Auftakt 2016: Ausstellung der Masterarbeiten 2015

Typostammtisch Berlin am 28. Janaur 2016: Absolventen-Ausstellung, bestens besucht!
Typostammtisch Berlin am 28. Januar 2016: Absolventen-Ausstellung, bestens besucht!

Der erste Typostammtisch des Jahres war ein Außentermin, und gleich ein voller Erfolg: Am Donnerstag, den 28. Januar, haben wir (im Medienhaus der UdK) die Abschlussarbeiten der Type Design Master 2015 aus Den Haag (NL), Reading (GB) und Moskau (RU) gezeigt – insgesamt 34 beeindruckende, vielfältige Schriftentwürfe, changierend in Ästhetik, technischer Finesse und Anwendungspotential, alle mit hohem gestalterischen Anspruch und hervorragend präsentiert (aus Den Haag gab es sogar Dokumentationsbücher dazu).

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Studierende der UdK aus den Typografie-Seminaren von Jenny Baese halfen beim Aufbau – vielen Dank! Hier Ismaël Sanou und Johannes Schmoll beim Einsatz an den Pappen. (Fotos Olli Meier)
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Arne Winter, Student der „Burg“ (in der Bildmitte sitzend), kam aus Halle mit Kommilitonen fürs Schriften-Kucken nach Berlin gereist.

Type Design in Den Haag, Reading, Moskau

Flankiert von den anwesenden, mit „H“- und „R“-Aufklebern kenntlich gemachten „Mastern“ gaben frühere Absolventen/-innen der Masterstudiengänge Type and Media (MA) in Den Haag und MA Typeface Design in Reading, Fritz Grögel und Amélie Bonet, den rund 120 (!!!) Gästen einen Überblick, wie und von welchen Dozenten dort unterrichtet wird (leider von deutlich zu wenig Dozentinnen, wie Fritz Grögel in Richtung Den Haag anprangerte). Die Schwerpunkte sind, grob gesagt, in Den Haag Handwerk/Technik und in Reading Forschung/Historie.

In Moskau vermittelt Einzelkämpfer Alexander Tarbeev in seinem Type Design Workshop fundiertes Können und Wissen und gibt seinen Schützlingen Mittel an die Hand, um im internationalen Schriftgeschehen und speziell an der Schnittstelle (am Zusammenwirken) Lateinisch-Kyrillisch tatkräftig mitwirken zu können. Schriftgestalterinnen wie die preisgekrönte Maria Doreuli sind bei Tarbeev (hier sein Profil bei Paratype) in die Lehre gegangen. Die Abschlussarbeiten wurden bereits bei der Typeface Graduation Projects Exhibition 2015 in Moskau gezeigt – die Ausstellung dort haben Maria Doreuli und Katerina Kochkina organisiert  – und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. So konnten wir unsere Ausstellung Ost-West-grenzübergreifend ergänzen und freuen uns darüber sehr (nicht nur aus Sensibilität für Fragen der Diversität … vor allem ist die Gesamtschau interessanter, und die Arbeiten verdienen ein breites Publikum!).

Schnell noch jemanden einladen … Sonja Knecht mit Alexander Nagel („Typografische Notizen“, Shutterstock 2015), im Hintergrund Philipp Neumeyer, Absolvent „H“ 2015, Schriftentwürfe „Elma + Frederick“ (Foto Luc(as) de Groot)
Schnell noch jemanden einladen: Sonja Knecht mit Alexander Nagel („Typografische Notizen“), im Hintergrund Philipp „zweiter Vorname“ Neumeyer, Absolvent Den Haag 2015 und jetzt bei LucasFonts. Seine Arbeit: „Elma + Frederick“. (Fotos Lucas de Groot)

TStT 20160128 photo Lucas de Groot – Anfang

Type Design und Typografie in Berlin

Auch und gerade hier in Berlin und Umgebung kann man die Grundlagen der Schriftgestaltung und der Typografie (sowie Kalligrafie, Lettering, Interface Design, den Umgang mit Webfonts usw.) erlernen; die Auswahl an Studiengängen, Gasthörmöglichkeiten, Workshops usw. ist groß! Wir haben uns sehr darüber gefreut, wie viele Dozenten und Dozentinnen unserer Einladung gefolgt sind und für alle Interessierten ansprechbar waren (und weiterhin sind), ebenso wie Typostammtischler/innen (Typostammtischlernde? – ihr wisst schon) aus den eigenen Reihen:

Andrea Tinnes (Professorin für Schrift und Typografie „an der Burg“ = Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle),  Jürgen Huber und Martin Wenzel (beide unterrichten an der HTW Berlin, zusammen sind sie Supertype), Wim Westerfeld (Professor für Typografie/Schriftgestaltung und Prorektor an der Kunsthochschule Weissensee), Typostammtisch-Stammgäste Frank Rausch (macht bei Raureif mit Geschäftspartner Timm Kekeritz „was mit Äpps“, berichtet davon zum Beispiel beim TYPO Day und unterrichtet Interface Design an der Fachhochschule Potsdam, die übrigens als einzige bislang auf Twitter präsent ist: @FHPotsdam).

Dann (wie man im Englischen so schön stolz sagt) „our very own“ Verena Gerlach (zusammen mit Fritz Grögel Herausgeberin des schönen, lehrreichen Buches Karbid – Berlin – de la lettre peinte au caractère typographique, beide unterstützen tatkräftig den Typostammtisch; Verena gibt Workshops von Polen bis nach Algerien und Thailand, in Berlin unterrichtet sie semesterweise an diversen Hochschulen) und Jenny Baese, ebenfalls Typostammtisch-Mitorganisatorin; sie unterrichtet an der UdK Berlin Typografie und hat dankenswerterweise den tollen Ausstellungsraum, den Getränkeverkauf vor Ort und helfenden Hände organisiert; auch ihr UdK-Kollege Thomas Lehner kam vorbei. Aus Leipzig (dort gibt es einen Studiengang Buchkunst/Grafik-Design mit einer Klasse Type-Design“ an der  HGB) war jetzt leider niemand da, aber das holen wir nach (und laden die Kolleginnen und Kollegen jetzt schon mal herzlich ein, sich und ihren Schriftunterricht beim Typostammtisch vorzustellen).

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Ein gut besuchter Typoausstellungsstammtisch am 28. Januar 2016: Olli Meier und Jenny Baese eröffnen den Abend.

Sehr gefreut haben wir uns über das Baby und den Besuch von Type-and-Media-Absolventin Martina Flor (Online-Teaching, Lettering-Workshops weltweit, Gastdozentin diverser Hochschulen) und Stargast Just van Rossum (Letterror) aus Den Haag, der zur Zeit mit grafischen Bewegtkunstwerken (via Twitter/FB) Freude verbreitet und dies (die Gestaltung mit DrawBot und die Freude daran) auch als Dozent in den Haag und in Workshops weltweit vermittelt.

„Our very own“ Luc(as) de Groot, der seit rund 20 Jahren an der Fachhochschule in Potsdam die Grundlagen der Schriftgestaltung unterrichtet (auf Anfrage auch für Gasthörer/-innen, immer Mittwoch vormittags Kurs 1 und nachmittags Kurs 2), hatte von dort sein selbstgemachtes Ausstellungsfaltsystem angeschleppt. Das schön-schlichte Konzept – es brachte die Arbeiten bestens zur Geltung – sorgte fast für genauso viel Furore wie die tollen Schriften. Einige haben schon nachgefragt: Bastelanleitung in Arbeit! Lucas hat übrigens auch den Druck der Ausstellungsplakate gesponsert und persönlich betreut – tausend Dank.

Martina Flor, Lettering-Fachfrau und Gründerin der Berlin Summer Type School, hier „at my first type event with baby“ (Foto Jürgen Siebert).
Lettering-Fachfrau Martina Flor hier „at my first type event with baby“ (Foto Jürgen Siebert).

Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch und die Begeisterung von Jürgen Siebert (Programmdirektor der TYPO Berlin), der ja immer wieder auf die enorme Schriftgestalter- und Typografinnen-Dichte Berlins verweist … q.e.d. 🙂

Auch Typostammtisch-Gründer Ivo Gabrowitsch hat den Weg auf sich genommen  – super! (Lieben Dank an dich, Ivo, und an deinen Mit-Typostammstammtischler Florian Hardwig, für eure super Supervision und Übergabe! Glaubt ja nicht, dass wir auf euch verzichten wollen …)

TStT 20160128 photo Lucas de Groot – Klaus schaut prägnant
Das Publikum – allen voran (Bildmitte) Klaus Rähm, Typostammtischler der ersten Stunde – lauscht aufmerksam den Einleitungen …
TStT 20160128 photo Lucas de Groot – Fritz trägt vor
Fritz Grögel beschreibt den Studiengang in Den Haag; die kleine blonde Dame in Blau ist Andrea Tinnes, Professorin für Typografie an der Burg Halle (sie brachte Studierende mit); der Mann mit der roten Mütze ist Philipp Neumeyer (alle schon weiter oben erwähnt/verlinkt); ganz rechts im Bild Tilmann Hielscher (Link und Erklärung weiter unten).

So, und den Rest und die vielen Details und die vielen netten Begegnungen müsst ihr euch von denen berichten lassen, die dabei waren. Zum Beispiel beim nächsten Stammtisch, der ein „Stammtisch-Stammtisch“ wird: Wir treffen uns einfach zum Plaudern, um uns austauschen, für Neues aus der Branche. Wer mag kann dann – und letztlich bei all unseren Treffen! – eigene Arbeiten mitbringen, uns und alle Anwesenden ansprechen, sich kollegialen Rat holen, sich nach typografischen Lern- und Lehrerfahrungen erkundigen. Einladung folgt, Termin steht schon fest: 25. Februar. Bis dann!

Links zu allen Abschlussarbeiten ganz unten.

Vorsprung durch Hektik: Schriftentwurf „Ronkey“ von Den-Haag-Absolvent Benedikt Bramböck, der leider nicht da sein konnte – aber die Austellung im Vorfeld und aus der Feren entscheidend mitgestaltet hat (danke dir)! (Foto Lucas de Groot)
Hier Ronkey von Den-Haag-Absolvent Benedikt Bramböck (aka @arialcrime), jetzt Mitarbeiter bei Alphabet Type, der leider nicht da sein konnte, aber die Austellung im Vorfeld und aus der Ferne entscheidend mitgestaltet hat (danke dir)! Man beachte bitte auch den großartigen Blindtext. (Foto Lucas de Groot)
Jannis Riethmüller, TYPO Berlin Editorial Team’s managing editor 2015 – and a true Brainchild indeed (foto Lucas de Groot)!
Jannis Riethmüller, TYPO Berlin Editorial Team’s Managing Editor – und yep, ein echtes „Brainchild“! (Foto Lucas de Groot)
TStT 20160128 by Alexander Nagel – Lucas de Groot
The amusement of photographing a crowded graduate exhibition – Lucas de Groot genießt den erhebenden Moment (Foto Alexander Nagel).
TStT 20160128 by Sonja Knecht – Lorenz Seeger & Harry Keller
Lorenz Seeger und Harry Keller (mit Sonja Knecht), ehemals Edenspiekermann und zusammen mit Lars Krüger Gründer von diesdas.digital, berichten im Wochenrückblick auf ihrem Blog von ihrem fröhlichen Besuch bei uns – danke euch!
TStT 20160128 by Sonja Knecht – Tilmann Hielscher
in letzter Minute erwischt: Tilmann Hielscher, Absolvent 2015 (Den Haag) und Kreator der Ligan Display, die wir für unsere Einladung verwenden durften – vielen Dank noch mal! Tilmann trägt (voller Stolz und zu Recht) das „H“ für Den Haag – so haben wir die Absolventen kenntlich gemacht, „R“ stand für Reading (aus Moskau war leider niemand da).
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Olli Meier vom Typostammtisch-Team verstaut die Ausstellungsplakate sorgsam … (Foto Sonja Knecht)

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TStT 20160128 photo Lucas de Groot – als wenn nüscht gewesen wäre
Kaum eine Stunde nach Ausstellungsende: als wenn nichts gewesen wäre!
TStT 20160128 by Sonja Knecht – Lucas de Groot Georg Seifert
Können sich kaum losreißen: Lucas de Groot und Georg Seifert (Vater von Glyphs und der Graublau Sans, die wir aktuell für unsere Website nutzen), der schnell noch vorbeigeradelt kam …
TStT 20160128 by Sonja Knecht – Defender bepackt
… während die gesamte Ausstellung schon wieder im de Groot’schen Defender verpackt und bereit für den Abtransport war.

Hier alle präsentierten  Abschlussarbeiten:

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28.01.16: Mastering Type 2015

Eifriges Schmöckern erwünschtEin schönes neues Jahr! 2016 starten wir mit einem Außentermin:
Am Donnerstag, den 28. Januar treffen wir uns im Medienhaus der UdK.

Wir zeigen – Trommelwirbel, Tusch, Fanfare – die Abschlussarbeiten 2015 der frisch gebackenen Type Design Master aus Den Haag (NL) und Reading (GB).

Wie wird dort Schriftgestaltung unterrichtet?
Bei welchen Dozenten und wie intensiv?
Welche Schwerpunkte setzen sie?

Absolventen und Absolventinnen der Masterstudiengänge Type and Media (MA) in Den Haag und MA Typeface Design in Reading geben kurze Einführungen, beantworten Fragen und freuen sich über regen Austausch. Wir erwarten auch Dozenten Berliner Design-Hochschulen und natürlich alle, die sich für eine fundierte Ausbildung in Sachen Schriftgestaltung interessieren. Nutzt die Chance!

Achtung: Die Präsentation ist einmalig nur an diesem Abend.

Das heißt: Die Abschlussarbeiten sind tatsächlich nur hier und jetzt zu sehen, und zwar inklusive der Dokumentationen (zu den Arbeiten aus Den Haag, in Buchform), die sonst nur in der Schule oder privat gezeigt werden. Lasst euch das nicht entgehen. (Wir hoffen zwar auf weitere Ausstellungsmöglichkeiten für die Plakate, noch ist aber nichts ins Sicht.) Wir beginnen mit der Kurzeinführung pünktlich um 19:15, müssen gegen 21:30 zum Ende kommen und die Räume um 22 Uhr schließen. Getränkeverkauf vor Ort.

Wann? Am Donnerstag, den 28. Januar um 19 Uhr.
Wo? Im Medienhaus der Universität der Künste Berlin,
Grunewaldstraße 2–5, 10823 Berlin, in der Aula im 1. OG
U-Bahn: Linie U7, Haltestelle Kleistpark
Bus: Linien M48, M85, 106, 187, 204, Haltestelle Kleistpark

Die Titelzeile wurde gesetzt aus der Ligan Display von Tilmann Hielscher (Absolvent Type and Media 2015). Dank für das Foto © Maria Doreuli, aufgenommen bei der Eröffnung der Typeface Graduation Projects Exhibition 2015 in Moskau.

 

Typo-Quiz 2015: Herzlichen Dank für die zahlreichen Spenden!

Der 51. Typostammtisch am 17. November 2015 war gleichzeitig das achte Typo-Quiz der Geschichte – gut besucht und mit viel Enthusiasmus begangen, eingebettet in Belobigungen für Ivo Gabrowitsch und Florian Hardwig. Die beiden (anfangs Gründervater Gabrowitsch alleine) haben den Typostammtisch mit Hirn und Herz durch acht Jahre und 50 Treffen gesteuert. Dafür ernteten sie liebe Worte, Umarmungen und einen dicken Blumenstrauß (Florian) bzw. einen Sack Blumenzwiebeln (Ivo, weil er wie immer mit dem Fahrrad da war und einen Garten hat weit draußen).

Die Tränchen waren getrocknet, die Kerzen auf den Tischen brannten, der Gabentisch war aufgebaut und das typografische Quiz, ausgearbeitet von Vorjahressieger Dan Reynolds mit Unterstützung von Jan Middendorp, ging in die erste Runde: Gruppen von vier bis fünf Leuten, vorher per Los an einen Tisch gewürfelt, rangen um die richtige Lösung kniffeliger Typo-Fragen. Die beiden Gruppen, die am besten abschnitten, durften jeweils jemanden aus ihrer Mitte ins Schlussduell schicken. „Wie ihr wisst, dauert ein Typo-Quiz 90 Minuten und am Ende gewinnt Florian Hardwig“ hatte es in unserer Ankündigung geheißen – so tatsächlich auch dieses Mal. Aber vorher lieferte er sich mit Stephen Coles ein heißes Kopf-an-Kopf-Duell …

Florian Hardwig beherrscht abgefeimteste typografische Fragen im Schlaf, Stephen Coles bleibt cool; inks vorne Jan Midsendorp als Quizmaster mit Supervisor Dan Reynolds, recht Fritz Grögel als Anstandsdame, Ulrike Rausch fiebert mit.
Florian Hardwig beherrscht abgefeimteste typografische Fragen im Schlaf, Stephen Coles bleibt cool; links vorne Jan Middendorp als Quizmaster mit Supervisor Dan Reynolds, rechts Fritz Grögel als Anstandsdame, Ulrike Rausch fiebert mit.

Gewinnen tut schlussendlich jeder und darf sich ein Geschenk aussuchen. Verblüfft über eigenes Wissen (oder Nichtwissen, oder Irrtümer) und überraschende Lösungen hatten wir jede Menge Spaß – und bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mit ihren Spenden unseren Gabentisch so reich ausgestattet haben:

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17.11.15: Typo-Quiz

2015 ist kein Jahr wie jedes andere: Wir verlegen Weihnachten um einen Monat vor und veranstalten unser traditionelles Weihnachtsquiz heuer bereits am Dienstag (!), den 17. November 2015.

Wie ihr wisst dauert ein Typo-Quiz 90 Minuten und am Ende gewinnt Florian Hardwig. Aber immerhin gibt es danach für alle Geschenke! Damit das (mit den Geschenken) auch diesmal klappt, braucehn wir eure Unterstützung. Bitte seht mal fix nach, was ihr für den Gabentisch beisteuern könnt: Bücher, Plakate, Schriftmuster, Shirts, handgeknüpfte Monumentalinschriften … alles, was der Typokinder Augen leuchten lässt! Bringt die Präsente einfach am 17. November mit.

Wer an dem Abend nicht dabei sein kann und trotzdem einen Preis zur Verfügung stellen möchte, ist herzlich eingeladen, diesen bei LucasFonts abzugeben. LucasFonts findet ihr in der Eisenacher Straße 56 in Schöneberg. Montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr könnt ihr dort etwas abgeben, bei Lucas, Sonja oder Lieselotte Schäfer. Continue reading „17.11.15: Typo-Quiz“

{BTST 09.15}: Rückblick auf den Rückblick

Die Titelzeile ist gesetzt aus der halben* Centennial, entworfen von Adrian Frutiger zum 100-jährigen Jubiläum von Linotype. Im Gedenken an einen der größten Schriftgestalter aller Zeiten. *) 100/2 = 50!

Abschiedsvortrag von Florian Hardwig und mir, Ivo Gabrowitsch. Mit freundlicher Unterstützung von Malte Kaune.

Was haben der Jubiläumsstammtisch vom 30. September und die Handlung von Zurück in die Zukunft II gemein? Beide liegen in der Vergangenheit. Ein letztes Mal organisierten mein umtriebiger Kompagnon Florian Hardwig und ich die hauptstädtische Veranstaltungsreihe und durften dabei vier großartige Pecha-Kucha-Vorträge ankündigen. Verena Gerlach sprach in sechs Minuten und 40 Sekunden über ihre zahlreichen aktuellen Schriftprojekte, Jürgen Siebert darüber, wie er sich 1971 eine rosa Levi’s kaufte, in der er Mick Jagger nachäffen konnte, SuZi Zimmermann über Typografie in Bewegung und Frank Rausch über Typografie aus der Zukunft, Teil 1.

Danach ließen wir es uns nicht nehmen und schauten auf neun Jahre Berliner Typostammtisch zurück. Als kleine Rekapitulation des Abends zeigen wir hier noch einmal die von uns präsentierten Folien. Unterstützt wurden wir bei deren Erstellung vom großartigen Malte Kaune, der damit einmal mehr bewies, wie viel man mit grafischer Gestaltung aus einem dicken Zahlenbatzen herauskitzeln kann.

Die Organisation des Stammtischs hat uns über die Jahre großen Spaß gemacht. Nun ist es Zeit, das Projekt in neue, engagierte Hände zu übergeben. Wir bedanken uns bei allen Vortragenden, Helfern und Gästen, die den Typostammtisch zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution in der Berliner Kreativszene gemacht haben.

Wie es genau weitergeht, erfahrt ihr in Kürze.

{BTST 09.15}: Vergangenheit, Zukunft, Pecha-Kucha

Die Titelzeile ist gesetzt aus der halben* Centennial, entworfen von Adrian Frutiger zum 100-jährigen Jubiläum von Linotype. Im Gedenken an einen der größten Schriftgestalter aller Zeiten. *) 100/2 = 50!

© Foto: Jens Tenhaeff, aufgenommen zum 34. Typostammtisch am 13.12.2012 (5. Typostammquiz)

Mit langsamen, gleichsam unaufhaltsamen Schritten kündigt er sich an: der 50. Berliner Typostammtisch. Was fast auf den Tag genau vor neun Jahren begann, erreicht nun eine magische Marke, an die seinerzeit noch nicht zu denken war.

Auch zum Jubiläum sollen die Teilnehmer selbst im Mittelpunkt stehen – mit der überfälligen Wiederholung eines Pecha-Kucha-Abends. Dafür brauchen wir eure Mitarbeit. Wir benötigen fünf bis acht Interessierte, die je einen Kurzvortrag mit einer Länge von 6 Minuten und 40 Sekunden halten wollen. Auf insgesamt 20 Folien, die je nur und exakt 20 Sekunden zu sehen sein werden, darf thematisch alles untergebracht werden, was das typografische Herz in Verzückung geraten lässt. Jede und jeder darf, nein, soll sich angesprochen fühlen, mitzumachen.

Wir sind sicher, dass ihr alle spannende Projekte, Ideen, Arbeiten, Theorien, Erfahrungen habt, die es wert sind, vorgestellt zu werden. Denn um den fachlichen Austausch bei Speis und Trank mit Gleichgesinnten geht es seit jeher beim Typostammtisch. Bitte schickt uns eine E-Mail mit eurem Pecha-Kucha-Thema. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. (Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels haben sich bereits zwei Interessenten gemeldet. Die Vortragenden werden unmittelbar auf @typostammtisch vorgestellt.)

Zusätzlich werden wir noch einmal auf die ersten 50 Jahre Stammtische zurückblicken: an einige Höhepunkte erinnern, ein paar Zahlen zusammentragen, von Früher™ berichten.

Zu guter Letzt: Wir beide werden die Organisation des Typostammtischs im neuen Jahr abgeben. Die runde 50 ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, frischem Wind und neuen Impulsen die Tür zu öffnen. Dass das für die Veranstaltungsreihe eine gute Entscheidung ist, daran zweifeln wir nicht im Geringsten. Wir wissen nämlich schon, was ihr nicht wisst, aber erfahren werdet. Beim Fünfzigsten nämlich.

Ivo Gabrowitsch und Florian Hardwig

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{BTST 07.15}: Auf zum Buchstabenmuseum

Die Titelzeile ist gesetzt aus der Babetta. (Viktor Nübel, 2013).

Für die Sommerausgabe des Typostammtischs machen wir erneut einen Ausflug. Diesmal sind wir zu Gast im Buchstabenmuseum!

Los geht’s um 19 Uhr. Für ein feines Programm ist gesorgt: Engagierte Freunde und Helfer des Buchstabenmuseums haben sich freundlicherweise bereit erklärt, ihre persönlichen Geschichten zu ausgewählten Exponaten zu erzählen – wie diese entstanden sind oder über welche Umwege sie in die Sammlung gefunden haben. Zwischen 19.30 und 20 Uhr kann man an vier Stationen Spannendes erfahren und Fragen stellen. Davor, danach und dazwischen gibt es kühle Getränke auf der TypoTerrazza.

© Foto: Buchstabenmuseum

Übrigens: Das Buchstabenmuseum muss demnächst umziehen. Der gemeinnützige Verein sucht dringend und ab sofort einen neuen Ort für seine einzigartige Sammlung – idealerweise dauerhaft und zentral in Berlin. Vielleicht hast Du einen Tip? Weitere Infos zur Immobiliensuche als PDF. Wichtig ist auch die Finanzierung des Umzugs, da kann durch Spende oder Mitgliedschaft geholfen werden.

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{BTST 05.15}: Besuch der TDC-Ausstellung

Die Titelzeile ist gesetzt aus der Minotaur Beef Bold. (Jean-Baptiste Levée, Production Type, 2014). Die Minotaur-Kollektion zählt zu den beim TDC-Wettbewerb ausgezeichneten Schriftentwürfen.

TYPO Berlin verpasst? Oder aber nicht und immer noch nicht genug von Buchstaben? So oder so, es folgt sogleich der nächste passende Termin für Berliner Schriftbegeisterte. Anlässlich des 48. Typostamm­tisches machen wir einen Ausflug und wollen gemeinsam eine Ausstellung besichtigen.

© Foto: Norman Posselt. Mehr Fotos als Vorgeschmack gibt es hier zu sehen.

Zum 61. Mal wurden Ende Januar beim Type Directors Club in New York die besten typografischen Arbeiten ausgewählt. Prämiert werden sowohl neu entworfene Schriften, als auch deren vorbildliche Anwendung, zum Beispiel in Büchern, auf Postern, Verpackungen, im Corporate-Design sowie im digitalen Einsatz. Seit dem 24. Mai 2015 sind die Sieger des 61. TDC-Wettbewerbs erstmals in Europa zu sehen, für drei Wochen im Berliner Aufbau-Haus.

Insgesamt wurden rund 1800 Arbeiten aus 58 Ländern eingereicht. In der Disziplin Schriftdesign wählten die Juroren Claudia de Almeida, Paul Barnes, Dino dos Santos und Tal Leming aus 216 eingereichten Arbeiten 22 Sieger aus. In der Kategorie Kommunikationsdesign kürten Garson Yu, Geray Gencer, Chelsea Cardinal, John Gall, Alisa Wolfson, Mike Rigby und Pum Lefebure 272 Sieger aus 28 Ländern; 48 prämierte Arbeiten kamen aus Deutschland.

Der Abend beginnt mit einem einführenden Vortrag, Getränke und Snacks wird es zum Selbstkostenpreis geben. Eine Raucherterrasse ist ebenfalls vorhanden (ich rate allerdings vom Rauchen ab, aber das ist ein anderes Thema).

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{BTST 03.15}: Das groteske einäugige „a“

Die Titelzeile ist gesetzt aus der FF Mark (Hannes von Döhren, Christoph Koeberlin, FontFont Type Department, 2013).
Sie enthält neben dem standardmäßigen einäugigen »a« auch eine zweistöckige Wahlform.

Beim Betrachten des kreisförmigen »a« der Futura darf die Frage erlaubt sein, warum der schriftgestaltende Teil der Menschheit so lange brauchte, eine so einfache und erfolgreiche Form zu entwickeln. Mit dieser Frage als Ausgangspunkt zeigt Albert‑Jan Pool, wie und warum die einäugige a-Form entwickelt wurde und welchen Einfluss das auf die Schriftgestalter der Moderne hatte.

Die Abbildung stammt aus dem Magazin a/26, dem Abschlussprojekt von Geela Eden an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Es wurde vom TDC mit einem Certificate of Typographic Excellence ausgezeichnet.

Oberflächlich betrachtet bildet das aufrechte einäugige »a« ein Unikum in der Geschichte der Groteskschriften. Auf die Frage aber, wer und warum zum ersten Mal ein solches »a« gestaltete, gab es bisher keine Antwort. Grund genug für unseren Gast, einige Untersuchungen anzustellen, von denen er uns beim 47. Berliner Typostammtisch berichten wird.

Es begab sich nämlich folgendermaßen: Am Anfang stand ein Reiseführer für griechische Ausgrabungsstätten. Von da an scheint die Entwicklung des einäugigen »a« das Ergebnis eines langen (typografischen) Dialogs zwischen römischen Schreibern, königlich-französischen Kalligrafen, bayerischen Kartografen, Lithografen, Schulschrift-Reformern, englischen und sächsischen Schriftgießern, amerikanischen Holzgraveuren, preußischen Zeichnern und gar einem Berliner Dichter zu sein. Das alles, bevor die Konstruktivisten überhaupt anfingen, Einfluss auf die Schriftgestaltung zu nehmen.

Im Vortrag spielen außerdem drei deutsche Märchenfiguren sowie einige schöne Raritäten aus dem 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle. Mehr soll hier aber noch nicht verraten werden.

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{BTST 01.15}: Japanische Kalligrafie

Die Titelzeile ist gesetzt aus der FF Bauer Grotesk (Thomas Ackermann, Felix Bonge, 2014)

Wer schon einmal in Japan durch eine größere Stadt gelaufen ist, wird die zahlreichen Kalligrafie-Ausstellungen bemerkt haben. Nicht nur Museen und Galerien, auch Cafés, Buchhandlungen oder Kaufhäuser zeigen allerortens kalligrafische Werke. Dass jede einzelne auch noch gut und mit Muße besucht ist, ist umso bemerkenswerter. In Europa kennt man das nur von Ausstellungen berühmter Gemälde und Kunstwerke.

Als unser Gast Toshiya Izumo noch in Japan lebte, konnte er noch nicht so recht verstehen, was seine Landsleute dabei bewegte und was sie sich dabei dachten. Erkannten sie etwas, was er nicht erkannte? Er stellte sich die Frage, was man eigentlich bei einer Kalligrafie-Ausstellung sieht? Waren die Leute am Inhalt interessiert? Interpretierte jeder die Werke individuell und hatten sie auf jeden eine andere Wirkung – so wie in der Kunst? Haben die Werke einen tieferen Sinn? Und wenn ja, welchen?

Toshiya geht diesen Fragen in seinem Vortrag nach und hofft, damit besonders Schriftgestaltern und -anwendern neue Einsichten, Antworten und Ideen zu geben und freut sich natürlich darauf, seine Begeisterung für Kalligrafie zu teilen.

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