27.02.2020: Type Crit II

Darf man etwas beim zweiten Mal schon eine Tradition nennen? Wir machen es einfach: Die Februar-Ausgabe des Typostammtisches steht traditionsgemäß unter dem Motto Type Crit.

Wie bei der ersten Typostammtisch-Veranstaltung dieser Art vor fast exakt einem Jahr bitten wir auch dieses Mal wieder eine erlesene Runde von Expertinnen und Experten, Feedback zu euren elaborierten Schriftentwürfen, groben Skizzen oder auch vagen Ideen zu geben. Von klassischer Schriftgestaltung bis hin zu Spezialgebieten wie Lettering oder Schriftmarketing haben Ulrike Rausch (LiebeFonts), Erik Spiekermann (p98a), Johannes Breyer (Dinamo), Andreas Frohloff (Fontwerk), Golnar Kat Rahmani (Type & Politics) und Ivo Gabrowitsch (Fontwerk) ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Macht euch das zu Nutzen und kommt zahlreich ins Café Hardenberg in Charlottenburg.

Auch Anja Meiners (bBox Type) und Luc(as) de Groot (LucasFonts) vom Team Typostammtisch könnt ihr einfach vor Ort ansprechen – denn wir haben uns den Abend so vorgestellt: Ihr alle fühlt euch frei, euch gegenseitig Arbeiten zu zeigen. Oder auch nur beobachtend über die eine oder andere Schulter zu blicken und euch inspirieren zu lassen. Toll wäre ein ungezwungener Austausch, von dem hoffentlich alle profitieren.

Bitte bringt Ausdrucke eurer Arbeiten mit! Ihr wisst wie das funktioniert: alle vorhandenen Zeichen eurer Schrift in angenehmer Größe, ein paar Beispielwörter in groß und klein und gegebenenfalls noch etwas Fließtext.

Wir freuen uns auf Euch!

Wann? Donnerstag, 27. Februar 2020, 19 Uhr
Wo? Café Hardenberg, Hardenbergstraße 10, 10623 Berlin-Charlottenburg
U-Bahn: U2 bis Ernst-Reuter-Platz oder U9 bis S+U Zoologischer Garten
S-Bahn: S3, S5, S7 oder S9 bis S+U Zoologischer Garten
Bus: M45 oder 245 bis Steinplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team.


Achtung, schon diesen Donnerstag, den 13. Februar stellt unsere Type-Crit-Expertin und Stammtischstammbesucherin Golnar Kat Rahmani ihr Projekt „Namak-e Safar (The Taste of a Journey)“ im ACUD macht Neu vor. Wir freuen uns auf einen Abend mit Taste, Type und Tanz. Im A–Z ist wieder was los: Niklaus Troxler eröffnet am 15. Februar seine Ausstellung „TAPE WORKS“ mit zwei Live Performances zu improvisierter Musik (16 und 18 Uhr). Am 5. März hält der Künstler einen Vortrag. Die Ausstellung könnt ihr in der Zeit vom 15. Feburar bis 31. März besuchen. Vom 23. bis 28. März findet erstmalig das XYZ DESIGN FESTIVAL BERLIN in Kreuzberg statt. Bei freiem Eintritt beleuchtet die erste Ausgabe des Festivals das Thema „Contemporary Type“. Wir sind gespannt!


Das Titelbild stammt von Luc(as) de Groot. Wir schauen einem Gespräch während unserer Type Crit-Ausgabe im letzten Jahr über die Schulter. Die Titelzeile ist in einer bisher unveröffentlichten Schrift von Fontwerk gesetzt.

12.09.2019: Drucktechniken unter Druck?

Der kommende Typostammtisch wird ganz im Zeichen von Bleisatz und -guss stehen. Denn wir erwarten Besuch aus Dresden: Heike Schnotale und Max Lotze von der altehrwürdigen Offizin Haag-Drugulin werden uns Einblicke in ihre Arbeit gewähren.

Im Juli fand in der Offizin Haag-Drugulin das 7. Schriftenfest statt. Alle, die die Veranstaltung nicht auf dem Schirm hatten oder denen der Weg von Berlin nach Dresden zu weit war, haben am Donnerstag, den 12. September die Möglichkeit, Bleisatzluft zu schnuppern; zumindest indirekt: Zwischen alten Schätzen und frischem Guß – Bleisatz als Alltagserlebnis, so lautet das Vortragsthema von Heike und Max.

Heike Schnotale hat Grafikdesign und Fotografie an der Kunstuniversität Linz studiert und macht seit 2018 eine Lehre zur Schriftsetzerin bei der Offizin Haag-Drugulin. Max Lotze ist dort seit 2010 als Schriftgießer tätig. Er ist gelernter Mediengestalter und Assistent für Wirtschaftsinformatik.

Auf der Webseite der Offizin Haag-Drugulin heißt es: „Unter diesen wenigen Betrieben, die sich sorgfältiger Handwerksarbeit, also dem »Blei« und dem Buchdruck, verschrieben haben, nimmt die Offizin Haag-Drugulin seit eh und je einen besonderen Platz ein.“ Und weiter: „Ihre Ausnahme­stellung ver­dankt sie einer Reihe glückhafter Umstände. Als wichtigster erscheint rückblickend in der hundertachtzig­jährigen Firmengeschichte, daß alle, die die Geschicke des Betriebes im Laufe der Zeit bestimmt haben, mit ganzer Seele in ihrem Beruf verwurzelt waren.“ 

In diesem Sinne freuen wir uns auf einen beseelten Vortrag.

Wann? Donnerstag, 12. September 2019, 19 Uhr
Wo? Café Hardenberg, Hardenbergstraße 10, 10623 Berlin-Charlottenburg
U-Bahn: U2 bis Ernst-Reuter-Platz oder U9 bis S+U Zoologischer Garten
S-Bahn: S3, S5, S7 oder S9 bis S+U Zoologischer Garten
Bus: M45 oder 245 bis Steinplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team.


Für alle, die dieses Jahr nicht genug vom Bauhaus bekommen können, zeigt die Berlinische Galerie ab dem 5. September (Eröffnung, 19 Uhr) die Ausstellung „Original Bauhaus“ mit Hintergrundgeschichten zu den Objekten. Eine weitere Eröffnung, am 12. September zeitgleich mit dem Typostammtisch, ist in der Galerie A–Z angesetzt. Aber keine Sorge, Patrick Thomas’ Ausstellung „PULP“ ist dort bis zum 8. November zu sehen. Die beim Berlin Letters Festival ausgerufene Challenge #100daysoflettering endet mit dem großen „7×7“-Vortragsfinale am 14. September um 19 Uhr im Buchstabenmuseum Berlin und die Tickets gibt es hier. Vorab könnt ihr eine Führung durch die tollen, mit Riesenbuchstaben gefüllten Hallen in den S-Bahn-Bögen Bellevue buchen. Überhaupt sollte sich vom 12.–15. September niemand langweilen; auch die Berlin Art Week hat wie immer ein vielfältiges Programm.


Das Titelbild stammt von der Facebook-Seite der Offizin Haag-Drugulin mit freundlicher Genehmigung der Vortragenden. Die Titelschrift wurde gesetzt in der Brandt von Anja Meiners, einer digitalen Interpretation der im Hochdruck gedruckten Clarendon. 


Zum Abschluss haben wir dieses Mal noch einen kleinen Appetithappen: Danke an unseren Stammgast Dr. Thomas Maier für das spontane Setzen der Titelzeile in der leichten Erbar-Grotesk.

25.04.2019: Schrift in Magazinen

In der April-Ausgabe gehen wir beim Typostammtisch folgender Frage nach: Wie wird aktuell mit Schrift in Magazinen umgegangen? Genau genommen gehen nicht wir dieser Frage nach, sondern haben wir Magazin-Typografie-Profis eingeladen, um uns zu diesem Thema zu erzählen.

Beehren werden uns die gestalterisch Verantwortlichen vier unterschiedlicher Magazine. Der Mix könnte bunter nicht sein:
bauhaus now ist das offizielle Magazin des Bauhaus-Verbunds und geht der Frage „Was bedeutet das Bauhaus heute?“ nach; es erscheint in zwei Sprachen und bei uns vorstellen werden es Fabian Maier-Bode und Peer Hempel (Gestaltung).
Die Epilog aus Berlin/Weimar ist eine Zeitschrift zur Gegenwartskultur und versucht laut eigener Beschreibung „den großen Wandel in den kleinen und alltäglichen Dingen zu entdecken“; wir freuen uns auf Viola Kristin Steinberg (Art Direction).
FAZ Quarterly widmet sich, ebenfalls Selbstbeschreibung, „mit intellektuellem Tiefgang, souveräner Stilsicherheit und visueller Opulenz“ viermal im Jahr auf 180 Seiten dem Thema Zukunft; zu uns kommen Catrin Sonnabend und Julia Vukovic (Art Direction).
Missy Magazine steht für Pop, Politik und Feminismus, erscheint seit 2008 und ist mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren integraler Bestandteil hiesiger Gegenwartskultur; uns beehren Daniela Burger und Lisa Klinkenberg (Art Direction, Grafik).

Wann? Am Donnerstag, den 25. April 2019 um 19 Uhr
Wo? Bei LucasFonts, Eisenacher Straße 56, 10823 Berlin-Schöneberg
U-Bahn: U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: S1 bis Julius-Leber-Brücke oder S1, S41, S42, S45, S46 bis S-Bahnhof Schöneberg
Bus: M48, M85, 104, 187, N42 bis Albertstraße

Herzlich grüßt
euer Typostammtisch-Team.


Berlin Letters, das neue Buchstabenfest (Lettering, Schriftgestaltung, Typografie) auf dem prominenten Sendeplatz vom 16. bis 18. Mai, steht fast vor der Tür. Mit Glück gibt’s noch Tickets und Plätze im Workshop eurer Wahl! Bis 25. Mai sind die typografischen Inszenierungen von Urgestein, Stammgast und Typostammtischsprecher Klaus Räum in Königs Wusterhausen zu sehen: „Buchstaben-Kabarett“. Nicht verpassen! Auch die Ausstellung „A wie Jüdisch“ im Jüdischen Museum dreht sich natürlich um Buchtaben, nämlich die des hebräischen Alphabets.


Das Titelbild zeigt eine Collage aus Covern der vorgestellten Magazine. Die Titelschrift wurde gesetzt in der Halunke von Elena Schneider, erschienen bei Future Fonts.

21.03.2018: Nadezda Kuzmina

Please scroll down for  English version.

Für den dritten Typostammtisch in diesem Jahr laden wir euch mal wieder ins Kreuzberger Sonnenstudio ein. Möge dies ein Omen sein für baldigen Frühling!

Nadezda Kuzmina gibt uns Einblicke in Videospiele, selbstverständlich mit Typografiebezug. Wenn wir über Schrift sprechen, so meinen wir meistens Fonts für Web- und Interface-Design oder natürlich traditionelles Printdesign. Ein weiteres Feld mit ganz eigenen Besonderheiten sind Videospiele. Bei der Erstellung einer Pixel-Art-Schrift für ein Videospiel setzte sich Nadezda damit auseinander. In ihrem Vortrag wird sie uns erzählen, wie sie ihre Schrift entworfen und entwickelt hat, und über besondere Eigenschaften der Schriftgestaltung in Videospielen sprechen. Nadezda Kuzmina lebt in Berlin, studiert Interface Design an der FH Potsdam und arbeitet bei LucasFonts als Designerin und Webentwicklerin.

Vortrag auf Englisch.

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For this year’s third Typostammtisch, we are happy to welcoming you at the wonderful location of the Sonnenstudio in Kreuzberg—in the hopes that this may inspire spring to arrive!

Nadezda Kuzmina will talk about the vast world of video games and, of course, especially about typography in this context. Wherever type is mentioned, we usually think of web or interface typography, or classic print design. Seldom are video games part of this discussion, despite it offering many new facets and own special challenges. Nadezda delved deep into this subject during her own pixel font project and will offer some of her experiences in her talk, outlining her development and design process as well as the special challenges in the world of typography in video games. Nadezda Kuzmina lives in Berlin and studies interface design at the FH Potsdam. She is employed as a designer and web developer at LucasFonts.

The talk will be in English.

Wann? Donnerstag, 21. März 2019, 19 Uhr
Wo? Im Sonnenstudio, Lausitzer Straße 10, Aufgang C, 3. Etage, 10999 Berlin-Kreuzberg
U-Bahn: U1 bis Görlitzer Bahnhof, U8 bis Kottbusser Tor oder Schönleinstraße
Bus: M29 bis Görlitzer Bahnhof oder Spreewaldplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team.


Am 28. März 2019 findet ein Werkstattgespräch mit Bernard Stein im Rahmen der neuen Reihe „Visuelle Systeme – interdisziplinäre Perspektiven auf Schrift und Typografie“ an der Staatsbibliothek statt. Am 11. April um 19 Uhr eröffnet Anja Lutz (The Green Box) ihre Galerie AZ in der Torstraße 93 in 10119 Berlin-Mitte (Instagram) mit der Ausstellung „Library of Shapes, Texts and Structures“ von Andrea Tinnes (geöffnet auch 12./13. April 12–20 Uhr und ab 14. April nach Vereinbarung). Bis zum 28. April läuft in der Sammlung Scharf-Gerstenberg die Ausstellung „Max Erst – Zeichendieb“, in der es unter anderem um Geheimschrift geht. Und Berlin Letters rückt näher, die neue Eventhoffnung, die den prominenten Sendeplatz Mitte Mai übernimmt. Noch keine Tickets? Na dann los! Außerdem empfehlen wir einen Frühlingsausflug nach Königs Wusterhausen: In der dortigen Flurgalerie am Bahnhofsvorplatz 5 sind die typografischen Inszenierungen von Urgestein, Stammgast und Typostammtischsprecher Klaus Rähm zu sehen, sein „Buchstaben-Kabarett“. Noch bis 25. Mai.


Die Titelgrafik sowie die Titelschrift „Mogee“, eine Open-Source-Schrift (hier auf GitHub), stammen von Nadezda Kuzmina.

Nachbericht 81. Typostammtisch: Mastering Type

Wenn ich an die heurige Ausgabe von Mastering Type am 25. und 26. Januar 2019 im Medienhaus der UdK denke, der alljährlichen Ausstellung von Abschlussarbeiten internationaler Masterstudiengänge im Bereich Schriftgestaltung, so habe ich ein verschwommenes Bild vor dem geistigen Auge. Eines mit 40 abwechslungsreichen und vielfältigen Schriftentwürfen immerhin.

(Foto: Sol Matas)
(Foto: Sol Matas)

Die Qualität dieser Erinnerung liegt allerdings nicht an etwaigem Drogenkonsum, der üblichen Berliner Witterung zu dieser Jahreszeit oder meiner angeborenen Fehlsichtigkeit. Vielmehr weiß ich seit Kurzem, dass sich Semesterenden, die Abgaben von Bachelorarbeiten und schlafraubende Entwicklungsphasen von Babys nicht nach Typostammtischen richten und im ungünstigsten Fall eben alles zusammenkommt.

Und so bestreite ich die beiden Tage – die Eröffnung der Ausstellung am Freitag Abend und die Vorträge der frischgebackenen Type Master am Samstag Nachmittag – maximal übermüdet. Ich habe das Gefühl, mein Gehirn läuft mit Notstrom. Dass ich die präsentierten Arbeiten und die sieben Vorträge trotz suboptimaler Verfassung meinerseits in zwar nebeliger, dafür aber umso nachdrücklicherer und lebendigerer Erinnerung behalten habe, spricht für die Qualität des Gesehenen und Gehörten.

(Foto: Sonja Knecht)

Man könnte es schon fast als Tradition bezeichnen, dass das Typostammtisch-Jahr mit der Ausstellung der Abschlussarbeiten internationaler Masterstudiengänge im Bereich Schriftgestaltung beginnt. Zum insgesamt vierten Mal konnten im Medienhaus der UdK Berlin Schriftplakate von frisch gebackenen Absolventen und Absolventinnen bewundert, studiert und diskutiert werden – dieses Jahr aus Amiens (FR), Buenos Aires (AR), Den Haag (NL), Lausanne (CH), Nancy (FR) und Reading (UK).

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