26.01.17: Mastering Type 2016

Wir wünschen euch allen ein schönes neues Jahr! Mit unserem Auftakt 2017 manifestieren wir eine beginnende Tradition (ihr erinnert euch) – und präsentieren erneut internationale studentische Schriftprojekte ausgewählter Schulen:

Neben den Abschlussarbeiten 2016 der frischgebackenen Type Design Master aus Den Haag (NL) und Reading (GB) sind dieses Mal Arbeiten von Studierenden aus Amiens und Nancy (beides in FR) sowie Prag (CZ) vertreten; zusätzlich zeigen wir Plakate aus dem Evolution-Projekt vom Type Design and Typography Studio in Prag.

Welche Schwerpunkte setzen die einzelnen Schulen? Erkennt man das an den Ergebnissen? Wie werden die Studierenden betreut? Absolventen und Absolventinnen der Studiengänge freuen sich über regen Austausch. Neben den vielen neuen Type Master, Preisträgerinnen und unseren Gästen aus Prag erwarten wir natürlich auch Lehrende und Lernende der Berliner Design-Hochschulen und alle, die sich für eine fundierte Ausbildung in Sachen Schriftgestaltung interessieren. Die Arbeiten sind – zumal in dieser Zusammenstellung und mit so vielen Beteiligten – nur hier und jetzt zu sehen (zum Teil mit ausführlichen Dokumentationen, die sonst nur in den Schulen oder privat gezeigt werden). Lasst euch das nicht entgehen.

Achtung, wir beginnen pünktlich, müssen den Abend relativ straff gestalten, gegen 21:30 zum Ende kommen und die Räume um 22 Uhr schließen. Getränkeverkauf vor Ort.

Wann? Am Donnerstag, den 26. Januar 2017 um 19 Uhr (Einlass 18:30)
Wo? Im Medienhaus der Universität der Künste Berlin,
Grunewaldstraße 2–5, 10823 Berlin, in der Galerie im Erdgeschoss
U-Bahn: Linie U7, Haltestelle Kleistpark
Bus: Linien 106, 187, 204, M48, M85, N7, Haltestelle Kleistpark

Bis dahin, wir freuen uns!
Euer Typostammtisch-Team

PS
Dieses Mal können wir die Ausstellung verlängern. Am Freitag und Samstag jeweils in der Zeit von 12 bis 18 Uhr kommt gern nochmal vorbei und betrachtet die Arbeiten in Ruhe.

Nachbericht Typo-Quiz 2016: Mitmachrekord und neue Finalisten!

img_9815-jens-benediktDer 62. Typostammtisch am 24. November 2016 war das neunte „TypoStammQuiz“ (so auch unser offizieller Hashtag) der Geschichte. Großzügige Gaben für den Geschenketisch und ein neuer Mitmachrekord sorgten für einen gelungenen Abend – wir verzeichnen über 50 Ratende (in 15 Gruppen) und mindestens 10 weitere Gäste, die es sich nicht nehmen ließen, später noch vorbeizuschauen.

So wurden sie Zeuge eines ganz besonderen Quizabschlusses: Zwei fast-neue Finalisten, nämlich „our very own“ Typostammtisch-Teammitglied Benedikt Bramböck und Font-Technologie-Legende Jens Kutílek (er war bereits 2009 und 2012 im Finale), lieferten sich ein extrem würdevolles, konzentriertes Duell und hielten fast durchgängig Gleichstand.

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Die Rotharigen rotteten sich versuchsweise zusammen, wurden dann aber per Los in verschiedene Rategruppen getrennt: Dirk Heider mit Barbara Dechant vom Buchstabenmuseum.
Gleich geht es los. Wer ist in welchem Team?
Die Spannung steigt, gleich geht es los. Wer ist in welchem Team? Hier Björn Giesecke mit Inga Plönnigs.
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Nomen est Gewinnnner-Omen! „Team N“ war topp (Foto Jens Kutílek, alle anderen Fotos Sonja Knecht).
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Änne (deren Nachnamen wir gerne nachtragen, wenn sie sich meldet), Gunnar Bittersmann, Jens Kutílek und Verena Gerlach auf der Gewinnerspur.

Beim Spielstand 6:6 mussten sich Quizmaster Florian Hardwig (an der Leinwand) und Assistent Jan Middendorp (an den Tasten) spontan eine Stichfrage für die völlig stoisch wirkenden Finalisten überlegen. Passenderweise betrat just Lucas de Groot die aufgeheizte Szenerie und sorgte wohl für die Eingebung: Wieviele Schnitte hatte seine (die erste so genannte) Superfamilie Thesis bei ihrem ersten Erscheinen?

Wir wissen nicht, ob Jens es wusste oder es sich flux ausgerechnete. Wir wissen nur, er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und lag mit seinen „144“ genau richtig (der ebenso ruhig agierende Benedikt mit „120“ wiederum nur knapp daneben). Herzlichen Glückwunsch unseren beiden großartigen Finalisten und dem frisch gekürten TypoStammQuiz-Sieger 2016, Jens Kutílek! Für die beiden Finalisten bedeutet das übrigens nicht nur, dass sie sich auf ihren Lorbeeren ausruhen dürfen; an ihnen ist es nun, sich die Fragen für das Quiz im nächsten Jahr auszudenken. Viel Vergnügen!

Zitat Bramböck: „Gegen Jens verliert man auf jeden Fall würdevoll“. Team-M-Kollege Hielscher: „Dann mach du mal.“ Benedikt machte, und zwar mit Bravour.
Zitat Bramböck: „Gegen Jens kann eigentlich nur das Ziel sein, würdevoll zu verlieren“. Zitat Hielscher: „Dann mach mal.“ Benedikt machte, und zwar mit Bravour.

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An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank unserem diesjährigen Quizmaster Florian Hardwig: Nicht nur hat er spannende, breit gefächerte Fragenfelder ausgelegt – ein Publikumsrenner waren die Schriften aus dem Berliner Stadtbild, die überwiegend von anwesenden Berliner Schriftgestalterinnen stammten – und die Antwortalternativen liebevollst ausformuliert (Brüller!), sondern in seiner fein austarierten Mischung aus Wohlwollen, Strenge und erhobenem Weizenglas das Ganze kongenial gesteuert.

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Bei aller Aufgeregtheit und 30 anspruchvollen, witzigen, abwechslungsreichen Fragen ging das Quiz in erstaunlich ruhigen Bahnen über die Bühne. Vielen Dank, lieber Florian! Regen Anteil an der Fragenentwicklung nahmen übrigens auch Florians FontsInUse-Partner Stephen Coles und Nick Sherman, aus der Ferne, wie Florian fairerweise berichtete.

Im Vordergrund: mutige Erstbesucher Daniel, Caspar (und das zum Quiz!), im Hintergrund: Paul Troppmeier zwischen Holly Brunn und vielleicht weiteren Österreichern, wir wissen es nicht.
Im Vordergrund mutige Erstbesucher Daniel, Caspar (und das zum Quiz!), im Hintergrund Stammgast Paul Troppmair zwischen Holly und vielleicht weiteren Österreichern, wir wissen es nicht. FHP und UdK jedenfalls.

Eine besondere Erwähnung gebührt TYPO-Berlin-Urgestein Benno Rudolf. Auf Anregung von Ulrike Rausch (die charmant ihren „Heimvorteil“ als Untermieterin bei ihm aka FontShop/Monotype in der Bergmannstraße nutzte) hatte er großherzig ein Ticket für die TYPO Labs 2017 beigesteuert. Diese tolle Last-Minute-Überraschung haben wir als Sonderpreis verlost, glücklicher Gewinner wurde Jannis Riethmüller – was wiederum klasse passt: Jannis setzt sich im TYPO Editorial Team Jahr für Jahr großartig ein und kann nun eine Konferenz mal einfach nur genießen. Viel Spaß dir und Spannung!

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Lucas de Groot, Tilmann Hielscher und Minjoo Ham arbeiten an der Getränkeliste für alle – auch eine Last-Minute-Geschenk-Überraschungsidee, vom lieben Lucas.


Juli Gudehus im Gespräch mit Holly, Spätankömmling Ferdinand lässt sich vom Quizmaster durch die Fragen führen, Alex Nagel bewahrt die Übersicht. Im Hintergrund gönnt sich auch Geschenkefee Jenny nun einen ruhigen Ausklang …[/caption]

Ganz herzlichen Dank allen Mitratenden und allen, die den Gabentisch so reich bestückt haben, dass Jenny Baese fast eine Stunde brauchte, um alles dekorativ zu drapieren, die Liste zu komplettieren und uns Anwesenden vom Sofa aus einen Überblick zu geben. Von Tasse bis T-Shirt war alles dabei, siehe unten (und bitte schreibt uns, falls wir jemanden oder etwas vergessen haben).

Bleibt noch, Olli Meiers wunderbare Anmoderation mit Jahresrückblick aufgreifend, uns ganz herzlich zu bedanken für 9 schöne Abende im Café Bilderbuch, für tolle Vorträge, für die Teilnahme an unseren anderen Unternehmungen – der Ausstellung zum Jahresanfang und dem Schriftspaziergang im Sommer – und dafür, dass ihr alle die Berliner „Schriftfamilie“ bereichert.

Wir sehen uns Ende Januar bei der nächsten Mastering Type Ausstellung!

Der TypoStammQuiz-Gabentisch 2016:

Weiterlesen “Nachbericht Typo-Quiz 2016: Mitmachrekord und neue Finalisten!”

25.08.16: Biergarten & Schriftspaziergang

ZLB-Berliner_Ansichten-Augustcutout_1200Unser Termin im August ist mal wieder ein Stammtisch-Stammtisch, also ohne Vortrag. Zum dritten Mal in diesem Jahr kehren wir damit zur Grundidee zurück, sich fachlich mit netten Menschen auszutauschen.

Wir treffen uns zum Quatschen, zum Bücher und Fundstücke zeigen, und unterhalten uns über typografische Neuigkeiten. Wir freuen uns über spontan mitgebrachte Arbeiten, die noch im Prozess, vielleicht nur eine vage Idee oder auch schon kurz vor der Fertigstellung sind. Bringt einfach mit, was ihr zeigen möchtet!

Und weil wir so optimistisch sind stellen wir die Tische nach draußen: Wir treffen uns ausnahmsweise nicht im Café Bilderbuch, sondern im auch typografisch besonders wertvollen Prater Biergarten im Prenzlauer Berg.

Bei schlechtem Wetter kann es eine kurzfristige Umplanung geben. Bitte checkt an diesem Tag sicherheitshalber noch mal eure Mails. Falls wir verlegen müssen, schicken wir einen weiteren Newsletter!

Schriftspaziergang in Mitte

Der Spielbus für im Sommer unterforderte Typokinder lädt im Vorgang unseres Stammtischs zu einem kleinen Stadtspaziergang: Florian Hardwig und Fritz Grögel führen auf einem Rundgang durch Berlin-Mitte, vorbei an Perlen und Säuen der Schrift-, Bau- und Begräbniskultur.

Der Schriftspaziergang startet um 16 Uhr und endet zwischen 18 und 19 Uhr. Kosten tut es nix, aber ihr könnt dem Typostammtisch gerne etwas spenden. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 limitiert, die Plätze werden nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben. Der genaue Treffpunkt wird dann per Mail bekannt gegeben.

Wann? Am Donnerstag, den 25. August um 19 Uhr.
Wo? Prater Biergarten, Kastanienallee 7 – 9, 10435 Berlin
U-Bahn: Linie U2 bis Eberswalder Straße
Tram: M1/M10/12 bis Eberswalder Straße

Bis dahin euch allen eine gute Zeit,
euer Typostammtisch-Team

Typografische Empfehlung des Hauses: Noch bis 29. August zeigt das Museum der Dinge in Berlin-Kreuzberg die Ausstellung Masse und Klasse. Gebrauchsgrafik in der DDR mit vielen Plakaten, Büchern, Verpackungen, Zeitschriften, und Buchstaben von Gert Wunderlich und Axel Bertram.

Die Titelzeile ist in der Triplex Italic von A.V. Hershey gesetzt. Diese frühe digitale (kurvenlose) Schrift wird derzeit von Frank Grießhammer gemeinsam mit den anderen „Hershey Fonts“ als OpenType-Schriften wiederbelebt. Das Titelbild zeigt einen Ausschnitt einer Karte Berlins vom August 1908, die sich in Besitz der Zentral- und Landesbibliothek Berlin befindet.

28.07.16: Viktoriya Grabowska

58_ViktoriyaLetzen Monat war mit Henning Krause ein alter Bekannter der Berliner Typo-Szene bei uns zu Gast; diesmal freuen wir uns, ein noch recht neues Gesicht präsentieren zu dürfen.

Viktoriya Grabowska ist aber bei weitem keine Unbekannte. Aufgewachsen auf der Halbinsel Krim in der Ukraine, lebt und arbeitet sie als freischaffende Grafikdesignerin und Schriftgestalterin in der Nähe von Poznań in Polen. Neben ihrer Arbeit mit unterschiedlichen Designern und Schriftherstellern wie Sorkin Type, Darden Studio, Lineto und Rosetta Type unterrichtet sie in Poznań an der University of Arts und an der School of Form. In ihren Projekten lotet sie die Grenzen von Lesbarkeit aus und spielt mit verschiedenen ideologischen und historischen Ursprüngen.

Neben expressiven Display-Schriften mit starkem Schreibschriftcharakter – Paradebeispiele sind die von gebrochener Schrift inspirierte Fruktur und die kopflastige Kavoon – gilt ihr Hauptinteresse nicht-lateinischen Schriftsystemen. Erst kürzlich erarbeitete sie die kyrillische Version für die von Cornel Windlin gestaltete Alpha Headline für das Corporate Design des Fernsehsenders »Eurosport«.

Der Vortrag ist auf Englisch.

Wann? Am Donnerstag, den 28. Juli um 19 Uhr.
Wo? Im Café Bilderbuch, Akazienstraße 28, 10823 Berlin
U-Bahn: Linie U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: Linie S1 bis Julius-Leber-Brücke
Bus: 104/106/187/M48/M85/N42 Kaiser-Wilhelm-Platz

Bis dahin euch allen eine gute Zeit,
euer Typostammtisch-Team

Noch ein paar aktuelle Schrift- und Design-Veranstaltungen in Berlin:

Vom 21. bis 24. Juli findet der alljährliche Rundgang der UdK Berlin statt, am 22. und 23. Juli werden auch an der FH Potsdam die Arbeiten der Studierenden gezeigt. Eine Woche später öffnet die HTW Berlin für ihre Werkschau die Türen. Gleichzeitig starten am 29. Juli – erstmalig und kostenlos! – die Berlin Type School Away-Days. Unter dem Titel „Gerade – Design und soziale Verantwortung“ finden Anfang September die 17. Tage der Typografie in Berlin-Wannsee statt.

Die Titelzeile wurde in der Rymex von Viktoria Grabowska gesetzt, die demnächst bei Rosetta Type erscheint und ihre Ursprünge in der Workshop-Reihe Ala has a pen hat. Das Titelbild zeigt Skizzen des Projekts.

Nachbericht Typostammtisch #57: Localize it, Henning Krause

Die meisten Menschen wundern sich darüber, dass es wiederum andere Menschen gibt, die sich ausschließlich mit Schrift beschäftigen. Vermutlich wundern sich manche noch mehr, dass es sogar Menschen gibt, die Schriften produzieren – denn schließlich ist Schrift doch einfach da.

Lokale Unterschiede in der Schreibweise von Buchstaben sind auch einfach da. Soweit kein Thema, wenn die entsprechenden regionalen Unterschiede ausschließlich mit Hand aufs Papier gebracht werden. Doch wie sieht es aus, wenn man einen Computer benutzen möchte? Was passiert, wenn dieser auch noch Zugang zum Internet hat und ich damit einen elektronischen Brief verfassen will? Was passiert, wenn ich eine Textdatei verschicke, die jemand tausende Kilometer weiter auf einem anderen Kontinent mit einer anderen Schrift öffnet? Wie verhält sich der Text in der Mail? Andere Region? Andere Spachen? Anderes Encoding?

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Stammtischbesucher Gunnar Bittersmann im Gespräch mit Henning Krause

Henning sprach hierbei nicht über die unterschiedliche Gestaltung von Buchstaben (das sei eine weitere Präsentation) – heute wolle er sich auf die Technik konzentrieren. Wer die Vorträge vom Amelie Bonet und Jan Charvát auf den TypoLabs verpasst hat, wird sich nun doppelt über die Zusammenfassung von Henning gefreut haben. In seinem Vortrag ist wunderbar deutlich geworden, dass er mit seinem Team die großartige Chance hat, „das richtige zu tun“, um es in seinen Worten zu sagen. Mit der Avenir Next will er mit seinem Team ein Belegexemplar entwickeln, wie in Zukunft mit lokalen Alternativen technisch umgegangen werden kann. Hierzu soll es ein Whitepaper geben, das nicht in den Tiefen Monotypes versteckt bleibt, sondern öffenltich gemacht werden und damit uns allen zugute kommen soll.

Besonders faszinierend fanden wir die enorme Energie und Leidenschaft, die – in Hennings Fall – hinter dem Thema steckt: Diverse berufliche und private Reisen. Gelder für regionale Spezialisten freigegeben. Linguisten befragen. Umfangreiche Recherchen, die dazu führen, dass in enger Zusammenarbeit mit dem Unicode-Konsortium bisherige regionale Standards überdacht und gegebenenfalls erweitert werden.

In der anschließenden Diskussion (die dieses Mal ausgesprochen lange und intensiv geführt wurde) ging es dann noch über die lokalen Gegebenheiten hinaus. Der Wechsel von alten Font-Standards, „combing marks“ und Unicode-Anträge kamen zur Sprache, ebenso Ängste und Notwendigkeiten im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen und neuen Standards, aber auch, wie wünschenswert eine gute Kommunikation zwischen Font- und Software-Herstellern wäre.

Vielen Dank an Henning Kause! Wir freuen uns auf die angekündigte Dokumentation, das Whitepaper von Monotype zum Thema Localisation.

30.06.16: Henning Krause

57_HenningKrause TitelDiesen Monat möchten wir euch zu einem weiteren speziellen Vortrag begrüßen. Es geht um lokalisierte, regionalisierte Versionen von Fonts – um die komplexe Technik dahinter, aber auch um Märkte und um die kulturelle Tragweite.

Henning Krause: Localize it & Capital Change RMX

Lokalisierte Formen von Sprachen und deren schriftlicher Darstellung erfahren weltweit wachsendes Interesse. Für diese Entwicklung erarbeitet Henning Krauses Team bei Monotype „lokalisierte“ Glyphenvarianten im Kyrillischen (zum Bespiel Bulgarisch oder Serbisch), im Georgischen und sogar in indischen Skripten. In Abstimmung mit Type Designern aus den jeweiligen Ländern überarbeitet Monotype kontinuierlich die Produktionsstandards.

Zur Einstimmung möchten wir kurz vom Typofest in Bulgarien berichten, wo auch Henning zu den geladenen Sprechern zählte. Mit seiner Präsentation bietet er eine Art Remix der Talks von Amélie BonetJan Charvát und Akaki Razmadze, die im Mai 2016 auf den ersten TYPO Labs vorgetragen wurden. Ursprünglich Kommunikationsdesigner, hat er bei FontShop viele Custom-Type-Projekte betreut und ist seit 2013 unter dem Monotype-Dach weiter für die Font Production verantwortlich (eurasische Custom Fonts und Library Production, ohne FontFonts). Privat entspannt sich Henning auf dem Rennrad und zwischen Plattentellern. Wir freuen uns auf anregende Gespräche mit ihm und euch!

Wann? Am Donnerstag, den 30. Juni um 19 Uhr.
Wo? Im Café Bilderbuch, Akazienstraße 28, 10823 Berlin (Beletage, 1. OG)

U-Bahn: Linie U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: Linie S1 bis Julius-Leber-Brücke
Bus: 104/106/187/M48/M85/N42 Kaiser-Wilhelm-Platz

Bis dahin euch allen eine gute Zeit,
euer Typostammtisch-Team

Noch ein paar Schrift-Events, die wir empfehlen:

Bis 26. Juni ist im Kulturforum am Potsdamer Platz die Ausstellung 100 beste Plakate 15 Deutschland Österreich Schweiz zu sehen. Schon am 25. und 26. Juni findet in Berlin-Neukölln das E-Book-Festival statt. Es folgen die Berlin Type School Away-Days 2016: Am 29. und 30. Juli stellt die Berlin Type School zusammen mit dem UdK TypoLabor ein freies Festival für Typografie und Schriftgestaltung auf die Beine – Details und Sprecherankündigungen via Twitter! Am kommenden Dienstag, den 5. Juli präsentiert in der Reihe zur „Materialität von Schriftlichkeit“ an der HU Uwe Warnke (Uwe Warnke Verlag) seinen legendären „ENTWERTER/ODER und die Folgen: vom ,Zeitschriftenunwesen‘ zur Buchkunst im DDR-Untergrund“. Wärmste Empfehlung! Anmeldung und Adresse hier.

Die Titelzeile wurde in der Gimlet von David Jonathan Ross, die auf  Georg Trumps Schadow basiert, gesetzt. Das Titelbild (aus Sofia, Bulgarien) stammt von Sonja Knecht.

 

26.05.16: Stammtisch-Stammtisch

TST-20160225-Sonja-Knecht-3-59836Wir haben zwar erst Mitte Mai, doch kann man schon jetzt mit Sicherheit sagen, dass dies so ziemlich der aufregendste Monat des Jahres ist.

Font Engineers, Typo-Techniker, Tool- und Software-Begeisterte aus aller Welt fanden sich erstmalig zu den TYPO Labs zusammen, um sich über den aktuellen Stand in Sachen Schriftproduktion auszutauschen. Hier traf sich alles was Rang und Namen hat in der technischen Entwicklung rund um Schriftgestaltung. Im direkten Anschluss öffneten sich die Türen der weltweit größten Konferenz für Typografie und Design: TYPO time! Inspiriert und motiviert durch die internationalen Besucher, durch zahlreiche Vorträge, Workshops und Abendveranstaltungen freuen wir uns nun auf den gemeinsamen Austausch im Café Bilderbuch: Was waren eure Highlights, was ist euch aufgefallen, was hat euch nicht gefallen?

Mit diesen Fragen kehren wir ein zweites Mal in diesem Jahr zurück zur Grundidee des Typostammtisches: mit netten Menschen sich fachlich austauschen. Wir treffen uns einfach zum Quatschen, Sachen zeigen, und unterhalten uns über Neues aus der Branche. Bernd Volmer bringt seinen Pen Plotter mit (nach seinem Pecha-Kucha-Vortrag „Mensch Maschine“ im März freuen wir uns sehr darüber, die Maschine in Aktion zu sehen). Thomas Maier schließt sich an und wird uns mit seiner Scriber-Sammlung beglücken. Wir freuen uns aber auch über alle spontan mitgebrachten Arbeiten, die noch im Prozess, vielleicht nur eine vage Idee oder vielleicht schon kurz vor der Fertigstellung sind. Bringt einfach mit, was ihr zeigen möchtet!

Wann? Am Donnerstag, den 26. Mai um 19 Uhr.
Wo? Im Café Bilderbuch, Akazienstraße 28, 10823 Berlin.
U-Bahn: Linie U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: Linie S1 bis Julius-Leber-Brücke
Bus: M48/M85/106/187/204 bis Kaiser-Wilhelm-Platz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team

In der nächsten Zeit finden unter anderem diese empfehlenswerten typografischen Veranstaltungen in und um Berlin statt:

Noch bis 3. Juni 2016 zeigt die ver.di MedienGalerie die Ausstellung Bleilettern aus Kreuzberg erobern die Welt, die sich mit der Geschichte der Berliner H. Bertold Schriftgießerei beschäftigt. Unter dem Titel Transformationen des Buchdrucks findet im Zentrallabor des Exzellenzclusters Bild Wissen Gestaltung am 9. und 10. Juni 2016 eine Konferenz statt. Beim dritten Walbaum-Wochenende in Weimar widmen sich an zwei Tagen Vorträge und Workshops dem Thema DDR-Alltagsschrift, mit dabei die Typostammgäste Fritz Grögel und Andreas Frohloff.

Die Titelzeile ist in der Azote von Thomas Jockin gesetzt, der in New York City den Type Thursday organisiert. Das Titelbild stammt von Sonja Knecht.

Nachbericht Typostammtisch #55: Schriften vom Fließband

Ellmer Stefan beim Typostammtisch Berlin

Letzten Donnerstag hatten wir die Ehre, dass Ellmer Stefan extra für unseren Berliner Typostammtisch aus Oslo angereist ist. Sein Vortrag „Typographiegeschichtliches Würgen“ bzw. „Type history’s gag reflex“ war eine sehr intelligente Komposition aus historischem Wissen, systematischem Gestalten und philosophischem Denken, gestützt durch eine angenehme Selbstironie.

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Ellmer Stefan (er nennt sich so herum) auf dem Typostammtisch Berlin, April 2016 (Photo Norman Posselt)
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Ellmer Stefan bannt das Typostammtisch-Publikum mit seinem intensiven Vortrag (Photo Norman Posselt)

Angelehnt an ästhetische Schriftvorbilder und Produktionsverfahren aus dem 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der beginnenden industriellen Revolution, produziert Ellmer Stefan Schriften im Wochentakt: enorm großzügige Produktivität, ein überzeugendes Gesamtkonzept mit tollen Ergebnissen und klugen Gedanken.

Sein Vortag war extrem erfrischend und motivierend; um es in Stefans Worten auszudrücken, es war mannigfaltig. Wir saßen noch lange zusammen und haben weiterdiskutiert. Gespannt verfolgen wir, wie sich sein Projekt im Laufe des Jahres weiterentwickeln wird und welche Erkenntnis/se er erfährt …

Großen Dank an Ellmer Stefan und an die vermutlich kleinste Type Foundry der Welt, die alles in allem in einen Rucksack passt, The Pyte Foundry.

Ellmer Stefan & The Pyte Foundry 3

Tipp: Verfolgt Ellmer Stefans wöchentliche Schrift-Veröffentlichungen auf Twitter und/oder seiner Website. Jeweils ab Erscheinen montags sind sie bis zum Ende der Woche kostenlos herunterzuladen – und dann nicht mehr erhältlich. Aktuell ist dort die 18. Veröffentlichung verfügbar, die passenderweise „Perdu“ heißt. Es gibt bereits leidenschaftliche Sammler wie Nick Sherman und Florian Hardwig … und es wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass wir vom „Innovantiquarian Typopoet“ hören!

Ellmer Stefan & The Pyte Foundry 1
Ellmer Stefan kurz vor der Abreise im Garten bei LucasFonts, wo er für seinen Berlin-Besuch eine blumige Bleibe gefunden hatte (vielen Dank noch mal an Lucas für das Gästezimmer!).

Titelfoto und Beitragsbilder in Schwarzweiß stammen von Norman Posselt, die Gartenbilder von Sonja Knecht.

 

25.02.16: Stammtisch-Stammtisch

Herzlich Willkommen beim TypostammtischNach unserem fulminanten Jahresauftakt machen wir es uns gemütlich.

Der kommende Typostammtisch wird ein „Stammtisch-Stammtisch“:
Wir treffen uns einfach so, zum Plaudern, Sachen zeigen,
um uns über Neuigkeiten aus der Branche auszutauschen.

Wer möchte, bringt etwas mit: laufende Arbeiten, Fragen, Bücher? Wir legen aktuelle Neuerscheinungen wie 365typo, Yearbook of Type und Czech Type zur Ansicht bereit.

Freut euch auf unsere neue Location! 

Nach Jahren im Max & Moritz in Kreuzberg – an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank – wechseln wir ins Café Bilderbuch nach Schöneberg. Die Beletage dort im ersten Stock bietet mehr Platz und hat sogar eine kleine Bühne.

Wichtig: Den Getränkeverkauf haben wir dort in „unserem“ Raum, Speisen leider nicht. Das heißt, wer Hunger hat, isst bitte vorher oder unten im Café: sehr lecker! Wir haben schon mal vorgekostet … Melanie und ihr Team freuen sich auf uns.

Wann? Am Donnerstag, den 25. Februar um 19 Uhr.
Wo? Im 1. OG (Beletage) des Café Bilderbuch, Akazienstraße 28, 10823 Berlin

U-Bahn: Linie U7 bis Eisenacher Straße
S-Bahn: Linie S1 bis Julius-Leber-Brücke
Bus: M48/M85/106/187/204 bis Kaiser-Wilhelm-Platz

Bis dahin,
euer Typostammtisch-Team

Die Titelzeile wurde aus der Cobalte von Jean-Baptiste Levée (Production Type) gesetzt.

28.01.16: Mastering Type 2015

Eifriges Schmöckern erwünschtEin schönes neues Jahr! 2016 starten wir mit einem Außentermin:
Am Donnerstag, den 28. Januar treffen wir uns im Medienhaus der UdK.

Wir zeigen – Trommelwirbel, Tusch, Fanfare – die Abschlussarbeiten 2015 der frisch gebackenen Type Design Master aus Den Haag (NL) und Reading (GB).

Wie wird dort Schriftgestaltung unterrichtet?
Bei welchen Dozenten und wie intensiv?
Welche Schwerpunkte setzen sie?

Absolventen und Absolventinnen der Masterstudiengänge Type and Media (MA) in Den Haag und MA Typeface Design in Reading geben kurze Einführungen, beantworten Fragen und freuen sich über regen Austausch. Wir erwarten auch Dozenten Berliner Design-Hochschulen und natürlich alle, die sich für eine fundierte Ausbildung in Sachen Schriftgestaltung interessieren. Nutzt die Chance!

Achtung: Die Präsentation ist einmalig nur an diesem Abend.

Das heißt: Die Abschlussarbeiten sind tatsächlich nur hier und jetzt zu sehen, und zwar inklusive der Dokumentationen (zu den Arbeiten aus Den Haag, in Buchform), die sonst nur in der Schule oder privat gezeigt werden. Lasst euch das nicht entgehen. (Wir hoffen zwar auf weitere Ausstellungsmöglichkeiten für die Plakate, noch ist aber nichts ins Sicht.) Wir beginnen mit der Kurzeinführung pünktlich um 19:15, müssen gegen 21:30 zum Ende kommen und die Räume um 22 Uhr schließen. Getränkeverkauf vor Ort.

Wann? Am Donnerstag, den 28. Januar um 19 Uhr.
Wo? Im Medienhaus der Universität der Künste Berlin,
Grunewaldstraße 2–5, 10823 Berlin, in der Aula im 1. OG
U-Bahn: Linie U7, Haltestelle Kleistpark
Bus: Linien M48, M85, 106, 187, 204, Haltestelle Kleistpark

Die Titelzeile wurde gesetzt aus der Ligan Display von Tilmann Hielscher (Absolvent Type and Media 2015). Dank für das Foto © Maria Doreuli, aufgenommen bei der Eröffnung der Typeface Graduation Projects Exhibition 2015 in Moskau.