und versucht laut eigener Beschreibung „den großen Wandel in den kleinen und alltäglichen Dingen zu entdecken“; wir freuen uns auf Viola Kristin Steinberg (Art Direction).
FAZ Quarterly widmet sich, ebenfalls Selbstbeschreibung, „mit intellektuellem Tiefgang, souveräner Stilsicherheit und visueller Opulenz“ viermal im Jahr auf 180 Seiten dem Thema Zukunft; zu uns kommen Catrin Sonnabend und Julia Vukovic (Art Direction).
Missy Magazine steht für Pop, Politik und Feminismus, erscheint seit 2008 und ist mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren integraler Bestandteil hiesiger Gegenwartskultur; uns beehren Daniela Burger und Lisa Klinkenberg (Art Direction, Grafik).

Wann? Am Donnerstag, den 25. April 2019 um 19 Uhr
Wo? Bei LucasFonts, Eisenacher Straße 56, 10823 Berlin-Schöneberg
U-Bahn: U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: S1 bis Julius-Leber-Brücke oder S1, S41, S42, S45, S46 bis S-Bahnhof Schöneberg
Bus: M48, M85, 104, 187, N42 bis Albertstraße

Herzlich grüßt
euer Typostammtisch-Team.


Berlin Letters, das neue Buchstabenfest (Lettering, Schriftgestaltung, Typografie) auf dem prominenten Sendeplatz vom 16. bis 18. Mai, steht fast vor der Tür. Mit Glück gibt’s noch Tickets und Plätze im Workshop eurer Wahl! Bis 25. Mai sind die typografischen Inszenierungen von Urgestein, Stammgast und Typostammtischsprecher Klaus Räum in Königs Wusterhausen zu sehen: „Buchstaben-Kabarett“. Nicht verpassen! Auch die Ausstellung „A wie Jüdisch“ im Jüdischen Museum dreht sich natürlich um Buchtaben, nämlich die des hebräischen Alphabets.


Das Titelbild zeigt eine Collage aus Covern der vorgestellten Magazine. Die Titelschrift wurde gesetzt in der Halunke von Elena Schneider, erschienen bei Future Fonts.

Nachbericht 83. Typostammtisch: Nadezda Kuzmina

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Die Sonne ist nicht mehr zu sehen an diesem Abend, der Frühling ließ sich aber tagsüber bereits erahnen. Insofern kein unpassender Ort für die Frühlingsstimmung, die in der Luft liegt: Der Typostammtisch ist wieder einmal zu Gast im Sonnenstudio. Gastgeberin und Typostammtisch-Teammitglied Sol Matas ist jüngst von einer Indienreise zurückgekommen und hat entsprechend aufgefahren; indische Snacks werden zu den Getränken gereicht. Der Hingucker sind Sols kunstfertig mit Henna bemalte Hände, auf denen sich sogar das Kürzel TST findet. Welch Hingabe zum Typostammtisch – man ist verzückt …


Frühlingsambiente im Sonnenstudio
Spring vibes in the Sonnenstudio

2 Handrücken + 1 Handfläche = 45 min Stillsitzen
2 backs of the hand + 1 palm = 45 min of sitting still

Im Vorfeld des heutigen Vortrags kommt es neben dem üblichen „Hallo“ zu spontanen Buchvorstellungen (Ulrike Rausch zeigt ein frisch gedrucktes Exemplar von Making Fonts). Man sichtet zudem seltene Gäste (Toshi Omagari ist aus London angereist) und bekommt den Eindruck, dass es ziemlich schnell ziemlich voll wird. Schön! Weiterlesen “Nachbericht 83. Typostammtisch: Nadezda Kuzmina”

21.03.2018: Nadezda Kuzmina

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Für den dritten Typostammtisch in diesem Jahr laden wir euch mal wieder ins Kreuzberger Sonnenstudio ein. Möge dies ein Omen sein für baldigen Frühling!

Nadezda Kuzmina gibt uns Einblicke in Videospiele, selbstverständlich mit Typografiebezug. Wenn wir über Schrift sprechen, so meinen wir meistens Fonts für Web- und Interface-Design oder natürlich traditionelles Printdesign. Ein weiteres Feld mit ganz eigenen Besonderheiten sind Videospiele. Bei der Erstellung einer Pixel-Art-Schrift für ein Videospiel setzte sich Nadezda damit auseinander. In ihrem Vortrag wird sie uns erzählen, wie sie ihre Schrift entworfen und entwickelt hat, und über besondere Eigenschaften der Schriftgestaltung in Videospielen sprechen. Nadezda Kuzmina lebt in Berlin, studiert Interface Design an der FH Potsdam und arbeitet bei LucasFonts als Designerin und Webentwicklerin.

Vortrag auf Englisch.

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For this year’s third Typostammtisch, we are happy to welcoming you at the wonderful location of the Sonnenstudio in Kreuzberg—in the hopes that this may inspire spring to arrive!

Nadezda Kuzmina will talk about the vast world of video games and, of course, especially about typography in this context. Wherever type is mentioned, we usually think of web or interface typography, or classic print design. Seldom are video games part of this discussion, despite it offering many new facets and own special challenges. Nadezda delved deep into this subject during her own pixel font project and will offer some of her experiences in her talk, outlining her development and design process as well as the special challenges in the world of typography in video games. Nadezda Kuzmina lives in Berlin and studies interface design at the FH Potsdam. She is employed as a designer and web developer at LucasFonts.

The talk will be in English.

Wann? Donnerstag, 21. März 2019, 19 Uhr
Wo? Im Sonnenstudio, Lausitzer Straße 10, Aufgang C, 3. Etage, 10999 Berlin-Kreuzberg
U-Bahn: U1 bis Görlitzer Bahnhof, U8 bis Kottbusser Tor oder Schönleinstraße
Bus: M29 bis Görlitzer Bahnhof oder Spreewaldplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team.


Am 28. März 2019 findet ein Werkstattgespräch mit Bernard Stein im Rahmen der neuen Reihe „Visuelle Systeme – interdisziplinäre Perspektiven auf Schrift und Typografie“ an der Staatsbibliothek statt. Am 11. April um 19 Uhr eröffnet Anja Lutz (The Green Box) ihre Galerie AZ in der Torstraße 93 in 10119 Berlin-Mitte (Instagram) mit der Ausstellung „Library of Shapes, Texts and Structures“ von Andrea Tinnes (geöffnet auch 12./13. April 12–20 Uhr und ab 14. April nach Vereinbarung). Bis zum 28. April läuft in der Sammlung Scharf-Gerstenberg die Ausstellung „Max Erst – Zeichendieb“, in der es unter anderem um Geheimschrift geht. Und Berlin Letters rückt näher, die neue Eventhoffnung, die den prominenten Sendeplatz Mitte Mai übernimmt. Noch keine Tickets? Na dann los! Außerdem empfehlen wir einen Frühlingsausflug nach Königs Wusterhausen: In der dortigen Flurgalerie am Bahnhofsvorplatz 5 sind die typografischen Inszenierungen von Urgestein, Stammgast und Typostammtischsprecher Klaus Rähm zu sehen, sein „Buchstaben-Kabarett“. Noch bis 25. Mai.


Die Titelgrafik sowie die Titelschrift „Mogee“, eine Open-Source-Schrift (hier auf GitHub), stammen von Nadezda Kuzmina.

Nachbericht 82. Typostammtisch: TypeCrit

Viele Gäste an diesem Abend kommen sehr früh, stellt man beim Blick auf die Uhr überrascht fest. Es ist kurz vor 19 Uhr und der Raum wird schon seit einiger Zeit immer voller. Das mag von großem Interesse, günstiger Wegeplanung nach Feierabend oder auch von einem Hauch deutscher Handtuchmentalität zeugen (die Plätze im Max & Moritz sind ja bekanntlich begrenzt)…

Aber alles der Reihe nach. Zunächst: die Location! Wir befinden uns am einstigen Typostammtischstammstandort. Einige Besucher fühlen sich direkt heimisch, andere sind zum ersten Mal da. Des Weiteren interessant: die Mischung! Jung und Alt, Profi und Studentin, Fachfremde und Typenerd – ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Ungefähr 60 Menschen sind da und freuen sich auf das Thema des Abends: TypeCrit.

Begrüßung und Vorstellung

Keine Crit ohne Critics. Nach einer kurzen Begrüßung stellen sich der Reihe nach vor: Verena Gerlach, Typostammtischstammgast und sowohl ehemalige Studentin als auch Dozentin in Weißensee, hat nach eigener Aussage mehr Lust auf spannende, modulare Entwürfe als auf geometrische Sans. Ralph du Carrois, seines Zeichens Spezialist für eben diese geometrischen Sans: „je langweiliger, desto besser“, wie er es augenzwinkernd formuliert. Es folgen Martina Flor, bekannte und geschätzte Lettering-Expertin und Buchautorin, sowie Sol Matas, sonnige Typostammtischmitorganisatorin, die lange in Buenos Aires unterrichtet hat und an diesem Abend schon auf dem Sprung zum nächsten Typostammtisch in Mumbai ist. Martin Huber und Jürgen Wenzel von Supertype stellen sich kurzweilig vor und haben reichlich Belohnung in Form von Süßigkeiten dabei. Den Abschluss macht Luc(as) de Groot, Typostammtisch- und Schriftgestaltungsinstanz mit Lehrauftrag an der FH Potsdam und vorher in Weißensee (wo er Verena Gerlach beibrachte, wie man Entwürfe konstruktiv kritisiert, wie sie anmerkt). Weiterlesen “Nachbericht 82. Typostammtisch: TypeCrit”

28.02.2019: Type Crit

Unsere Februar-Ausgabe kommt ganz neu und doch vertraut daher. Zum ersten Mal steht der Typostammtisch unter dem Motto Type Crit – an altbekanntem, gemütlichen Ort.

Freut euch auf momentan noch streng geheime Kritiker aus Unibetrieb, Lettering und Brand Type (Neugierige lassen sich die Namen peu à peu via Twitter zuzwitschern). Ob Konsens oder Kontroverse: Es erwartet euch geballte Kompetenz. Also, packt eure bestgehüteten Schubladenentwürfe, Schriftfragmente und Uniprojekte ein* und bringt sie auf ein neues Level!

Auch für alle, die keine Lust haben, über eigene Entwürfe zu sprechen, wird es sicher ein toller Abend. Schaut anderen über die Schulter, erhascht Inspiration und Denkanstöße – oder trefft euch einfach auf ein paar Bier und nette Gespräche mit Schriftfreunden. Hier sei die unseren alten Hasen bestens bekannte, beliebte Location Max und Moritz mit ihrer hervorragenden Küche (Flammkuchen! Königsberger Klopse!) erwähnt; endlich können wir den einstigen Typostammtischstammstandort mal wieder beehren. Die Plätze im Obergeschoss (ihr erinnert euch) sind begrenzt. Aber wir können problemlos grüppchenweise den regulären Gaststättenbetrieb erobern, wenn’s oben voll wird.

* Bitte bringt nach Möglichkeit Ausdrucke mit. Ein Notdrucker ist zwar vorhanden, es sollte aber nicht zur Schlangenbildung kommen. Und am Rechner kann man nicht so gut „auwa“ (aua?) neben das Komma schreiben.

Wann? Donnerstag, 28. Februar 2019 um 19 Uhr
Wo? 1. OG (Beletage) im Max & Moritz, Oranienstraße 162, 10969 Berlin
U-Bahn: Linie U1 oder U8 bis Haltestelle Kottbusser Tor
Bus: Linien 140, M29, N8 bis Haltestelle Adalbertstraße/Oranienstraße

Wir freuen uns auf euch und eure Entwürfe,
euer Typostammtisch-Team.


Ab dem 16. Februar ist in der Berlinischen Galerie die Ausstellung „Underground Architecture“ zu sehen, die sich den Berliner U-Bahnhöfen widmet. Bestimmt sind auch viele Schriftschilder zu bestaunen. Ebenfalls in der Berlinischen läuft bis zum 11. März die Ausstellung „Freiheit“ über die Kunst der wenig bekannten Novembergruppe (1918–1935), darunter Werke mit Typografiebezug. Und am 15. März ist Tag der Druckkunst, juhu! Beim Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BKK) gibt es dazu eine praktische Übersicht – und allein in Berlin rund ein Dutzend Dinge zu tun und zu sehen.


Die Titelzeile ist gesetzt in der Pyk von Erica Carras, die vor kurzem mit einem TDC Award ausgezeichnet wurde. Das Titelbild stammt aus dem persönlichen Archiv von Stefan Papst. Korrigiert hat Luc(as) de Groot.

Nachbericht 81. Typostammtisch: Mastering Type

Wenn ich an die heurige Ausgabe von Mastering Type am 25. und 26. Januar 2019 im Medienhaus der UdK denke, der alljährlichen Ausstellung von Abschlussarbeiten internationaler Masterstudiengänge im Bereich Schriftgestaltung, so habe ich ein verschwommenes Bild vor dem geistigen Auge. Eines mit 40 abwechslungsreichen und vielfältigen Schriftentwürfen immerhin.

(Foto: Sol Matas)
(Foto: Sol Matas)

Die Qualität dieser Erinnerung liegt allerdings nicht an etwaigem Drogenkonsum, der üblichen Berliner Witterung zu dieser Jahreszeit oder meiner angeborenen Fehlsichtigkeit. Vielmehr weiß ich seit Kurzem, dass sich Semesterenden, die Abgaben von Bachelorarbeiten und schlafraubende Entwicklungsphasen von Babys nicht nach Typostammtischen richten und im ungünstigsten Fall eben alles zusammenkommt.

Und so bestreite ich die beiden Tage – die Eröffnung der Ausstellung am Freitag Abend und die Vorträge der frischgebackenen Type Master am Samstag Nachmittag – maximal übermüdet. Ich habe das Gefühl, mein Gehirn läuft mit Notstrom. Dass ich die präsentierten Arbeiten und die sieben Vorträge trotz suboptimaler Verfassung meinerseits in zwar nebeliger, dafür aber umso nachdrücklicherer und lebendigerer Erinnerung behalten habe, spricht für die Qualität des Gesehenen und Gehörten.

(Foto: Sonja Knecht)

Man könnte es schon fast als Tradition bezeichnen, dass das Typostammtisch-Jahr mit der Ausstellung der Abschlussarbeiten internationaler Masterstudiengänge im Bereich Schriftgestaltung beginnt. Zum insgesamt vierten Mal konnten im Medienhaus der UdK Berlin Schriftplakate von frisch gebackenen Absolventen und Absolventinnen bewundert, studiert und diskutiert werden – dieses Jahr aus Amiens (FR), Buenos Aires (AR), Den Haag (NL), Lausanne (CH), Nancy (FR) und Reading (UK).

Freitag, Tag 1 Weiterlesen “Nachbericht 81. Typostammtisch: Mastering Type”

25.01.2019: Mastering Type 2018

Wir wünschen euch von ganzem Herzen alles Gute für 2019 und freuen uns auf ein Jahr mit vielfältigen Themen, unterschiedlichsten Formaten und abwechslungsreichen Vortragenden. Los geht’s im Januar: Gemeinsam blicken wir über den regionalen typografischen Tellerrand.

Mit Mastering Type 2018 versammeln wir Abschlussarbeiten in Berlin, die im letzten Jahr in internationalen Masterstudiengängen im Bereich Schriftgestaltung entstanden sind. Die Ausstellung bietet die einmalige Gelegenheit, insgesamt 40 Projekte aus den Studiengängen in Amiens (FR), Buenos Aires (AR), Den Haag (NL), Lausanne (CH), Nancy (FR) und Reading (UK) an einem Ort zu sehen. Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Was sind die aktuell spannendsten typografischen Themen? Welche unerwarteten konzeptionellen oder gestalterischen Ansätze wurden gewählt? Oder sieht eigentlich eh alles wieder so aus wie im letzten Jahr?

Achtung, die Ausstellungseröffnung findet am Freitag (!) um 19 Uhr statt, danach ist genügend Zeit für Analyse und Gespräch, gegen 21:30 müssen wir leider zum Ende kommen und die Räume um 22 Uhr schließen. Getränkeverkauf vor Ort.

Am Samstagnachmittag steht der Prozess hinter den Arbeiten im Vordergrund. Wir freuen uns auf Aldo Arillo, Dominic Stanley, Hidetaka Yamasaki, Katja Schimmel, Mona Franz, Namrata Goyal und Rafał Buchner, die in kurzen Vorträgen (auf Deutsch und Englisch) ihre Projekte und die dazugehörigen Arbeitsschritte, Zwischenergebnisse und Denkweisen vorstellen.

Die Präsentationen am Samstag startet pünktlich um 16 Uhr in der Aula der UdK (im ersten Stock). Unabhängig davon könnt ihr die Ausstellung in der Zeit von 12 bis 19 Uhr besichtigen.

Wann?
Ausstellungseröffnung: Freitag, den 25. Januar 2019 um 19 Uhr (Einlass 18:30)
Präsentationen: Samstag, den 26. Januar 2019 um 16 Uhr (Ausstellung: 12–19 Uhr)
Wo? Im Medienhaus der Universität der Künste Berlin,
Grunewaldstraße 2–5, 10823 Berlin, Ausstellung in der Galerie im Erdgeschoss,
Präsentationen am Samstag Nachmittag in der Aula im 1. OG
U-Bahn: Linie U7, Haltestelle Kleistpark
Bus: Linien 106, 187, 204, M48, M85, N7, Haltestelle Kleistpark

Bis dahin, wir freuen uns!
Euer Typostammtisch-Team


Die Ausstellung ABC des Reisens in der Kunstbibliothek kann noch bis 10. Februar besucht werden. Das Haus der Kulturen der Welt wird in nächster Zeit mit verschiedensten Veranstaltungen des Projekts „Das Neue Alphabet“ bespielt. Schon am 19. Januar werden im HKW Antworten auf die Frage „Wie politisch ist das Bauhaus?“ gesucht. Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge widmet sich 2019 einer vierteiligen Ausstellungsreihe zur Gestaltungssprache der Moderne. Am 22. Januar hält Dan Reynolds im Rahmen der „Materialität von Schriftlichkeit“-Reihe einen Vortrag mit dem Titel „Die Verbreitung einzelner serifenloser Schriften durch das deutschsprachige Schriftgießereigewerbe im 19. Jahrhundert“. Verena Gerlach spricht dort am 5. Februar „Über differenzierende Typografie und sichtbar gemachte gedankliche Welten in der Buchgestaltung.“


Die Titelzeile ist in der Cardone Bold von Fátima Lázaro gesetzt.
Das Titelbild stammt von Mastering Type 2017 und wurde von Tanja Blaufuß aufgenommen.

Nachbericht Typostammquiz 2018: Raten zum Normaltarif

Als 80. Berliner Jubiläumstypostammtisch gab es das Quiz, wie jedes Jahr kurz vor Weihnachten und ein Höhepunkt im Programm. Dazu fanden wir uns wieder im Böhmischen Dorf in Neukölln ein (voriges Jahr als Quizlocation entdeckt). Für das mittlerweile elfte Typostammquiz bereiteten unsere Vorjahressieger Friedrich Althausen und Dan Reynolds die Fragen vor.

In unserer Quizlocation Zum Böhmischen Dorf wurde es schnell rappelvoll. Los geht’s!

Viele Quizbestreiter brachten beim Eintreffen Geschenke für unseren Gabentisch mit, aus denen sich im Anschluss an das Quiz die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (in der Reihenfolge ihrer erzielten Punktezahl, also Gewinnerplatzierung) etwas auswählen dürfen, so das Prinzip. Von Schokoladenbuchstaben über Gutscheine und typografische Sachbücher – alles war dabei. Besonders stach aber der neue Typostammquizpokal hervor: eine von Friedrich Althausen und Jan-Henrik Arnold gefräste überdimensionale Letter mit den Buchstaben TSQ. Vielen Dank dafür!

Die kalligrafische Beschriftung des Pokals sollte im weiteren Verlauf des Abends – wer könnte das besser als er – Andreas Frohloff übernehmen (Bericht aus seiner Schreibwerkstatt: „Auf Du und Du mit der Bandzugfeder“), sobald der oder die Gewinner/in feststand.

Thomas und Stefan bei der Sortierung der Geschenke für den vollen Gabentisch.

Nach der Verteilung der Mitbringsel auf den Gabentisch (eine detaillierte Liste findet sich im Anhang) hieß es, die Gruppen zu bilden, wofür alle Ratewilligen Buchstaben zogen. Überraschend- und natürlich erfreulicherweise waren danach sämtliche vorbereiteten Lose auf zwölf Gruppen verteilt – somit 60 an der Zahl. Wir freuen uns sehr über den neuen Mitmachrekord! Nachdem sich alle umgesetzt und ihren Gruppen zugeordnet hatten, hieß es losrätseln. Altbekannte Fragenthemen wie Binnenformenraten, Schriftgestalterinnen erkennen oder kryptische Schriftarten lesen wechselten sich ab mit Fragen zu Schriftgießereien (natürlich) oder Trivia zu Bézierkurven: insgesamt ein sehr bunter Fragenkatalog, der alle Gruppen reizte. Als es sich ausgeraten hatte, stand die Auszählung an, um die Finalistinnen (und Fragenschreiber für nächstes Jahr) zu ermitteln.

Beim Anagrammraten entdeckten einige Personen neue Inspiration für die nächste Visitenkarte.

Wir hatten zwar einen eindeutigen ersten Platz, doch den zweiten Platz teilten sich – meines Wissens gab es das noch nie – zwei Teams. So standen sich am Ende Jeanne Bussmann, Daniel Perraudin und Tilmann Hielscher auf der Bühne gegenüber, um sich im großen Showdown zu messen. Wie heißt die OpenType-Klassenabkürzung für Medieval-Zahlen? Wieviele Zeichen umfasst die aktuelle Unicode-Spezifikation? Auch Schriftartenraten war wieder dran: Detailansichten von einzelnen Glyphen sollten erkannt und richtig benannt werden. Bei fast allen Fragen hatte Tilmann die Nase vorn und gewann schließlich vor Daniel und Jeanne in einem packenden Finale den Titel des Typostammquizsiegers. Herzlichen Glückwunsch noch einmal an dieser Stelle! Applaus für alle unsere drei Finalisten! Wir freuen uns auf eure Fragen in der nächsten Ausgabe.

Die siegreiche Gruppe um Gewinner Tilmann (links Sol Matas vom Kreuzberger Sonnenstudio), rechts Rosanna Motz von Ladies, Wine and Design) hielt am Ende stolz den neuen Typostammtischwanderpokal von Friedrich Althausen in die Kamera. Glückwunsch!

Anschließend durften die Teams ihrer Platzierung nach sich vom Gabentisch etwas aussuchen und noch einmal den Typostammquizwanderpokal (ein toller Name) bewundern. Viele blieben noch, um sich im gemütlichen Böhmischen Dorf für die kalte Novembernacht zu stärken.

Der erste Typostammquizwanderpokal ging an Tilmann Hielscher und wurde auch gleich fachmännisch mit seinem Namen verziert, von Kalligrafielegende Andreas Frohloff (demnächst bei Berlin Letters).

Großes Dankeschön an das Böhmische Dorf für das Beherbergen und auch einen riesigen Dank allen Spenderinnen, die zum prachtvollen Gabentisch beitrugen! Kein Team dürfte leer ausgegangen sein. Bis zum nächsten Quiz – und auf bald: Das Jahr hat ja gerade erst angefangen und die nächsten Typostammtischthemen stehen an.

 

Geschenke für den Typostammquiz-Gabentisch 2018

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