{BTST 12.12}: Stanley Kubricks Lieblingsschrift

Die Titelgrafik wurde gesetzt aus der Aeronaut (Georg Herold-Wildfellner)

© Fotos: Jens Tenhaeff, weitere Fotos hier

Wenn Typostammtischmitorganisator Florian Hardwig nach seiner letztjährigen Rolle als Quizmaster wieder als Ratender beim Typostammquiz an den Start geht, ist die Favoritenrolle vergeben. So tat er dann auch, was ein Typostammquizrekordmeister tun muss: er gewann die nunmehr fünfte Veranstaltung dieser Art stellvertretend für sein Team mit Chloé, Lucy Phillips und Alexander Roth. Bereits zum dritten Mal gelang ihm dies, diesmal knapp vor Jens Kutílek. Dabei hatten es die letztjährigen Finalisten und heutigen Quizmaster Tim Ahrens und Christoph Koeberlin vor allem im Finale besonders schwer gemacht, während sie in der Hauptrunde noch einer Mischung aus Experten- und Populärwissen vertrauten. Die Fragen werden übrigens in diesen Tagen noch einmal von Christoph öffentlich im Typostammtisch-Twitter-Account wiederholt. Folgeempfehlung!

Auch Preise wurden wieder zahlreich gespendet, so dass jeder der fast 50 Teilnehmer mit mehr ging, als er oder sie kam. Stellvertretend für alle Anwesenden möchte ich mich daher noch einmal herzlich bei folgenden Spendern bedanken:

  • Volker Busse: Typodarium
  • Hannes von Döhren: signiertes Poster Brandon Grotesque DIN A0
  • FontFont: 3× signiertes FontBook, 3× Buch Made with FontFont
  • FontShop Deutschland: Buch Bewegte Schrift (Dreesbach-Verlag), Magazin Zwiebelfisch, 2× Magnetbuchstaben, Street-Style-Memory-Game, Double-Bloom-Memory-Spiel, Typotopografie-Magazin, 2× Wasserflaschen, Buch Signalethik, Buchstabenbildermemo, 3× Kaffeebecher, 2× Buch Extraordinary Records, Kalender Burg Giebichenstein, Büchlein Handgeschriebene Schriften, T-Shirt, 2× Taschen
  • Gerd Gauglitz: Bücher Wilhelm Schubert ›Das Buch bei den Griechen und Römern‹, Jean Paul ›Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch‹
  • Christine Gertsch: Buch Wim Crowel
  • Gestalten: Buch Hand to Type
  • Florian Hardwig: Kunstkatalog Mixed Pickles, vier House-Schallplatten
  • LiebeFonts: Buch Typolyrics, Typeface-Memory-Game, Weihnachtskarten
  • Lucasfonts – Schokobuchstaben, Styroporbuchstaben
  • Letter in Berlin: 3× Wendeschilder für Ladengeschäft im Siebdruck
  • Thomas Maier: buchgedruckte Poster
  • Jan Middendorp: Schriftmuster Adobe Kepler, Buch ›Graphic Design Now«, Buch ›A Taxonomy of Office Chairs‹, Buch ›The Encyclopedia of Fonts‹
  • Mota Italic: T-Shirt, Perpetual Calendar, 3× Asterisk-Baumschmuck, Tasche Mister K
  • Pacifico Grafik: Kalender, Notizbuch
  • Klaus Rähm: Typografik Tschichold (Poster)
  • Rosetta Type Foundry: Schriftmusterbuch Rosetta #1
  • Nadine Roßa: Type-Cookies
  • Hermann Schmidt Verlag: Buch Tintentanz, Buch Taschenlexikon der Angst
  • Martin Z. Schröder: Buch Max Goldt
  • Andreas Seidel: Buch Emigre-Magazin Honey Barbara, ABC-Büroklammern
  • Georg Seifert: Lizenz ›Glyphs Mini‹
  • Jürgen Siebert: Schal
  • Ilja Wanka: Helvetica-Stanzbuchstaben aus DDR-Produktion
  • Yanone: Handgefertigte Buchstabenschokolade

{BTST 12.12}: Das fünfte Typostammquiz

Die Titelgrafik wurde gesetzt aus der Aeronaut (Georg Herold-Wildfellner)

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, Weihnachten steht vor der Tür. Wer den Typostammtisch schon länger begleitet, weiß, was das heißt: Es ist wieder Zeit für Geschenke … und für unsere traditionelle Raterunde! Die beiden Finalisten des letzten Jahres, Christoph und Tim, stecken mitten in den Vorbereitungen und tragen zur Stunde knifflige Fragen für das fünfte Typostammquiz zusammen.

Auch einige Preise sind bereits eingetroffen. Ein erstes Paket mit edlen Gaben hat uns der Verlag Hermann Schmidt Mainz geschickt, weitere Schenkungen wurden von Martin Z. Schröder und Etienne Girardet angekündigt. Bitte überlege, ob auch Du (oder Dein Arbeitgeber) passende Preise zur Verfügung stellen kannst. Jede Spende ist willkommen: Bücher, Plakate, Schriftmuster, Shirts, Gutscheine, Selbstgemachtes – alles darf auf dem Gabentisch präsentiert werden. Wenn alle sich wieder so spendabel zeigen wie in den letzten Jahren, dann ist sogar für jeden Teilnehmer ein Preis garantiert. Weiterlesen “{BTST 12.12}: Das fünfte Typostammquiz”

{BTST 09.12}: Hunt Roman

Die Titelgrafik wurde gesetzt aus der schmalmageren URW Grotesk (Hermann Zapf)

Nachdem unsere kleine Sommerserie zu Lesbarkeit und Leserlichkeit mit einer lebhaften Diskussion erfolgreich abgeschlossen werden konnte, geht es nun mit einem ganz anderem Thema weiter.

Ferdinand Ulrich ist angehender Informationsdesigner, Typograf und Designforscher. Für seine Diplomarbeit an der UdK Berlin hat er sich auf schrifthistorische Spurensuche in die USA begeben und die Ursprünge der Hunt Roman recherchiert. Diese Antiqua gilt als eine der besten Schriften von Hermann Zapf. Sie ist das Resultat einer durch Jack Stauffacher vermittelten Auftragsarbeit für die weltberühmte Hunt Botanical Library in Pittsburgh. Von der Hunt Roman gibt es nur einen Schnitt, der in vier Graden für den Handsatz hergestellt wurde. Auch 50 Jahre nach ihrer Entstehung ist die Nutzung der Hausschrift exklusiv dem Hunt Institute vorbehalten. Ferdinand hat bei seinen Forschungen viele interessante Fakten zusammengetragen und konnte sich dabei u.a. direkt mit Hermann Zapf und Jack Stauffacher austauschen. Weiterlesen “{BTST 09.12}: Hunt Roman”

Aufruf zur Unterstützung der typografischen DIN-Normungsarbeit

Viele Besucher beim 31. Berliner Typostammtisch

Die letzten beiden Typostammtische zum Thema Leserlichkeit (31, 32) mit Gerard Unger, Prof. Florian Adler und Albert-Jan Pool waren nicht nur in Anbetracht der Besucherzahlen (gesamt ca. 130!), sondern auch in Bezug auf die kontroversen Diskussionen Höhepunkte in der Geschichte der Veranstaltungsreihe. Dank der erstklassigen Referenten wurde der Typostammtisch seinem Bildungsauftrag auch diesmal wieder gerecht. Albert-Jan Pools Bericht aus dem Normungssausschuss DIN 1450 sorgte gar für die bisher hitzigste und längste Diskussion aller 32 bisherigen Veranstaltungen.

Haus der Normung (© 2012 DIN Deutsches Institut für Normung e. V.)

Im Zuge dieser Diskussion erreichte mich folgender Aufruf von Albert-Jan Pool, der die Arbeit des Ausschusses als dessen Obmann in engagiertester Art und Weise geprägt hat:

Ein am 22. August heiß diskutiertes Thema war, ob es nicht besser wäre, wenn die Normblätter alle umsonst downloadbar wären. Der Verkauf der Normblätter (gedruckt und als PDF) ist eine der wesentlichen Einnahmenquellen des DIN e.V.

Wenn die Normblätter gratis werden sollten, dann muss das Geld aus anderen Quellen als die der Mitglieder und des Staates eingenommen werden. Wenn wir uns dabei erst mal nur den Normenausschuss „Schrift“ anschauen, dann müssen wir leider feststellen, dass dieser nur im geringen Maße von den teils ehrenamtlich tätigen Mitglieder und zum großen Teil vom DIN finanziert wird.

In diesem Zusammenhang wäre es zum Beispiel denkbar, dass sich neben FontShop International, Linotype und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. auch die Designverbände wie z.B. die AGD, die BGD und das Forum Typografie beteiligen würden.

Ich verstehe unsere Normenarbeit im Ausschuss „Schrift“ als eine gemeinnützige Arbeit, die Grundlagen legt für Ausbildung, Designliteratur und Vereinbarungen über Designleistungen die eine qualitative Steigerung unser Arbeit als Designer bewirken können.

Ich rufe hiermit vor allem diejenigen auf, die an dem Abend die Normungsarbeit so wichtig fanden, dass sie die entsprechenden Normblätter am liebsten sofort und gratis für alle haben wollten, sich in ihren Verbänden dafür stark zu machen, dass in den nächsten Jahren die Finanzierung der Normungsarbeit für unsere Fachgebiete als solches überhaupt gewährleistet werden kann. Wer wissen möchte wie das geht, bzw. welche Möglichkeiten es dazu gibt, kann sich gerne bei mir melden.

Mit lesbarem Gruß aus Hamburg,
Albert-Jan Pool

{BTST 08.12}: Leserlichkeit Teil 2

Grafik gesetzt in der FF DIN (Albert-Jan Pool)

Nach dem nicht nur für Sommerferienverhältnisse extrem gut besuchten Stammtisch mit Gerard Unger – knapp 75 Gäste lauschten trotz Hitze gespannt –, folgt schon der zweite Teil der Leserlichkeitsserie. Wie bereits in der letzten Einladung angekündigt, werden Florian Adler und Albert-Jan Pool vom Normungsausschuss DIN 1450 berichten und ihre Forschungsergebnisse und Normungsvorschläge vorstellen. Erwartet werden weitere Mitglieder des Arbeitsausschusses NA 152-06-02 AA „Schriften“, so dass die seltene Gelegenheit gegeben sein wird, mehrere Experten dieses Gremiums in Diskussionen zu verwickeln.

Vergleich Mittellänge und Versalhöhe verschiedener Schriften im Rahmen der Studie »Lesbarkeit von Schriften aus größeren Entfernungen« von Prof. Florian Adler

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{BTST 07.12}: Leserlichkeit Teil 1

Grafik gesetzt in der Demos (Gerard Unger)

Die organisatorischen Klippen der Fußballeuropameisterschaft haben wir erfolgreich umschifft. In der entstandenen Wartezeit haben Florian und ich an den kommenden Typostammtischen gefeilt.

Anlässlich des fertiggestellten Entwurfs der DIN 1450 „Schriften-Leserlichkeit“ widmen sich die nächsten beiden Veranstaltungen in ihren jeweiligen Initialvorträgen der Lesbarkeit und Leserlichkeit. Wir haben namhafte Experten gewinnen können, die uns hierzu ihre Ansichten und Erkenntnisse präsentieren werden.

TEIL 1: Am 26. Juli um 19 Uhr beehrt uns der niederländische Grafikdesigner, Typograf und Schriftgestalter Gerard Unger, der mit „Wie man’s liest“ ein Standardwerk zu diesem Thema geschrieben hat. Weiterlesen “{BTST 07.12}: Leserlichkeit Teil 1”

{BTST 02.12}: Gelungene Weltpremiere

Grafik gesetzt in der Libero (Christoph Koeberlin) und FF Marten (Martin Wenzel)

Den Rückblick auf den Typostammtisch mit Jan Henrik Arnold und dem Film der Ghost Army (Ankündigung) mache ich mir diesmal einfach. Ohne viele Worte zu verlieren soll nach der – ganz im Stile der gleichzeitig stattfindenden Berlinale – gelungenen Weltpremiere des Dokumentarfilms Schriftgestalten selbiger nachfolgend als Online-Weltpremiere gezeigt werden. Und los!

{BTST 02.12}: Stuttgarts Studenten & Spiekermanns Schriftgestalten

Grafik gesetzt in der Libero (Christoph Koeberlin) und FF Marten (Martin Wenzel)

Die klirrende Kälte draußen ist Anlass genug, es sich mal wieder drinnen gemütlich zu machen. Und was könnte besser wärmen, als die Gesellschaft Gleichgesinnter? Eben! Typostammtisch ist das Stichwort.

Für das imaginäre Kaminfeuer sorgt der Grafik- und Produktdesigner Jan Henrik Arnold. Jan unterrichtete in den vergangenen anderthalb Jahren an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Schriftgestaltung und Typografie. Anhand einiger Studentenprojekte wird er über seine dortigen Lehrerfahrungen sprechen. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf dem kollektiven Schriftgestaltungs- und Hochdruckprojekt BRUT.

Brut

Im 2. Teil des Abends erwartet uns nichts geringeres als eine Weltpremiere! Erik Spiekermanns Ausstellung schriftgestalten | the face of type im Bauhaus-Archiv sorgte im letzten Jahr für viel Furore. Die Ghost Army um Jonas Kaminski, Lars Krüger und Alexander Roth begleitete die Ausstellung filmisch. Sie dokumentierten den Aufbau, interviewten die Beteiligten und fingen stimmungsvolle Bilder ein. Ein kurzweiliges, noch nie gezeigtes Zeitdokument.

Dokumentarfilm über »Schriftgestalten«

Termin des 29. BTST: 16.2.2012 um 19 Uhr.