31.10.2019: Glyphs: Status quo und Blick in die Zukunft

In erstaunlich kurzer Zeit hat sich der Font-Editor „Glyphs“ vom Underdog zum Platzhirschen gemausert. Noch vor einigen Jahren haben die meisten Schriftgestalter mit russischer Software ihre Schriften produziert, aber Georg Seifert, Erfinder und Hauptprogrammierer von Glyphs, hatte die eindeutig cooleren Ideen. Mit speziellen Hilfsmitteln für arabische, indische und südostasiatische Schriftsysteme hat seine Software Glyphs die Welt erobert:

 

Glyphs hat unserer Type-Design-Community so viele technische Neuerungen gebracht, dass alteingesessene Softwareproduzenten verzweifelt hinterherrennen. Während Georg in 64-Bit-Höchstgeschwindigkeit pausenlos über die komplexesten Themen reden kann, nebenbei codierend und kompilierend, macht sein wichtigster Mitstreiter, der Wiener Gestalter und Kommunikationskünstler Rainer Erich Scheichelbauer, die Software für die breiten Massen zugänglich: mittels unzähliger Tutorials, Handbücher, Python-Scripts und Plugins.

 

Als Berliner Typostammtisch sind wir stolz darauf, dass Glyphs ein Berliner Produkt ist, und noch viel stolzer, dass wir Georg und Rainer für einen Glyphs-only-Abend buchen konnten, zwischen ihren zahllosen Vorträgen und Workshops auf der ganzen Welt. Wenn man die beiden im Ausland trifft, geht deren exzellenter Support im beeindruckenden Glyphs-Forum trotzdem weiter. Ob Georg und Rainer nebenbei noch Zeit zum Leben haben, erfahren wir vielleicht bei unserem Typostammtisch-Glyphs-Abend.

 

Die beiden zeigen beim Typostammtisch aber nicht nur die Vergangenheit und die Gegenwart ihrer Software, sondern werden auch einen exklusiven Ausblick auf deren unmittelbare Zukunft geben, und die bringt viel Neues für das Schriftgestalten, und „darüber hinaus noch mehr“. Was das genau heißen soll, werden wir am 31. Oktober exklusiv in Berlin präsentiert bekommen.

 

Wann? Am Donnerstag, den 31. Oktober 2019 um 19 Uhr
Wo? Bei LucasFonts, Eisenacher Straße 56, 10823 Berlin-Schöneberg
U-Bahn: U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: S1 bis Julius-Leber-Brücke oder S1, S41, S42, S45, S46 bis S-Bahnhof Schöneberg
Bus: M48, M85, 104, 187, N42 bis Albertstraße

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team.


Am 25. Oktober findet ab 19 Uhr die Ausstellungseröffnung der einmonatigen Residenz der Posterwomxn in der SDW statt. Gezeigt werden Poster und Arbeiten, die während der Residenz von Ciara Wade, Lisa Baum sowie weiteren Künstlerinnen gestaltet wurden.
Seit dem 19. Oktober ist bis zum 16. November die Ausstellung Paradox x CPT.OLF 16–19 im Urban Spree zu sehen. Sie umfasst das Werk aus vier Jahren, die der Fotograf Cpt.Olf in Residenz bei Paradox verbracht hat.
Ab dem 25. Oktober ist in der Kunstbibliothek die Ausstellung Hansjörg Mayer. Typoems und Künstlerbücher zu sehen. In Kooperation mit Hansjörg Mayer wird die Vielfalt seines Verlags ausgestellt.
Zudem ist am 27. Oktober am Steinplatz eine Präsentation und „Aktivierung der Buchstaben“ im Rahmen des Kunstprojektes Letter am Steinplatz geplant (bei jedem Wetter, wurde uns versichert!). Eine wetterfeste Letter-Performance.
Für really early birds, zum Vormerken: Vom 28. bis 30. Mai 2020 steht die zweite Ausgabe von Berlin Letters auf dem Programm. Nach dem riesigen Erfolg der diesjährigen Erstausgabe empfehlen wir, einen scharfen Blick auf den Vorverkauf zu haben.


Das Titelbild stammt aus dem Presskit von glyphsapp.com. Die Titelschrift wurde gesetzt in der Coline Extreme Regular von Émilie Rigaud, erschienen bei „A is for“.

12.09.2019: Drucktechniken unter Druck?

Der kommende Typostammtisch wird ganz im Zeichen von Bleisatz und -guss stehen. Denn wir erwarten Besuch aus Dresden: Heike Schnotale und Max Lotze von der altehrwürdigen Offizin Haag-Drugulin werden uns Einblicke in ihre Arbeit gewähren.

Im Juli fand in der Offizin Haag-Drugulin das 7. Schriftenfest statt. Alle, die die Veranstaltung nicht auf dem Schirm hatten oder denen der Weg von Berlin nach Dresden zu weit war, haben am Donnerstag, den 12. September die Möglichkeit, Bleisatzluft zu schnuppern; zumindest indirekt: Zwischen alten Schätzen und frischem Guß – Bleisatz als Alltagserlebnis, so lautet das Vortragsthema von Heike und Max.

Heike Schnotale hat Grafikdesign und Fotografie an der Kunstuniversität Linz studiert und macht seit 2018 eine Lehre zur Schriftsetzerin bei der Offizin Haag-Drugulin. Max Lotze ist dort seit 2010 als Schriftgießer tätig. Er ist gelernter Mediengestalter und Assistent für Wirtschaftsinformatik.

Auf der Webseite der Offizin Haag-Drugulin heißt es: „Unter diesen wenigen Betrieben, die sich sorgfältiger Handwerksarbeit, also dem »Blei« und dem Buchdruck, verschrieben haben, nimmt die Offizin Haag-Drugulin seit eh und je einen besonderen Platz ein.“ Und weiter: „Ihre Ausnahme­stellung ver­dankt sie einer Reihe glückhafter Umstände. Als wichtigster erscheint rückblickend in der hundertachtzig­jährigen Firmengeschichte, daß alle, die die Geschicke des Betriebes im Laufe der Zeit bestimmt haben, mit ganzer Seele in ihrem Beruf verwurzelt waren.“ 

In diesem Sinne freuen wir uns auf einen beseelten Vortrag.

Wann? Donnerstag, 12. September 2019, 19 Uhr
Wo? Café Hardenberg, Hardenbergstraße 10, 10623 Berlin-Charlottenburg
U-Bahn: U2 bis Ernst-Reuter-Platz oder U9 bis S+U Zoologischer Garten
S-Bahn: S3, S5, S7 oder S9 bis S+U Zoologischer Garten
Bus: M45 oder 245 bis Steinplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team.


Für alle, die dieses Jahr nicht genug vom Bauhaus bekommen können, zeigt die Berlinische Galerie ab dem 5. September (Eröffnung, 19 Uhr) die Ausstellung „Original Bauhaus“ mit Hintergrundgeschichten zu den Objekten. Eine weitere Eröffnung, am 12. September zeitgleich mit dem Typostammtisch, ist in der Galerie A–Z angesetzt. Aber keine Sorge, Patrick Thomas’ Ausstellung „PULP“ ist dort bis zum 8. November zu sehen. Die beim Berlin Letters Festival ausgerufene Challenge #100daysoflettering endet mit dem großen „7×7“-Vortragsfinale am 14. September um 19 Uhr im Buchstabenmuseum Berlin und die Tickets gibt es hier. Vorab könnt ihr eine Führung durch die tollen, mit Riesenbuchstaben gefüllten Hallen in den S-Bahn-Bögen Bellevue buchen. Überhaupt sollte sich vom 12.–15. September niemand langweilen; auch die Berlin Art Week hat wie immer ein vielfältiges Programm.


Das Titelbild stammt von der Facebook-Seite der Offizin Haag-Drugulin mit freundlicher Genehmigung der Vortragenden. Die Titelschrift wurde gesetzt in der Brandt von Anja Meiners, einer digitalen Interpretation der im Hochdruck gedruckten Clarendon. 


Zum Abschluss haben wir dieses Mal noch einen kleinen Appetithappen: Danke an unseren Stammgast Dr. Thomas Maier für das spontane Setzen der Titelzeile in der leichten Erbar-Grotesk.

29.08.2019: Biergarten & Schriftspaziergang

Traditionell verlegen wir im August unseren Typostammtisch nach draußen. Wir treffen uns im Prater Biergarten in Prenzlauer Berg, um dort lauschig unter Kastanienbäumen – entsprechend der Grundidee des Typostammtisches – zu quatschen, eigene Arbeiten, Bücher, Fundstücke herzuzeigen und uns über typografische Neuigkeiten auszutauschen. Bringt mit, was ihr besprechen möchtet! Egal, ob sich eure Sachen mitten im Prozess befinden, als Idee gerade erst entstehen oder schon kurz vor der Fertigstellung sind: Hier ist Gelegenheit, euch fachlichen Zuspruch zu holen.

Bei (unerwartet) schlechtem Wetter würden wir umplanen und dies kurzfristig bekanntgeben. Bitte behaltet in diesem Fall und speziell am Tag des Schriftspaziergangs eure Mails im Blick – wir schicken ggf. einen zusätzlichen Newsletter.

Schriftspaziergang in Mitte

Als buchstäblichen Vorlauf zum Biergarten gibt es den mittlerweile zum Klassiker avancierten Schriftspaziergang mit Florian Hardwig und Fritz Grögel durch Mitte. Wie in den Vorjahren führen unsere beiden Stadtschriftexperten euch zu Perlen und Säuen der Berliner Schrift-, Bau- und Begräbniskultur. Der Schriftspaziergang beginnt um 16 Uhr und endet zwischen 18 und 19 Uhr im Prater, wo wir uns alle treffen. Das Ganze läuft ohne feste Kosten, aber auf freiwilliger Spendenbasis: bitte in beliebiger Höhe direkt an eure beiden Schriftspaziergangsleiter. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 limitiert, daher eure Anmeldung erforderlich. Die Plätze vergeben wir nach Reihenfolge der Anmeldung – bitte sagt ab, falls ihr nicht könnt (Warteliste)! Gleiche Route wie im Vorjahr. Den Treffpunkt für den Schriftspaziergang geben wir den Teilnehmenden per Mail bekannt.

Wann? Am Donnerstag, den 29. August um 19 Uhr.
Wo? Prater Biergarten, Kastanienallee 7–9, 10435 Berlin
U-Bahn: Linie U2 bis Eberswalder Straße
Tram: M1/M10/12 bis Eberswalder Straße

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team


Im Rahmen der bauhauswoche berlin 2019 gibt es ein typografisches Glanzlicht am Samstag, den 31. August 2019, 16–18 Uhr in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin: die Podiumsdiskussion „Typografie aktuell – vom Bauhaus in die Gegenwart“, zur Ausstellung László Moholy-Nagy und die Neue Typografie – Rekonstruktion einer Ausstellung, Berlin 1929. Die Gestalterinnen Ariane Spanier (Ariane Spanier Design), Johanna Siebein (Laucke Siebein), Stefan Guzy (Zwölf), Florian Lamm und Jakob Kirch (Lamm & Kirch) erörtern im Austausch mit Bernard Stein (Ott+Stein) und Michael Lailach (Kunstbibliothek) die 1929 von László Moholy-Nagy gestellte Frage „Wohin geht die typografische Entwicklung“ – mit Anknüpfungspunkten für heute? Eintritt frei.


Die Titelzeile ist in der Ginza von Florence Fu gesetzt. Das Titelbild stammt von Ulrike Rausch und zeigt unsere Schriftspaziergangsgruppe vom Vorjahr auf der Museumsinsel.

27.06.2019: notamuse

Wo sind die Frauen im Grafikdesign? Diese Frage diskutieren wir beim kommenden Typostammtisch mit den Initiatorinnen des Projekts notamuse – herzlich willkommen Silva Baum, Claudia Scheer und Lea Sievertsen!

Nachdem die Gestalterinnen des Missy-Magazins (ihr erinnert euch) im Rahmen unseres Magazinabends im April weibliche Sichtweisen auf Gestaltung reflektiert haben, wollen wir dieses Thema nun mit unseren Gästen (zu Zeiten der Gebrüder Grimm gab es übrigens noch die „Gästinnen“) von notamuse vertiefen: „Die Bedeutung des Namens ist klar: not a muse. Anders als die Muse, die durch ihre inspirierende aber passive Funktion männliche, kreative Geister anregt, geht es uns um Designerinnen, die selbst schöpferisch tätig sind und sich aktiv an der Gestaltung der Designlandschaft beteiligen. notamuse stellt sie (…) in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit“, heißt es auf der Website des Projekts. 2017 führten Baum, Scheer und Sievertsen 22 Interviews mit Frauen. Dabei kamen Themen wie Arbeitsabläufe, persönliche Erfahrungen oder Frauen in „Männerberufen“ zur Sprache. Auf ihrer Plattform sind die Auswertungen dieser Interviews übersichtlich gegliedert und – natürlich – grafisch aufbereitet zu finden. Eine höchst spannende Lektüre, die im Verlauf des Projekts auch in ein Buch mündete. Wir sind gespannt! Hier nur noch soviel: Wer an diesem Abend Musen sucht, wird nicht fündig werden.

Wann? Donnerstag, 27. Juni 2019, 19 Uhr
Wo? Café Hardenberg, Hardenbergstraße 10, 10623 Berlin-Charlottenburg
U-Bahn: U2 bis Ernst-Reuter-Platz oder U9 bis S+U Zoologischer Garten
S-Bahn: S3, S5, S7 oder S9 bis S+U Zoologischer Garten
Bus: M45 oder 245 bis Steinplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team.


Jetzt am Freitag, den 14. Juni findet im A–Z eine Ausstellungseröffnung mit Talk statt: Das australische Designkollektiv Inkahoots zeigt die interaktive typografische Installation NEW ANTHEMS (BERLIN). Ebenfalls am 14. Juni startet die jährliche Ausstellung 100 Beste Plakate, für drei Wochen im Kulturforum. Es naht die alljährlich tolle Werkschau am Fachbereich Gestaltung und Kultur der HTW: vom 5. bis 6. Juli auf dem Campus der Hochschule. Nachdem das Buchstabenmuseum im Mai nach langer Schließzeit wieder seine Tore öffnete, erfreut es mit regelmäßigen Öffnungszeiten (Do–So). Und an der Staatsbibliothek spricht am 16. Juli Petra Rüth im Rahmen der Vortragsreihe Visuelle Systeme über „Schrift der Schreibmeisterbücher in Theorie und Praxis“. Nicht verpassen!


Die Titelzeile wurde gesetzt in der Oggle von Natalie Rauch, einem bisher unveröffentlichten Entwurf. 

15.05.2019: Typostammtisch international

Please scroll down for English version.

Im Mai erwartet uns ein Blick weit über den Berliner Speckgürtel hinaus. Am Vorabend der Premierenausgabe von Berlin Letters (und ausnahmsweise an einem Mittwoch!) freuen wir uns im Buchstabenmuseum auf Kimya Gandhi und Rob Keller.

Alteingesessenen Schriftbegeisterten ist Rob bestimmt noch ein Begriff. Seit Mai 2011 betrieb er in Prenzlauer Berg die Mota Italic Gallery, eine Mischung aus Schriftgestaltungsbüro, Galerie und Fachbuchhandlung. Mit regelmäßigen Ausstellungen und Workshops wurde sie schnell zu dem internationalen Treffpunkt für typografischen Austausch in der Stadt. Im September 2014 verabschiedete Rob sich dann mit einem Vortrag beim Typostammtisch von Berlin. Mit im Gepäck nach Mumbai trug er offenbar auch die Idee, dort einen Typostammtisch zu gründen.

Seit 2017 veranstalten Kimya und Rob gemeinsam mit Tanya George den Typostammtisch Mumbai. Neben Vorträgen und Diskussionsrunden werden regelmäßig eigene Arbeiten in einem „Show & Tell“-Format gezeigt und beim „Type Cooking“ neue Buchstabenformen erforscht. Bei uns sprechen Kimya und Rob über Aufbau und Aufrechterhalten einer Schriftgemeinschaft. Sie beleuchten die Chancen und Herausforderungen bei der Organisation eines neuen Typostammtischs und lassen uns an ihren Erfahrungen teilhaben.

Apropos „Typostammtisch International“: Vergleichbare, aktive Formate gibt es neben Mumbai auch in Weimar, Hamburg, Wien, Amsterdam, Antwerpen, Zürich, Basel, London, Toronto und Vancouver.

Der Vortrag findet auf Englisch statt.

Wir freuen uns darauf,
euer Typostammtisch-Team

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In May we will take a look way beyond Berlin’s exurbs. On the eve of the inaugural Berlin Letters festival we are very happy to welcome Kimya Gandhi and Rob Keller at Berlin’s Buchstabenmuseum.

Long-established letter loving people from Berlin and beyond may already know Rob. Since May 2011 he ran Mota Italic Gallery in Prenzlauer Berg, a type foundry, gallery and specialist bookshop hybrid. With regular exhibitions and workshops it quickly established itself as an international venue for typographic exchange. In September 2014 he waved goodbye to Berlin and moved to Mumbai, keeping the Typostammtisch idea in the back of his head.

In 2017 Kimya and Rob partnered with Tanya George to organize Typostammtisch Mumbai. In addition to presentations and discussions active participation is in demand when personal projects are highlighted in “Show & Tell” evenings or “Type Cooking” sessions. At Typostammtisch Berlin Kimya and Rob talk about the building and preservation of a type community. They highlight the chances and challenges when organizing a new Typostammtisch and share their experience with us.

Talking of Typostammtisch: Besides Mumbai, comparable events can also be found in Weimar, Hamburg, Vienna, Amsterdam, Antwerpen, Zürich, Basel, London, Toronto and Vancouver.

The talk will be in English.

See you soon in Berlin,
your Typostammtisch Team

Wann? / When?
Mittwoch, 15. Mai, um 19:00 Uhr
Wednesday, 15th of May, at 7 pm

Wo? / Where?
Buchstabenmuseum
Stadtbahnbogen 424
10557 Berlin-Hansaviertel

U-Bahn: U9 → Hansaplatz
Bus: 106, N26 → Hansaplatz, N9 → Bachstraße
S-Bahn: S5, S7 & S75 → S Bellevue


Im Scriptorium Berlin finden in den kommenden Wochen Workshops zu den Themen Fileteado porteño, Gebrochene Schrift und Illumination statt. Das Tempelhof Museum zeigt noch bis 30. Juni die Ausstellung Druckfrisch aus Tempelhof! Blicke in das Ullsteinhaus. In der Galerie im Körnerpark in Neukölln bietet derzeit das Projekt DRUCK DRUCK DRUCK ein abwechslungsreiches Programm mit Diskussionsrunden, Präsentationen und einer ständig wachsenden Ausstellung zwischen Risograph, Siebdruck, Mimeograph, Hochdruck und Xerox.


Die Titelzeile wurde gesetzt in einem noch namenlosen Schriftentwurf von Kimya Gandhi.
Das Titelbild stammt vom Typostammtisch Mumbai.

25.04.2019: Schrift in Magazinen

In der April-Ausgabe gehen wir beim Typostammtisch folgender Frage nach: Wie wird aktuell mit Schrift in Magazinen umgegangen? Genau genommen gehen nicht wir dieser Frage nach, sondern haben wir Magazin-Typografie-Profis eingeladen, um uns zu diesem Thema zu erzählen.

Beehren werden uns die gestalterisch Verantwortlichen vier unterschiedlicher Magazine. Der Mix könnte bunter nicht sein:
bauhaus now ist das offizielle Magazin des Bauhaus-Verbunds und geht der Frage „Was bedeutet das Bauhaus heute?“ nach; es erscheint in zwei Sprachen und bei uns vorstellen werden es Fabian Maier-Bode und Peer Hempel (Gestaltung).
Die Epilog aus Berlin/Weimar ist eine Zeitschrift zur Gegenwartskultur und versucht laut eigener Beschreibung „den großen Wandel in den kleinen und alltäglichen Dingen zu entdecken“; wir freuen uns auf Viola Kristin Steinberg (Art Direction).
FAZ Quarterly widmet sich, ebenfalls Selbstbeschreibung, „mit intellektuellem Tiefgang, souveräner Stilsicherheit und visueller Opulenz“ viermal im Jahr auf 180 Seiten dem Thema Zukunft; zu uns kommen Catrin Sonnabend und Julia Vukovic (Art Direction).
Missy Magazine steht für Pop, Politik und Feminismus, erscheint seit 2008 und ist mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren integraler Bestandteil hiesiger Gegenwartskultur; uns beehren Daniela Burger und Lisa Klinkenberg (Art Direction, Grafik).

Wann? Am Donnerstag, den 25. April 2019 um 19 Uhr
Wo? Bei LucasFonts, Eisenacher Straße 56, 10823 Berlin-Schöneberg
U-Bahn: U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: S1 bis Julius-Leber-Brücke oder S1, S41, S42, S45, S46 bis S-Bahnhof Schöneberg
Bus: M48, M85, 104, 187, N42 bis Albertstraße

Herzlich grüßt
euer Typostammtisch-Team.


Berlin Letters, das neue Buchstabenfest (Lettering, Schriftgestaltung, Typografie) auf dem prominenten Sendeplatz vom 16. bis 18. Mai, steht fast vor der Tür. Mit Glück gibt’s noch Tickets und Plätze im Workshop eurer Wahl! Bis 25. Mai sind die typografischen Inszenierungen von Urgestein, Stammgast und Typostammtischsprecher Klaus Räum in Königs Wusterhausen zu sehen: „Buchstaben-Kabarett“. Nicht verpassen! Auch die Ausstellung „A wie Jüdisch“ im Jüdischen Museum dreht sich natürlich um Buchtaben, nämlich die des hebräischen Alphabets.


Das Titelbild zeigt eine Collage aus Covern der vorgestellten Magazine. Die Titelschrift wurde gesetzt in der Halunke von Elena Schneider, erschienen bei Future Fonts.

21.03.2018: Nadezda Kuzmina

Please scroll down for  English version.

Für den dritten Typostammtisch in diesem Jahr laden wir euch mal wieder ins Kreuzberger Sonnenstudio ein. Möge dies ein Omen sein für baldigen Frühling!

Nadezda Kuzmina gibt uns Einblicke in Videospiele, selbstverständlich mit Typografiebezug. Wenn wir über Schrift sprechen, so meinen wir meistens Fonts für Web- und Interface-Design oder natürlich traditionelles Printdesign. Ein weiteres Feld mit ganz eigenen Besonderheiten sind Videospiele. Bei der Erstellung einer Pixel-Art-Schrift für ein Videospiel setzte sich Nadezda damit auseinander. In ihrem Vortrag wird sie uns erzählen, wie sie ihre Schrift entworfen und entwickelt hat, und über besondere Eigenschaften der Schriftgestaltung in Videospielen sprechen. Nadezda Kuzmina lebt in Berlin, studiert Interface Design an der FH Potsdam und arbeitet bei LucasFonts als Designerin und Webentwicklerin.

Vortrag auf Englisch.

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For this year’s third Typostammtisch, we are happy to welcoming you at the wonderful location of the Sonnenstudio in Kreuzberg—in the hopes that this may inspire spring to arrive!

Nadezda Kuzmina will talk about the vast world of video games and, of course, especially about typography in this context. Wherever type is mentioned, we usually think of web or interface typography, or classic print design. Seldom are video games part of this discussion, despite it offering many new facets and own special challenges. Nadezda delved deep into this subject during her own pixel font project and will offer some of her experiences in her talk, outlining her development and design process as well as the special challenges in the world of typography in video games. Nadezda Kuzmina lives in Berlin and studies interface design at the FH Potsdam. She is employed as a designer and web developer at LucasFonts.

The talk will be in English.

Wann? Donnerstag, 21. März 2019, 19 Uhr
Wo? Im Sonnenstudio, Lausitzer Straße 10, Aufgang C, 3. Etage, 10999 Berlin-Kreuzberg
U-Bahn: U1 bis Görlitzer Bahnhof, U8 bis Kottbusser Tor oder Schönleinstraße
Bus: M29 bis Görlitzer Bahnhof oder Spreewaldplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team.


Am 28. März 2019 findet ein Werkstattgespräch mit Bernard Stein im Rahmen der neuen Reihe „Visuelle Systeme – interdisziplinäre Perspektiven auf Schrift und Typografie“ an der Staatsbibliothek statt. Am 11. April um 19 Uhr eröffnet Anja Lutz (The Green Box) ihre Galerie AZ in der Torstraße 93 in 10119 Berlin-Mitte (Instagram) mit der Ausstellung „Library of Shapes, Texts and Structures“ von Andrea Tinnes (geöffnet auch 12./13. April 12–20 Uhr und ab 14. April nach Vereinbarung). Bis zum 28. April läuft in der Sammlung Scharf-Gerstenberg die Ausstellung „Max Erst – Zeichendieb“, in der es unter anderem um Geheimschrift geht. Und Berlin Letters rückt näher, die neue Eventhoffnung, die den prominenten Sendeplatz Mitte Mai übernimmt. Noch keine Tickets? Na dann los! Außerdem empfehlen wir einen Frühlingsausflug nach Königs Wusterhausen: In der dortigen Flurgalerie am Bahnhofsvorplatz 5 sind die typografischen Inszenierungen von Urgestein, Stammgast und Typostammtischsprecher Klaus Rähm zu sehen, sein „Buchstaben-Kabarett“. Noch bis 25. Mai.


Die Titelgrafik sowie die Titelschrift „Mogee“, eine Open-Source-Schrift (hier auf GitHub), stammen von Nadezda Kuzmina.

28.02.2019: Type Crit

Unsere Februar-Ausgabe kommt ganz neu und doch vertraut daher. Zum ersten Mal steht der Typostammtisch unter dem Motto Type Crit – an altbekanntem, gemütlichen Ort.

Freut euch auf momentan noch streng geheime Kritiker aus Unibetrieb, Lettering und Brand Type (Neugierige lassen sich die Namen peu à peu via Twitter zuzwitschern). Ob Konsens oder Kontroverse: Es erwartet euch geballte Kompetenz. Also, packt eure bestgehüteten Schubladenentwürfe, Schriftfragmente und Uniprojekte ein* und bringt sie auf ein neues Level!

Auch für alle, die keine Lust haben, über eigene Entwürfe zu sprechen, wird es sicher ein toller Abend. Schaut anderen über die Schulter, erhascht Inspiration und Denkanstöße – oder trefft euch einfach auf ein paar Bier und nette Gespräche mit Schriftfreunden. Hier sei die unseren alten Hasen bestens bekannte, beliebte Location Max und Moritz mit ihrer hervorragenden Küche (Flammkuchen! Königsberger Klopse!) erwähnt; endlich können wir den einstigen Typostammtischstammstandort mal wieder beehren. Die Plätze im Obergeschoss (ihr erinnert euch) sind begrenzt. Aber wir können problemlos grüppchenweise den regulären Gaststättenbetrieb erobern, wenn’s oben voll wird.

* Bitte bringt nach Möglichkeit Ausdrucke mit. Ein Notdrucker ist zwar vorhanden, es sollte aber nicht zur Schlangenbildung kommen. Und am Rechner kann man nicht so gut „auwa“ (aua?) neben das Komma schreiben.

Wann? Donnerstag, 28. Februar 2019 um 19 Uhr
Wo? 1. OG (Beletage) im Max & Moritz, Oranienstraße 162, 10969 Berlin
U-Bahn: Linie U1 oder U8 bis Haltestelle Kottbusser Tor
Bus: Linien 140, M29, N8 bis Haltestelle Adalbertstraße/Oranienstraße

Wir freuen uns auf euch und eure Entwürfe,
euer Typostammtisch-Team.


Ab dem 16. Februar ist in der Berlinischen Galerie die Ausstellung „Underground Architecture“ zu sehen, die sich den Berliner U-Bahnhöfen widmet. Bestimmt sind auch viele Schriftschilder zu bestaunen. Ebenfalls in der Berlinischen läuft bis zum 11. März die Ausstellung „Freiheit“ über die Kunst der wenig bekannten Novembergruppe (1918–1935), darunter Werke mit Typografiebezug. Und am 15. März ist Tag der Druckkunst, juhu! Beim Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BKK) gibt es dazu eine praktische Übersicht – und allein in Berlin rund ein Dutzend Dinge zu tun und zu sehen.


Die Titelzeile ist gesetzt in der Pyk von Erica Carras, die vor kurzem mit einem TDC Award ausgezeichnet wurde. Das Titelbild stammt aus dem persönlichen Archiv von Stefan Papst. Korrigiert hat Luc(as) de Groot.

25.01.2019: Mastering Type 2018

Wir wünschen euch von ganzem Herzen alles Gute für 2019 und freuen uns auf ein Jahr mit vielfältigen Themen, unterschiedlichsten Formaten und abwechslungsreichen Vortragenden. Los geht’s im Januar: Gemeinsam blicken wir über den regionalen typografischen Tellerrand.

Mit Mastering Type 2018 versammeln wir Abschlussarbeiten in Berlin, die im letzten Jahr in internationalen Masterstudiengängen im Bereich Schriftgestaltung entstanden sind. Die Ausstellung bietet die einmalige Gelegenheit, insgesamt 40 Projekte aus den Studiengängen in Amiens (FR), Buenos Aires (AR), Den Haag (NL), Lausanne (CH), Nancy (FR) und Reading (UK) an einem Ort zu sehen. Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Was sind die aktuell spannendsten typografischen Themen? Welche unerwarteten konzeptionellen oder gestalterischen Ansätze wurden gewählt? Oder sieht eigentlich eh alles wieder so aus wie im letzten Jahr?

Achtung, die Ausstellungseröffnung findet am Freitag (!) um 19 Uhr statt, danach ist genügend Zeit für Analyse und Gespräch, gegen 21:30 müssen wir leider zum Ende kommen und die Räume um 22 Uhr schließen. Getränkeverkauf vor Ort.

Am Samstagnachmittag steht der Prozess hinter den Arbeiten im Vordergrund. Wir freuen uns auf Aldo Arillo, Dominic Stanley, Hidetaka Yamasaki, Katja Schimmel, Mona Franz, Namrata Goyal und Rafał Buchner, die in kurzen Vorträgen (auf Deutsch und Englisch) ihre Projekte und die dazugehörigen Arbeitsschritte, Zwischenergebnisse und Denkweisen vorstellen.

Die Präsentationen am Samstag startet pünktlich um 16 Uhr in der Aula der UdK (im ersten Stock). Unabhängig davon könnt ihr die Ausstellung in der Zeit von 12 bis 19 Uhr besichtigen.

Wann?
Ausstellungseröffnung: Freitag, den 25. Januar 2019 um 19 Uhr (Einlass 18:30)
Präsentationen: Samstag, den 26. Januar 2019 um 16 Uhr (Ausstellung: 12–19 Uhr)
Wo? Im Medienhaus der Universität der Künste Berlin,
Grunewaldstraße 2–5, 10823 Berlin, Ausstellung in der Galerie im Erdgeschoss,
Präsentationen am Samstag Nachmittag in der Aula im 1. OG
U-Bahn: Linie U7, Haltestelle Kleistpark
Bus: Linien 106, 187, 204, M48, M85, N7, Haltestelle Kleistpark

Bis dahin, wir freuen uns!
Euer Typostammtisch-Team


Die Ausstellung ABC des Reisens in der Kunstbibliothek kann noch bis 10. Februar besucht werden. Das Haus der Kulturen der Welt wird in nächster Zeit mit verschiedensten Veranstaltungen des Projekts „Das Neue Alphabet“ bespielt. Schon am 19. Januar werden im HKW Antworten auf die Frage „Wie politisch ist das Bauhaus?“ gesucht. Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge widmet sich 2019 einer vierteiligen Ausstellungsreihe zur Gestaltungssprache der Moderne. Am 22. Januar hält Dan Reynolds im Rahmen der „Materialität von Schriftlichkeit“-Reihe einen Vortrag mit dem Titel „Die Verbreitung einzelner serifenloser Schriften durch das deutschsprachige Schriftgießereigewerbe im 19. Jahrhundert“. Verena Gerlach spricht dort am 5. Februar „Über differenzierende Typografie und sichtbar gemachte gedankliche Welten in der Buchgestaltung.“


Die Titelzeile ist in der Cardone Bold von Fátima Lázaro gesetzt.
Das Titelbild stammt von Mastering Type 2017 und wurde von Tanja Blaufuß aufgenommen.

29.11.2018: Typostammquiz XI

Unter welchem Namen ist der Ips typographus auch bekannt? Welche typografische Persönlichkeit verbirgt sich hinter dem Anagramm „Mega Don Dracula“? Und wo benötigt man eigentlich einen Rhotizitätshaken?*

Richtig geraten, es ist wieder Typostammquiz-Zeit! Für die elfte Ausgabe unserer typografischen Raterunde steuern die beiden Vorjahresfinalisten Friedrich Althausen (Gewinner 2017) und Dan Reynolds (Gewinner 2014 und 2009) die Fragen bei. Aber keine Angst, für ein ausgewogenes Quizerlebnis sind neben den berühmt-be­rüch­tigten Fachfragen auch lösbare Aufgaben dabei. Beantwortet wird das Ganze wieder in zufällig ausgelosten Teams. Egal ob Quizneuling oder Seriensieger, alle haben gute Chancen auf die vorderen Plätze und einen tollen Preis.

Apropos Preise, für den Gabentisch sind wir auf euch angewiesen: Überlegt schon mal, ob ihr oder eure Arbeitgeber passende Preise zur Verfügung stellen könnt. Bücher, Plakate, Schriftmuster, Shirts, Selbstgemachtes, Rares – kurz gesagt alles, was das typografische Herz höher schlagen lässt! Bringt die Präsente einfach am 29. November mit oder gebt sie im Vorhinein bei LucasFonts in der Eisenacher Straße 56 in Schöneberg ab. Postzusendungen sind selbstverständlich auch möglich.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Wann? Am Donnerstag, den 29. November um 19 Uhr
Wo? Zum Böhmischen Dorf, Sanderstraße 11, 12047 Berlin
Achtung: Im Böhmischen Dorf gibt es nichts zu essen,
also stärkt euch vorher – reichlich Auswahl im Umfeld!

U-Bahn:
Linie U8 bis Schönleinstraße oder Hermannplatz
Linie U7 bis Hermannplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team

*Diese drei Fragen stammen aus dem Vorjahr, die korrekten Antworten lauten. Buchdrucker, Claude Garamond und Sprachwissenschaften


Im Kunstquartier Bethanien werden vom 16. bis 18. November auf der artbook.berlin verschiedenste  Künstlerbücher und Editionen präsentiert. Am 22. November feiert die Buchdruckwerkstatt Volta Press Geburtstag und lädt zur Ausstellungseröffnung ins Kapitel 21 in Berlin-Moabit ein. Freunde der bebilderten Sprache werden am 29. November bei der Diskussionsrunde Talk Emoji to me in den Räumlichkeiten von Mozilla Berlin fündig (und schaffen es danach auch noch locker rechtzeitig zum Typostammquiz). Als Teil der berlinweiten Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe 100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19 zeigt die Staatsbibliothek zu Berlin bis 15. Dezember die Ausstellung Druckerschwärze Roter Stern. Revolution an der Litfaßsäule. Deutschland 1918/20. Am 1. Dezember präsentiert das CLB Berlin die Ausstellung 10 x 100 = 1000 NUMBERS des Berliner Grafikdesigners Martin Gnadt.


Die Titelzeile ist in der Tweak Display von Katja Schimmel gesetzt. Das Titelbild zeigt das Fragezeichen des Variable Fonts entlang der Distortion-Achse.