27.09.2018: Golnar Kat Rahmani

Nach dem gut besuchten Sommerstammtisch unter Kastanien samt Schriftspaziergang gehen wir es im September wieder ein bisschen ruhiger an, doch auch diesmal bleiben wir dem Thema „Schrift und Architektur“ im weitesten Sinne treu. Wir freuen uns auf eine Einführung in Quadratkufi, einen der ältesten arabischen/persischen Kalligrafiestile. Diese Schreibform findet dank ihrer starren, streng geometrischen Formensprache beispielsweise in Gebäudeinschriften im arabischen und persischen Raum seine Anwendung, ist aber auch auf alten Teppichen und in mittelalterlichen Manuskripten zu finden.

Durch den Abend führt Golnar Kat Rahmani, Grafikdesignerin mit Schwerpunkt persische und arabische Typografie. Sie absolvierte ihr Studium an der Kunsthochschule Weissensee und betreibt das Designbüro „Katrahmani“ in Berlin. Für ihre vorwiegend aus dem kulturellen Bereich stammenden Auftraggeber entwickelt die Gestalterin mit iranischen Wurzeln Erscheinungsbilder, Magazine, Bücher und Plakate.

Wann? Donnerstag, 27. September, 19 Uhr
Wo? Lausitzer Straße 10, Aufgang C, 3. Etage, 10999 Berlin-Kreuzberg
U-Bahn: U1 bis Görlitzer Bahnhof, U8 bis Kottbusser Tor oder Schönleinstraße
Bus: M29 bis Görlitzer Bahnhof oder Spreewaldplatz

Wir freuen uns auf euch,
euer Typostammtisch-Team

 


Unsere aktuellen Tipps: Noch bis 18. November gibt es im Deutschen Technikmuseum fotografische Einblicke in die letzte Berliner Notenstecherei-Werkstatt. Die Kunstbiliothek feiert ihr 150-jähriges Bestehen und zeigt unter dem Titel ABC des Reisens einen vielfältigen Querschnitt ihrer Sammlung. Bei 100 jahre bauhaus: Ein kritischer Diskurs am 27. September wird in der Akademie der Künste in insgesamt drei Podiumsdiskussionen die Rolle des Bauhauses damals und heute erörtert. Im Scriptorium Berlin findet am 22. September ein Kalligrafieworkshop mit Rainer Wiebe statt. Wer per Video in Buchstaben baden will, kann nach und nach die Vorträge der diesjährigen ATypI verfolgen, zum Beispiel die grandiose Keynote von Matthew Carter.


Die Titelzeile wurde in der Jabin von Frida Medrano (Gewinnerin des SOTA Catalyst Award 2018) gesetzt. Die Grafik stammt von Golnar Kat Rahmani.

23.08.18: Biergarten & Schriftspaziergang

Berliner Bodenbuchstaben

Wie beim letzten Typostammtisch bleiben wir auch im August an der frischen Luft. Wir treffen uns im Prater Biergarten in Prenzlauer Berg, um unter den Kastanienbäumen – entsprechend der Typostammtischgrundidee – zu quatschen, Bücher und Fundstücke herzuzeigen und uns über typografische Neuigkeiten auszutauschen. Wir freuen uns über alle mitgebrachten Arbeiten: egal, ob als erste Idee, Skizze, ein Designdetail oder Technisches, aus dem laufenden Prozess oder kurz vor dem letzten i-Tüpfelchen. Bringt einfach mit, was ihr zeigen und mit anderen besprechen möchtet.

Bei schlechtem Wetter kann es kurzfristig eine Umplanung geben. Bitte checkt also am Typostammtischtag sicherheitshalber noch mal eure Mails: Falls wir verlegen müssen, schicken wir einen weiteren Newsletter!

Extra vorab: Schriftspaziergang in Mitte

Noch mehr Frischluft gibt es vorab beim traditionellen Schriftspaziergang mit Florian Hardwig und Fritz Grögel. Wie in den letzten beiden Jahren führen sie buchstabenkundig durch Berlin-Mitte, zu Perlen und Säuen der Schrift-, Bau- und Begräbniskultur. Kosten tut es nix; ihr dürft dem Typostammtisch aber gern etwas spenden. Unser Spaziergang startet um 15:30 Uhr und endet zwischen 18 und 19 Uhr im Prater. Die Teilnehmerzahl ist limitiert, wir sind derzeit ausgebucht. Bitte sagt ab, falls ihr nicht könnt. Die Route ist die gleiche wie im Vorjahr. Den genauen Treffpunkt für den Schriftspaziergang geben wir euch per Mail bekannt.

Wann? Am Donnerstag, den 23. August um 19 Uhr.
Wo? Prater Biergarten, Kastanienallee 7–9, 10435 Berlin

U-Bahn: Linie U2 bis Eberswalder Straße
Tram: M1/M10/12 bis Eberswalder Straße

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team


Museen statt Seen! Diesen Monat empfehlen wir als typografische Erfrischungen:

Die Graphische Sammlung des Kupferstichkabinetts bietet nicht nur angenehme Temperaturen, sondern derzeit die Ausstellung Bilder aus dem Dreißigjährigen Krieg. Ab 24. August sind dort zudem Zeichnungen Aus Rembrandts Werkstatt ausgestellt. Albert Kapr wäre dieses Jahr (übrigens gemeinsam mit Herb Lubalin und Hermann Zapf) 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum die Lebenswerkausstellung Albert Kapr 100 – ein ganz besonderer Grund für einen Besuch in Leipzig. Arbeiten des französischen Grafikerkollektivs „Grapus“ zeigt bis 3. Oktober 2018 das Berliner Bröhan-Museum.


Die Titelzeile wurde in der Infini von Sandrine Nugue gesetzt.
Das Titelbild stammt von Florian Hardwig und zeigt Berliner Bodenbuchstaben.

11.04.18: Veronika Burian

Please scroll down for English version.

Wie letztes Jahr findet der Typostammtisch im April auch diesmal am Vorabend der Typo Labs statt. Wir treffen uns ausnahmsweise am Mittwoch und freuen uns auf zahlreiche internationale Besucher. Als Sprecherin dürfen wir Veronika Burian von der Foundry TypeTogether bei uns begrüßen.

Veronika studierte Industriedesign in München und arbeitete als Produktdesignerin in Wien und Mailand. 2003 schloss sie das Typeface-Design-Masterprogramm in Reading ab. Gemeinsam mit José Scaglione gründete sie drei Jahre später das Schriftenlabel TypeTogether. Aber genug vorweggenommen. Wie das eine zum anderen führte wird sie uns selbst erzählen.

Wir freuen uns darauf, gemeinsam einem Blick auf die Projekte, Arbeitsweise und Gedanken hinter TypeTogether zu werfen und Einblicke in Veronikas persönlichen Werdegang zu erhalten. Nach dem Vortrag ist dann noch genügend Zeit, um fachzusimpeln und sich mit den internationalen Gästen auszutauschen.

Der Vortrag findet auf Englisch statt.

Wir freuen uns darauf,
euer Typostammtisch-Team

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It probably does not count as a tradition if something is done twice in a row, regardless we are looking forward to again welcome the international type community to Berlin this April. As a perfect start into the intense and interesting days that are Typo Labs 2018, we are very proud to welcome Veronika Burian as our speaker for this special occasion.

After studying Industrial Design in Munich and working as a product designer in Vienna and Milan, she graduated from the Reading’s Typeface Design master program in 2003. Three years later she founded the type foundry TypeTogether together with José Scaglione, publishing original typefaces and collaborating on tailored typefaces for a variety of clients ever since.

We look forward to getting a glimpse of the projects, working methods and thinking behind TypeTogether, as well as getting an inside look at Veronika’s personal career path. After the talk, there will be enough time to get to know the local type crowd and mingle with international guests.

The talk will be in English.

See you soon in Berlin,
your Typostammtisch Team

 

When? On Wednesday, 11th of April, at 7 pm
Where? At LucasFonts, Eisenacher Straße 56, 10823 Berlin-Schöneberg
U-Bahn: U7 to Eisenacher Straße
Bus: M48, M85, 104, 187, N42 to Albertstraße
S-Bahn: S1 to Julius-Leber-Brücke or S1, S41, S42, S45, S46 to S Schöneberg

 


Diesen Monat möchten wir euch auf folgende Events hinweisen:

Petra Rüth veranstaltet ihr nächstes kostenfreies Meetup für alle Schreibinteressierten am 18. April, Zitat Petra: „Vielleicht animiert es einige Theoretiker, sich auch mal praktisch auszutoben“. Autor Jens Müller präsentiert im Gespräch mit Dr. Michael Lailach (Kurator und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kunstbibliothek Berlin) und Typostammtischgast Prof. Bernard Stein (Ott+Stein) das laut PAGE Magazin „beste Buch über deutsche Designgeschichte“: Design-Pioniere. Die Erfindung der grafischen Moderne (parallel auf Englisch erschienen unter dem Titel Pioneers of German Graphic Design): Donnerstag 26. April, 18 bis 20 Uhr, Kunstbibliothek am Matthäikirchplatz 6 in Berlin-Tiergarten, Eintritt frei. Und vom 27. bis 29. April 2018 richten die 24. Leipziger Typotage den Blick auf damals, heute und in der Zukunft.


Die Titelzeile zeigt die Protipo Narrow Semibold Italic von Veronika Burian & José Scaglione.
Das Foto zeigt die Essay Text von Ellmer Stefan im Book Type Catalogue von TypeTogether.

26.01.18: Mastering Type 2017 und Schrift Unterrichten

Wir wünschen euch von ganzem Herzen alles Gute fürs (inzwischen nicht mehr ganz so) neue Jahr! Beim Typostammtisch starten wir 2018 mit einem Doppelpack gleich richtig durch, denn neben Gewohntem bieten wir diesmal auch etwas Neues, aber lest selbst.

Zum bereits dritten Mal beginnen wir das Jahr mit „Mastering Type“, der internationalen Ausstellung von Masterarbeiten aus dem Bereich Schriftgestaltung. Diesmal präsentieren wir die Abschlussprojekte 2017 der Studiengänge aus Amiens (FR), Den Haag (NL), Nancy (FR), Reading (UK) und Zürich (CH). Als Eröffnung präsentieren außerdem acht frischgebackene Alumni persönlich vor Ort ihre Arbeiten (auf Deutsch und Englisch). Wir freuen uns auf aufschlussreiche Einsichten und ungefilterte Erkenntnisse. Gleichzeitig präsentieren wir viele Projekte auch mit den dazugehörigen Dokumentationen und bieten damit detaillierte Einblicke in den Entstehungs- und Entscheidungsprozess.

Achtung, wir beginnen pünktlich am Freitag (!) um 19 Uhr, müssen den Abend relativ straff gestalten, gegen 21:30 zum Ende kommen und die Räume um 22 Uhr schließen. Getränkeverkauf vor Ort.

Am Samstag Nachmittag stellen wir uns gemeinsam mit Lucas de Groot (FH Potsdam), Jürgen Huber (HTW Berlin), Stephan Müller (HGB Leipzig) und Andrea Tinnes (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle) die Frage, wie in und um Berlin Schrift unterrichtet wird. Wie begeistert man Studierende für Schrift? Welche Schwerpunkte setzen die einzelnen Schulen? Welche Rolle spielen analoge Techniken und historische Recherche? Was ist verbesserungswürdig, und wie sieht der ideale Schriftunterricht aus?

Die Gesprächsrunde am Samstag startet um 16 Uhr in der Aula der UdK (im ersten Stock); unabhängig davon könnt ihr die Ausstellung in der Zeit von 12–19 Uhr besichtigen.

Wann?
Ausstellungseröffnung: Freitag, den 26. Januar 2018 um 19 Uhr (Einlass 18:30)
Diskussionsrunde: Samstag, den 27. Januar 2018 um 16 Uhr (Ausstellung: 12–19 Uhr)
Wo? Im Medienhaus der Universität der Künste Berlin,
Grunewaldstraße 2–5, 10823 Berlin, Ausstellung in der Galerie im Erdgeschoss,
Gesprächsrunde am Samstag Nachmittag in der Aula im 1. OG
U-Bahn: Linie U7, Haltestelle Kleistpark
Bus: Linien 106, 187, 204, M48, M85, N7, Haltestelle Kleistpark

Bis dahin, wir freuen uns!
Euer Typostammtisch-Team

30.11.17: Typostammquiz X

Das Jahr 2017 neigt sich rasant dem Ende zu, der letzte Typostammtisch steht an: das legendäre Typostammquiz. Schon zum zehnten Mal bildet unsere abwechslungsreiche Raterunde den traditionellen Jahresabschluss, und auch diesmal können wir uns auf einen spannenden und unterhaltsamen Abend freuen.

Die Vorjahresfinalisten Jens Kutílek und Benedikt Bramböck feilen schon eifrig an der Feinabstimmung für die Fragen, beim Gabentisch seid ihr gefragt. Überlegt schon mal, ob ihr oder eure Arbeitgeber passende Preise zur Verfügung stellen könnt. Bücher, Plakate, Schriftmuster, Shirts, Selbstgemachtes, Rares … kurz gesagt alles, was das typografische Herz höher schlagen lässt! Bringt die Präsente einfach am 30. November mit oder gebt sie im Vorhinein bei LucasFonts in der Eisenacher Straße 56 in Schöneberg ab. Postzusendungen sind selbstverständlich auch möglich.

Am bewährten Modus ändert sich nichts: Das Quiz bestreiten wir wie gewohnt in zufällig zusammengewürfelten Gruppen, sodass auch weniger erfahrene Ratefüchse und -fähen gute Chancen auf die vorderen Plätze haben – vom Lern- und Kennenlernfaktor mal ganz abgesehen.

Wir freuen uns auf euch!

Wann? Am Donnerstag, den 30. November um 19 Uhr.
Wo? Zum Böhmischen Dorf, Sanderstraße 11, 12047 Berlin
Achtung: Im Böhmischen Dorf gibt es nichts zu essen,
also stärkt euch vorher – reichlich Auswahl im Umfeld!

U-Bahn:
Linie U8 bis Schönleinstraße oder Hermannplatz
Linie U7 bis Hermannplatz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team


Diesen Monat möchten wir euch auf folgende Veranstaltungen hinweisen:

Die monumentale Typo-Installation Forever von Barbara Kruger lässt sich noch bis 22. Dezember bei Sprüth Magers bestaunen. Im Museum der Dinge gibt es bis zum 26. Februar 2018 in der Ausstellung FOTO | ALBUM 
private und anonyme Fotografie zu sehen. Seit 16. November zeigt das Künstlerhaus Bethanien unter dem Titel Neue schwarze Romantik Arbeiten von 34 Künstlern, die sich mit den Themen Realität, Wahrnehmung und Zweifel auseinandersetzen. Freunde von Street-Art werden noch bis 30. November bei The Art of Banksy fündig.


Die Titelzeile wurde im Negra-Schnitt der Atahualpa von Alejandro Lo Celso gesetzt.
Das Titelbild zeigt das Fragezeichen aus Thomas Huot-Marchands Mineral Bold.

 

31.08.17: Biergarten & Schriftspaziergang

Im August verlegen wir den Typostammtisch nach draußen. Wir treffen uns im Prater Biergarten im Prenzlauer Berg, um dort unter den Kastanienbäumen – entsprechend der Grundidee des Typostammtisches – zu quatschen, Bücher und Fundstücke herzuzeigen und uns über typografische Neuigkeiten auszutauschen. Wir freuen uns über alle spontan mitgebrachten Arbeiten: egal, ob sie noch im Prozess, vielleicht nur eine vage Idee oder auch schon kurz vor der Fertigstellung sind. Bringt einfach mit, was ihr zeigen möchtet!

Bei schlechtem Wetter kann es eine kurzfristige Umplanung geben. Bitte checkt an diesem Tag sicherheitshalber noch mal eure Mails. Falls wir verlegen müssen, schicken wir einen weiteren Newsletter!

Schriftspaziergang in Mitte

Noch mehr Frischluft gibt es zuvor beim traditionellen Schriftspaziergang mit Florian Hardwig und Fritz Grögel. Wie im Vorjahr führen die beiden durch Berlin-Mitte, zu Perlen und Säuen der Schrift-, Bau- und Begräbniskultur.

Der Schriftspaziergang startet um 16 Uhr und endet zwischen 18 und 19 Uhr im Prater Biergarten. Kosten tut es nix, aber ihr dürft dem Typostammtisch gerne etwas spenden. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 limitiert, die Route ist die gleiche wie im Vorjahr. Den genauen Treffpunkt für den Schriftspaziergang geben wir dann per Mail bekannt.

Wann? Am Donnerstag, den 31. August um 19 Uhr.
Wo? Prater Biergarten, Kastanienallee 7 – 9, 10435 Berlin
U-Bahn: Linie U2 bis Eberswalder Straße
Tram: M1/M10/12 bis Eberswalder Straße

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team


Diesen Monat möchten wir euch auf folgenden typografischen Leckerbissen hinweisen:

Bis 14. September zeigt die Kunstbibliothek Berlin in der Ausstellung Radlerei! 200 Jahre Fahrradmotive in der Kunstbibliothek mit vielen Plakaten, Fotografien, Drucken, Büchern und Zeitschriften aus den unterschiedlichsten Epochen. Unter dem Titel Politik gestalten werden im Ministerium für Illustration noch bis 9. September Plakate der Klassen Hickmann und Wagenbreth präsentiert, die im Rahmen einer gemeinsamen Plakataktion enstanden sind. Mit der Ausstellung Other Inbox präsentiert die Galerie Urban Spree noch bis 3. September die vielseitigen Buchstabenexperimente des Künstlers Rylsee.


Die Titelzeile wurde in der Tacite Light von Pauline Le Pape gesetzt.
Das Titelbild stammt von Florian Hardwig und zeigt die Schriftspaziergehenden des letzten Jahres.

05.04.17: David Březina

Achtung: Wegen großem Interesse wurde der Veranstaltungsort geändert!
Attention: Due to high demand, the location of the event has been changed!

Please scroll down for English version.

Unser kommender Typostammtisch findet ausnahmsweise, aus gutem Grund, an einem Mittwoch statt: dem Vorabend der diesjährigen TYPO Labs. Zur Einstimmung auf drei spannende Konferenztage haben wir David Březina von Rosetta Type zu Gast.

David stellt das Rosetta-Team (hier im Interview) mit aktuellen Projekten vor und erklärt, wie sie Arbeitsweisen, Workflow und Tools – Stichwort Editor-Unabhängigkeit – so organisieren, dass eine relativ kleine Firma große Custom-Font-Projekte bewältigen kann. Dabei geht er auch auf Fragen schriftsystemübergreifender Gestaltung und Harmonisierung ein. Im zweiten Teil spricht er über seine Doktorarbeit: „Koherenz in der Schriftgestaltung“. Warum ist es schwierig, zu definieren, was verschiedene Buchstabenformen miteinander verbindet, und warum wäre es gut, Ähnlichkeitsverhältnisse flexibel und wiederverwendbar bestimmen zu können? Gestaltung und Lehre könnten davon enorm profitieren; zudem stellt sich, so David, dank jüngster Erkenntnisse im Bereich „Deep Learning“ die Grundsatzfrage, was Schriften sind.

Achtung, wir treffen uns im Büro von LucasFonts in Schöneberg und freuen uns auf ein internationales Treffen mit regem Austausch: weniger zu den Fonttechnologien selbst (dazu ist in den Tagen danach ausgiebig Zeit), sondern über Arbeitsalltag, Kundenwünsche und Forschung.

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Our next Typostammtisch Berlin will be on Wednesday before Typo Labs: as a perfect start for some super interesting days, and opportunity for conference guests to connect with the local type crowd. Happy to have David Březina of Rosetta Type as our speaking guest!

David introduces the Rosetta team, talks about recent work and how they set up their workflow and tools. Preferring an editor-independent font production process, the relatively small company is able to tackle large custom projects. David will also cover questions of multi-script design and harmonisation. The second part is about his PhD research on coherence in typeface design. Focusing on the difficulty of finding relations between character shapes, David explains why it would be great if these relationships could be formalised in a flexible and reusable way: it might help to design and teach type more effectively, plus, with recent advancements in deep learning, lead us to rethink what typefaces actually are.

We will meet at the office of Lucas de Groot’s foundry LucasFonts in Schöneberg – hoping for a lively exchange: not so much about technologies (plenty of time the days after), but about daily business, clients demands and research.

Der Vortrag findet auf Englisch statt.
The talk will be in English.

When? On Wednesday, 5th of April, at 7 pm
Where? At LucasFonts, Eisenacher Straße 56, 10823 Berlin-Schöneberg
U-Bahn: U7 to Eisenacher Straße
Bus: M48, M85, 104, 187, N42 to Albertstraße
S-Bahn: S1 to Julius-Leber-Brücke or S1, S41, S42, S45, S46 to S Schöneberg

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team


This month we would like to attract your attention to:

The exhibition Writing Pictures – Picture Writing. Chinese Poster and Book Design Today about the emergent graphic design scene in China and Hong Kong, presented in the Berlin Kunstbibliothek – find out about their spectacular graphic design collection (would take some days, actually). For German speaking audiences: On 4th of April, the Staatsbibliothek presents Zwischen Handwerk und Industrie: Der Verlagseinband des 19. Jahrhunderts, a talk by Thomas-Klaus Jacob. Starting on April 1st, the exhibition BERLIN.STADT.MAGAZIN focuses on the design and history of Berlin’s city journals “tip” and “Zitty”.

Our legendary Buchstabenmuseum (Museum of Letters) is closed at the moment, but we cannot not mention it: remember to go there next time to see Barbara Dechant’s exorbitant collection of original shop front letter signs. And then there is the wonderful Museum der Dinge (Museum of Things), which chronicles the product culture of the 20th and 21st centuries, mostly from the archives of the Deutscher Werkbund (founded in 1907). Or just walk around in the here and now of Berlin to find typographic signs all over the place. For inspiration you might like to follow @Berlin_Type@hardwig or have a look here.


Die Titelzeile wurde in einem noch unveröffentlichten Schriftenfwurf von David Březina gesetzt.
Das Foto zeigt ein Detail des Rosetta-Schriftmusters für Nassim von Titus Nemeth.

23.02.17: Jérôme Knebusch

Warum haben gebrochene Schriften einen schlechten Ruf? Wie entstanden Antiqua-Schriften? Weshalb haben sie die gotische Formsprache fast vollständig verdrängt? Und gibt es da nicht noch was dazwischen?

Mit solchen Grundsatzfragen setzt sich Jérôme Knebusch intensiv auseinander. In seinem Forschungsprojekt „Halbgotische, Gotico-Antiqua, Fere-Humanistica: zwischen Gebrochener Schrift und Antiqua“ untersucht er unter anderem die Motivation deutscher Drucker, sich im 15. Jahrhundert in Italien niederzulassen, und fragt sich, wo genau sich beispielsweise Nicolas Jenson – einer der bedeutendsten Drucker aller Zeiten – zwischen 1460 und 1470 aufhielt. Jérôme erläutert, warum man sich intensiver mit den Schriften von Peter Schöffers (und nicht zwingend mit denen seines Meisters Johannes Gutenberg) beschäftigen sollte. Auch treibt ihn die Frage um, warum Dutzende der äußerst abwechslungsreichen Schriftentwürfe von damals nicht in heutige Schriftklassifikationen passen. Und was hat das alles mit der Berliner Privatpresse „Officina Serpentis“ zu tun?

Der deutsch-französische Designer Jérôme Knebusch studierte an der Kunsthochschule von Nancy, der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und besuchte den postgraduellen Lehrgang am Atelier National de Recherche Typographique (ANRT) in Nancy. Heute unterrichtet er dort selbst, lehrt außerdem in Metz und betreibt sein Atelier für Typographie in Frankfurt am Main. Zu seinen Schriftenwürfen zählt die unkonventionelle Schriftfamilie Instant, die 2012 bei der französischen BAT Foundry erschien. Daneben arbeitet er am Mammutprojekt decodeunicode mit, gibt regelmäßig Workshops und präsentierte zuletzt mit der Ausstellung Pangramme studentische Schriftentwürfe der letzten Jahre. Wir freuen uns auf ihn!

Wann? Am Donnerstag, den 23. Februar um 19 Uhr.
Wo? Im Café Bilderbuch, Akazienstraße 28, 10823 Berlin (Beletage, 1. OG)
U-Bahn: Linie U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: Linie S1 bis Julius-Leber-Brücke
Bus: 104/106/187/M48/M85/N42 Kaiser-Wilhelm-Platz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team


Diesen Monat möchten wir auf folgende typografische Leckerbissen hinweisen:

Am 5. März eröffnet im Museum für Druckkunst in Leipzig die von Jost Hochuli kuratierte Ausstellung „Tschichold in St. Gallen“, die sich mit der Arbeitsbibliothek von Jan Tschichold beschäfigt; mehr über Tchicholds faszinierende Faszikel im Bericht über die Tÿpo St.Gallen von Sonja Knecht. In der Materialitätsreihe der Berliner Staatsbibliothek spricht am 7. März Typostammgast Dr. Thomas Maier von der Kunstuniversität Linz über „Technische Rahmenbedingungen des Schriftdesigns“, hier geht es zur Übersicht und Anmeldung. Andreas Frohloff, Fritz Grögel und Reinhard Kittel suchen für ihr Projekt „OST/SCHRIFT/MALER“ Fotografien und Dokumenten zum Beruf des Schrift-, Plakat- und Grafik­malers in Ostdeutschland in der Zeit von 1945 bis 1995 und sind für Hinweise jeder Art dankbar.


Die Titelzeile wurde in einem noch namenlosen Schriftentwurf von Jérôme Knebusch gesetzt. Das Titelbild zeigt einen Druck von Konrad Sweynheim & Arnold Pannartz aus dem Jahr 1465; er stammt aus der ersten Druckerei Italiens, in Subiaco bei Rom.

27.10.16: Merle Sommer

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Das Gestalten neuer Schriften sorgt immer wieder für Diskussionsstoff. Sie „erfolgreich“ zu vertreiben ist meist auch keine leichte Aufgabe. Um potenzielle Anwender von den neuen Formen zu überzeugen werden aufwendige Animationen erstellt, Schriftmuster mit außergewöhnlichem Papier gestaltet und Microsites entwickelt. Hilfsprogramme und Tools werden programmiert, Blogbeiträge erstellt, Newsletter versandt, Anwendungsbeispiele gezeigt und es wird getwittert, was das Zeug hält.

Doch wie wirken sich gut gestaltete Schriftpräsentionen, Einführungsangebote oder Testfonts auf das Kaufverhalten aus? Welche Rolle spielen Awards und Erwähnungen in Bestenlisten? Und was sind die größten Herausforderungen am Schriftmarkt heute und in der nahen Zukunft?

Betreut von Indra Kupferschmid beschäftigt sich Merle Sommer in ihrer Arbeit mit der Vermarktung von Schriften. Neben einem Blick in die Vergangenheit untersucht sie typografische Werbung der letzten Jahre. Dabei gibt Merle nicht nur den „lauten Generalisten“, sondern auch den „leisen Spezialisten“ Raum und analysiert deren Vermarktungsstrategien auf der Suche nach der  optimalen Mischung aus Aktion, Interaktion und Information. 

Wann? Am Donnerstag, den 27. Oktober um 19 Uhr.
Wo? Im Café Bilderbuch, Akazienstraße 28, 10823 Berlin (Beletage, 1. OG)
U-Bahn: Linie U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: Linie S1 bis Julius-Leber-Brücke
Bus: 104/106/187/M48/M85/N42 Kaiser-Wilhelm-Platz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team

Diesen Monat möchten wir auf folgende Veranstaltungen hinweisen:

Am 24. Oktober 2016 führt Mathias Bertram in der Buchlounge Zehlendorf durch das Lebenswerk von Axel Bertram. Bereits zum dritten Mal gastiert Anfang November die Konferenz beyond tellerrand in Berlin. Risomania ist der Titel einer Veranstaltung bei Inkwell in Neukölln, die sich am 10. November ganz dem Risographen widmet. Prof. Betina Müller, ehemalige Professorin für Typografische Gestaltung an der FH Potsdam, bietet ab 12. November Typokurse an.


Die Titelzeile wurde im MicroPlus Narrow Bold Schnitt der Retina gesetzt, die kürzlich bei Frere-Jones Type erschienen ist. Das Titelbild mit Schriftmustern von 1993 bis 2000 stammt von Stephen Coles.

29.09.16: Robert Steinmüller

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Im September kehren wir zum klassischen Vortragsformat zurück. Wie unschwer zu erkennen ist dreht sich bei uns diesmal alles um „Monospace-Schriften“.

Mignon, Erika und Hermes sind heute großteils aus unserem Alltag verschwunden, geblieben ist die markante Formensprache ihrer Buchstaben. Nichtproportionale Schriften haben ihre Wurzeln in den mechanischen Einschränkungen früher Schreibmaschinen, heute sind sie aber viel mehr als schnöde Dicktengleichheitsnostalgie. Vorrangig formgebend für Code jeder Art finden sie auch vermehrt im Grafikdesign immer wieder – manchmal mehr, manchmal weniger überzeugend – Anwendung. Ein Blick auf die Neuerscheinungen der letzten Jahre zeigt einen vielseitigen Formenkanon von sachlich-zurückhaltend, über historisch-tributzollend bis hin zu extravagant-selbstbewusst.

Unter dem Titel „Position Monospace – Nichtproportionale Schriften gestern, heute, morgen“ befasste sich Robert Steinmüller im Rahmen seiner Masterarbeit an der FH Potsdam mit genau diesem Thema. Neben einer detaillierten historischen Analyse über die Herkunft und Formensprache von Monospace-Schriften führte er auch Interviews mit Gestaltern wie Peter Biľak, Erik van Blokland, Friedrich Forssman, Lucas de Groot, Albert-Jan Pool und Georg Seifert. Abgerundet wird seine Untersuchung mit einem Blick in die zukünftigen Einsatzbereiche dieser speziellen Schriften, die schon heute weit über technische Zwangsanwendungen hinaus gehen.

Wann? Am Donnerstag, den 29. September um 19 Uhr.
Wo? Im Café Bilderbuch, Akazienstraße 28, 10823 Berlin
U-Bahn: Linie U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: Linie S1 bis Julius-Leber-Brücke
Bus: 104/106/187/M48/M85/N42 Kaiser-Wilhelm-Platz

Bis dahin euch allen eine gute Zeit,
euer Typostammtisch-Team

Zur Abwechslung gibt es an dieser Stelle zuerst eine Leseempfehlung: Passend zum Thema Monospace-Schriften möchten wir das mit wissenswerten Artikeln gespickte Magazin Footnotes der Schweizer Typefoundry La Police ans Herz legen. Unter dem Titel Göttlich Golden Genial. Weltformel Goldener Schnitt? widmet sich derzeit eine Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin diesem weit verbreiteten und nicht unumstrittenen Gestaltungsprinzip. Immer einen Besuch wert ist die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und die darin enthaltene Sammlung Grafikdesign, kuratiert von Dr. Anita Kühnel, die sich über gezieltes Nachfragen freut (denn die Sammlung ist riesig).

Die Titelzeile ist in der – selbstverständlich nichtproportionalen – Gintronic von Mark Frömberg gesetzt, die vor kurzem bei Carrois Apostrophe erschienen ist. Das Titelbild zeigt eine Olivetti lettera 22 und eine Olivetti Valentine aus der Sammlung des Museum of Applied Arts & Sciences in Sydney.